Manicoré-Seidenäffchen

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Manicoré-Seidenäffchen
Systematik
Unterordnung: Trockennasenprimaten (Haplorrhini)
Teilordnung: Affen (Anthropoidea)
ohne Rang: Neuweltaffen (Platyrrhini)
Familie: Krallenaffen (Callitrichidae)
Gattung: Seidenäffchen (Mico)
Art: Manicoré-Seidenäffchen
Wissenschaftlicher Name
Mico manicorensis
M. van Roosmalen, T. van Roosmalen, Mittermeier & Rylands, 2000

Das Manicoré-Seidenäffchen (Mico manicorensis (Syn.: Callithrix manicorensis)) ist eine Primatenart aus der Familie der Krallenaffen.

Merkmale[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wie alle Seidenäffchen sind Manicoré-Seidenäffchen relativ kleine Primaten mit langem Schwanz. Ihr Fell ist am Kopf und am Rücken weißgrau gefärbt und weist einige dunkelgraue Querstreifen auf. Der Bauch, die hinteren Gliedmaßen und die Schwanzwurzel sind orange-braun, der Schwanz ist schwarz, der Bauch ist weiß. Das unbehaarte Gesicht ist fleischfarben, um die Augen und am Kinn befinden sich dunkelbraune Flecken. Wie bei allen Krallenaffen befinden sich an den Fingern und Zehen (mit Ausnahme der Großzehe) Krallen statt Nägeln.

Verbreitung und Lebensraum[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Manicoré-Seidenäffchen bewohnen ein kleines Gebiet im Amazonasbecken im brasilianischen Bundesstaat Amazonas. Ihr Verbreitungsgebiet liegt im Bereich der Flüsse Rio Aripuanã und Rio Manicoré (dem sie auch ihren Namen verdanken). Ihr Lebensraum sind Regenwälder, sie sind aber sehr anpassungsfähig und sind auch in Plantagen zu finden.

Lebensweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Diese Primaten sind tagaktiv und halten sich meist auf den Bäumen auf, wo sie sich auf allen vieren oder springend fortbewegen. Ihre Lebensweise ist kaum erforscht, sie gleicht vermutlich der der übrigen Seidenäffchen. Demnach leben sie in Gruppen, die um ein fortpflanzungsfähiges Paar organisiert sind und feste Reviere bewohnen. Wie alle Marmosetten haben sie eine spezialisierte Bezahnung im Unterkiefer, die es ihnen ermöglicht, Löcher in die Baumrinde zu nagen und so an Baumsäfte zu gelangen. Neben Baumsäften nehmen sie vermutlich auch Früchte und Insekten zu sich. Wie bei allen Krallenaffen dürften Zwillingsgeburten überwiegen und sich die Väter und die übrigen Gruppenmitglieder intensiv an der Jungenaufzucht beteiligen.

Gefährdung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Aufgrund ihrer Anpassungsfähigkeit zählen die Manicoré-Seidenäffchen nicht zu den bedrohten Arten, sie werden von der IUCN als nicht gefährdet (least concern) gelistet.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Thomas Geissmann: Vergleichende Primatologie. Springer-Verlag, Berlin u. a. 2003, ISBN 3-540-43645-6.
  • Don E. Wilson, DeeAnn M. Reeder (Hrsg.): Mammal Species of the World. A taxonomic and geographic Reference. Johns Hopkins University Press, Baltimore MD 2005, ISBN 0-8018-8221-4.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]