Markus Breitscheidel

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Markus Breitscheidel auf einem Veranstaltungsplakat der CDU-Fraktion des Hessischen Landtags

Markus Breitscheidel (* vermutlich 1968 in Cochem) ist ein deutscher investigativer Autor, der in seinem Bestseller Abgezockt und totgepflegt die Zustände in deutschen Altenpflege­heimen anprangerte. In Arm durch Arbeit berichtet er über die Bedingungen, unter denen von Arbeitslosengeld II abhängige Leiharbeiter arbeiten müssen.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach einer Ausbildung zum Steuerfachgehilfen war Breitscheidel als Verkaufsleiter einer Werkzeugfirma tätig. Hier lernte er Günter Wallraff kennen, der ihn bestärkte, als Undercover-Autor 1999/2001 in mehreren deutschen Pflege- und Altenheimen, die ihm das Arbeitsamt vermittelte, als Pflegekraft zu arbeiten. Wallraff verfasste auch das Vorwort zu Breitscheidels Buch, in dem dieser seine vielen schockierenden Erfahrungen darstellt.

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In einem Interview versuchte Breitscheidel in kurzen Worten eine Bilanz zu ziehen: Ich habe über 450 Menschen gepflegt und dabei die schlimmen Folgen des Pflegestufenmodells kennen gelernt. Die Wissenschaftler, die es erdacht haben, mögen humanen Motiven gefolgt sein, aber ihre Konstruktion ist günstigstenfalls naiv zu nennen. In der Praxis hat das Modell der drei Pflegestufen verheerende Konsequenzen. Im Kern besagt es: Je pflegebedürftiger ein Mensch ist, desto mehr Zeit müssen ihm die Pflegekräfte widmen. Da die Kosten der Pflegeleistung von der aufgewendeten Zeit abhängen, heißt das im Klartext: Je schlechter der Zustand der Heimbewohner, desto mehr kann die Heimleitung für die Pflege eines Bewohners berechnen. Verbessert sich umgekehrt der Zustand eines Pflegebedürftigen, wird das Heim dafür, ökonomisch betrachtet, „bestraft“. Welche Konsequenzen dies in Pflegeeinrichtungen hat, die als profitorientierte Wirtschaftsunternehmen arbeiten, liegt auf der Hand: Die systematische Vernachlässigung der pflegebedürftigen Menschen, von der ich in meinem Buch berichte, lohnt sich. Das von mir geschilderte Beispiel der Frau, die nach einem Beckenbruch zur Rehabilitation in ein Heim kommt und binnen weniger Monate dank der ihr zuteil gewordenen „Pflege“ eine Pflegestufe höher eingeordnet werden „kann“, ist alles andere als ein Einzelfall.

Seine Kernaussage: Nicht einzelne Heim- oder Pflegeskandale sind der Skandal, sondern das System der Altenhilfe in Deutschland.

Das im September 2005 erschienene „Enthüllungsbuch“ erregte großes Aufsehen. Breitscheidel war in diversen Fernsehsendungen zu Gast. Auf der Sachbuch-Bestsellerliste des SPIEGEL 42/2005 (Oktober) stand sein Buch auf Platz 5 (Vorwoche: Platz 3).

Im Deutschen Ärzteblatt vom 14. Oktober 2005 kommentierte Birgit Hibbeler: Sein „Enthüllungsbericht“ […] lässt niemanden kalt. Keiner möchte irgendwann alt und hilflos in einem Heim „hinvegetieren“ oder Angehörige in dieser Situation sehen. Breitscheidels Kritik mag zum Teil berechtigt sein, aber seine Beschreibungen sind subjektive Momentaufnahmen, oftmals oberflächlich und undifferenziert. Dass er als neutraler Beobachter in den Heimen unterwegs war, ist schwer zu glauben.[1]

Werke (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Abgezockt und totgepflegt. Alltag in deutschen Pflegeheimen. Econ, Berlin 2005, ISBN 3-430-11572-8.
  • Gesund gepflegt statt abgezockt. Wege zur würdigen Altenbetreuung. Econ, Berlin 2006, ISBN 3-430-30011-8.
  • Arm durch Arbeit. Ein Undercover-Bericht. Econ, Berlin 2008, ISBN 978-3-430-30027-8.

Film[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Leiharbeit Undercover; C WDR 2008, zuletzt gesendet am 8. Feb. 2009 auf Phoenix: Film zum Buch „Arm durch Arbeit“

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. aerzteblatt.de Birgit Hibbeler: Pflegeheime: Skandale statt Lösungen Deutsches Ärzteblatt 102, Ausgabe 41 vom 14. Oktober 2005