Margeriten

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Margeriten
Margerite (Leucanthemum),  Illustration: (2) zygomorphe Zungenblüte mit drei Kronzipfeln, (3),(4) und (5) radiäre Röhrenblüte.

Margerite (Leucanthemum),
Illustration: (2) zygomorphe Zungenblüte mit drei Kronzipfeln, (3),(4) und (5) radiäre Röhrenblüte.

Systematik
Asteriden
Euasteriden II
Ordnung: Asternartige (Asterales)
Familie: Korbblütler (Asteraceae)
Unterfamilie: Asteroideae
Gattung: Margeriten
Wissenschaftlicher Name
Leucanthemum
Mill.

Die Margeriten (Leucanthemum) sind eine Pflanzengattung in der Familie der Korbblütler (Asteraceae). Die Gattung umfasst derzeit 42 Arten [1].

Der botanische Name leitet sich von altgriechisch λευκός leukós „weiß“ und altgriechisch ἄνθος ánthos für „Blüte“, „Blume“ ab.

Der deutsche Trivialname leitet sich über französisch marguerite von altgriechisch μαργαρῖτης margarîtes für „Perle“ ab.[2]

Beschreibung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Arten der Margeriten sind kurzlebig bis ausdauernd und krautig. Die Blattspreiten sind ungeteilt bis fiederschnittig gestaltet; die Grundblätter sowie die unteren Stängelblätter sind gestielt und die oberen Stängelblätter sitzend. Die Köpfchen tragen weiße Zungen- und gelbe Röhrenblüten und sind selten auch ohne Zungenblüten anzutreffen. Die Früchte vom Typus der Achänen sind gerippt und mit Schleimzellen und Sekretkanälen ausgestattet.

Verbreitung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Arten der Gattung sind in Europa beheimatet. Eine Art dringt sogar bis Sibirien vor (Leucanthemum ircutianum); sie ist nach der sibirischen Stadt Irkutsk benannt.

Polyploidie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gattung Leucanthemum stellt einen Polyploidkomplex dar, d.h., dass unterschiedliche Arten des Genus unterschiedliche Chromosomenzahlen aufweisen. Die Chromosomen-Grundzahl des Margeritengenoms ist 9, ein diploides Individuum besitzt somit 18 Chromosomen. Neben den vermutlich ursprünglicheren, diploiden Arten kam es mehrfach zu Artbildungsereignissen, bei denen der Chromosomensatz vervielfacht wurde. Heute findet man Spezies mit 36, 54, 72, 90 und 108 Chromosomen. Die nur an einer Lagune nördlich von Lissabon zu findende Leucanthemum lacustre besitzt sogar 198 Chromosomen, was dem 22-fachen Chromosomensatz entspricht.

Schwarzrand-Margerite (Leucanthemum atratum)

Arten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gattung der Margeriten (Leucanthemum Mill.) umfasst zahlreiche Arten. Hier eine Auswahl[3][4]:

  • Berg-Margerite (Leucanthemum adustum (W.D.J.Koch) Gremli): Sie kommt in Europa vor.[3]
  • Schwarzrand-Margerite (Leucanthemum atratum (Jacq.) DC., Syn.: Chrysanthemum atratum Jacq.): Sie kommt nur in Österreich vor.[4]
  • Gebirgs-Margerite (Leucanthemum gaudinii Dalla Torre, Syn.: Chrysanthemum alpicola (Gremli) Hess & al.): Sie kommt in Spanien, Frankreich, in der Schweiz, in Italien, in Polen, in der Slowakei, der Ukraine und auf der Balkanhalbinsel vor.[4]
  • Haller-Margerite (Leucanthemum halleri (Vitman) Ducommun, Syn.: Chrysanthemum halleri Vitman): Sie kommt in der Schweiz, in Deutschland, in Österreich und in Italien vor.[4]
  • Verschiedenblättrige Margerite (Leucanthemum heterophyllum (Willd.) DC.): Sie kommt in Frankreich, Italien, in der Schweiz, in Österreich und in Slowenien vor, aber nicht in Deutschland.[4]
  • Fettwiesen-Margerite (Leucanthemum ircutianum DC., Syn.: Leucanthemum vulgare subsp. ircutianum (DC.) Tzvelev, Chrysanthemum leucanthemum subsp. triviale Gaudin): Sie kommt in etwa fünf Unterarten in Europa vor.[4]
  • Leucanthemum lacustre (Brot.) Samp.: Die Heimat ist Portugal.[3]
  • Steineralpen-Margerite (Leucanthemum lithopolitanicum (E. Mayer) Polatschek, Syn.: Chrysanthemum atratum subsp. lithopolitanicum E. Mayer): Sie kommt in Österreich und in Slowenien vor.[4]
  • Leucanthemum maximum (Ramond) DC.: Ihre Heimat ist Spanien und Frankreich. In Nordamerika, Australien und Neuseeland ist sie ein Neophyt.[3]
  • Magerwiesen-Margerite (Leucanthemum vulgare Lam., Syn.: Leucanthemum praecox (Horvatic) Horvatic): Die Heimat ist Europa und Armenien, in Nord-, Süd- und Mittelamerika, in Afrika, Indien, China, Australien und Neuseeland ist sie ein Neophyt.[3]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Wolfgang Adler, Karl Oswald, Raimund Fischer: Exkursionsflora von Österreich. Hrsg.: Manfred A. Fischer. Eugen Ulmer, Stuttgart/Wien 1994, ISBN 3-8001-3461-6.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. The Euro+Med PlantBase "http://www.emplantbase.org/home.html"
  2. Heinrich Tischner: Deutsche Etymologie - Margerite
  3. a b c d e Leucanthemum im Germplasm Resources Information Network (GRIN), USDA, ARS, National Genetic Resources Program. National Germplasm Resources Laboratory, Beltsville, Maryland. Abgerufen am 13. Mai 2016.
  4. a b c d e f g Werner Greuter (2006+): Compositae (pro parte majore). – In: W. Greuter & E. von Raab-Straube (ed.): Compositae. Euro+Med Plantbase - the information resource for Euro-Mediterranean plant diversity. Datenblatt Leucanthemum In: Euro+Med Plantbase - the information resource for Euro-Mediterranean plant diversity.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Leucanthemum – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien