Maria-Magdalenen-Kirche (Eberswalde)

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Maria-Magdalenen-Kirche von der Pfarrei aus

Die Maria-Magdalenen-Kirche ist ein evangelisch-lutherisches Gotteshaus in Eberswalde. Sie wurde im ersten Drittel des 14. Jahrhunderts errichtet und ist nach Maria Magdalena, der Apostelgleichen benannt. Das Kirchengebäude steht unter Denkmalschutz.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Ausdehnung der Markgrafschaft Brandenburg von der Havel (bisheriger Grenzort war Spandau) bis an und über die Oder fand um 1230 statt, fiel also in die Zeit des Stilübergangs von der Romanik zur Gotik. Am Fuße des Schlossberges entwickelte sich das Suburbium Eversberg, welches später Jacobsdorf zu Eberswalde wurde. Noch vor der Gründung der Stadt errichteten die ersten Bewohner von Eversberg in der Nähe zur markgräflichen Burg ein Kirchengebäude. Über den wohl zwischen 1241 und 1251[1] geweihten wohl auch schon dreischiffigen Vorgängerbau ist kaum etwas bekannt. Vermutungen, das heutige Kirchengebäude könne noch Teil des alten enthalten, könnten nur durch intensivere Erforschung des Bauwerks bestätigt oder widerlegt werden.

Die jetzige gotische Stadtkirche entstand ab 1333. Die Kirchturmspitze ist gemauert. Grundlegende Änderungen an der Gestaltung erfolgten im Jahr 1503 nach dem Stadtbrand von 1499 sowie nochmals im Jahr 1726. Die Reformation hielt 1539 Einzug in der Region. Der erste evangelische Gottesdienst fand 1542 statt. 1632 wurde der gefallene Schwedenkönig Gustav II. Adolf in der Maria-Magdalenen-Kirche aufgebahrt. 1876 erfolgte eine umfassende Erneuerung der Kirche unter Hermann Blankenstein. Er ließ den basilikalen Charakter des Bauwerks wieder mehr herausarbeiten, wobei die Parallelen mit der nahen Choriner Klosterkirche verstärkt wurden. Der Chor erhielt die hohen gotischen Fenster mit Maßwerk zurück, Friese wurden am Gesims, gotische Blendgiebel an den Kapellen und vor den Seitenschiffen angebracht. Der Turmabschluss erfolgte nach einem Entwurf von Friedrich August Stüler. Wertvolle Terrakottareliefs aus der Entstehungszeit der Kirche dienten nun zur Verzierung des Portals. Eine umfassende Innenrenovierung erfolgte im Jahr 1977. Die Außenfassade konnte erst 1993 erneuert werden. Die während der Neuanlage des Kirchplatzes vorgenommenen archäologischen Grabungen im Jahr 2001 förderten einen spätmittelalterlichen Schmiedeofen sowie die Fundamente der Lateinschule aus dem 16. Jahrhundert zutage. Die 1518 gegossene Barbaraglocke erhielt 2001 einen neuen Platz vor der Kirche, weil ihr Gusskörper einen Riss aufwies. Die Aktion wurde aus Mitteln der Städtebauförderung finanziert. Dafür installierte die Gemeinde im Oktober 2002 ein neues Geläut, das die Glockengießerei Rudolf Perner angefertigt hatte.

Bauwerk und Ausstattung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Innenansicht der Kirche

Das Gotteshaus besitzt einen einschiffigen Ostchor und einen Westturm mit Vorhalle.

Terracotta-Einhorn am Südportal, 13. Jh.

Die Terracotta-Figuren an den Portalen sind die ältesten im Land Brandenburg.

In der Kirche befinden sich unter anderem eine Bronzetaufe aus dem Vorgängerbau (zweite Hälfte des 13. Jahrhunderts), ein Schnitzaltar von 1606 und eine Orgel von 1783.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • R. Bullerjahn: Die Pfarrkirche St. Maria Magdalenen zu Eberswalde und ihre Stellung in der märkischen Sakralarchitektur des 13. Jahrhunderts. unveröffentlichte Diplomarbeit, Humboldt-Universität Berlin, 1979.
  • R. Bullerjahn: Die St. Marienkirche zu Eberswalde. In: Eberswalder Jahrbuch für Heimat-, Kultur- und Naturgeschichte. 2000/2001; S. 153–172.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Maria Magdalena (Eberswalde) – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bei Reparaturarbeiten im 19. Jahrhundert wurde ein Wachsbild des 1241–1251 amtierenden Bischofs von Brandenburg gefunden.

Koordinaten: 52° 49′ 55,9″ N, 13° 49′ 14,8″ O