Marusja Klimowa

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Marusja Klimowa, 2010

Marusja Klimowa (russisch Маруся Климова, eigentlich: Tatjana Nikolajewna Kondratowitsch, * 14. Januar 1961 in Leningrad, Sowjetunion) ist eine russische Schriftstellerin und Übersetzerin. Sie lebt in Sankt Petersburg.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

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Marusja Klimowa ist eine der bedeutendsten Vertreterinnen des Nonkonformismus in der gegenwärtigen russischen Literatur. In den Werken von Klimowa werden Ironie, Immoralität und Misanthropie mit dem Geniekult und Verehrung der absoluten Schönheit auf eine paradoxe Weise im Geiste der Dekadenz des Fin de Siècle zusammengebracht. In den 1980er und 1990er Jahren war die Schriftstellerin eine der wichtigsten Personen der Leningrader Underground-Szene. Anfang der 1990er Jahre lebte sie in Paris. Als Übersetzerin hat Klimowa die meisten Romane von Louis-Ferdinand Céline, sowie die Werke von Jean Genet, Pierre Guyotat, Georges Bataille, Monique Wittig, Pierre Louÿs u. a. übertragen.

2006 wurde Marusja Klimowa mit dem französischen Orden der Künste und Literatur ausgezeichnet.

Werk[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In ihren autobiographischen Romanen „Das Blaue Blut“ (1991), „Die Hütte in Bois-Colombes“ (1998) und „Blonde Bestien“ (2001) schildert die Schriftstellerin ein breites Panorama der russischen und europäischen Gesellschaft der 1980er und 1990er Jahre. Die von Klimowa beschriebenen Gestalten der russischen Neo-Dandys und Transvestiten, die bereit sind, ihre Masken und Kostüme mit einer unglaublichen Leichtigkeit ständig zu wechseln, spiegeln ganz genau die Atmosphäre des allgemeinen Karnevals jener Jahre wider, die durch einen schnellen Wechsel der sozialen Identifizierungen gekennzeichnet waren.

In ihrem innovativen Buch „Meine Geschichte der russischen Literatur“ (2004), das eine Genre-Mischung zwischen Essay und Ideenroman darstellt, werden Schicksale und Werke der russischen Schriftsteller in Zusammenhang mit autobiographischen Ereignissen gebracht. Voll von paradoxen und unerwarteten Urteilen über die sogenannten „russischen Klassiker“ wie Tolstoi, Dostojewski u. a. erregte das Buch einen Sturm von Protesten des klassikorientierten Leserpublikums und wurde zu einer der skandalösesten Erscheinungen der russischen Literatur des letzten Jahrzehntes.

Die Werke von Marusja Klimowa wurden in mehrere europäische Sprachen (u. a. ins Französische, Deutsche, Englische, Estnische, Serbische, Italienische) übersetzt.

Werke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1996: Голубая кровь/«Das blaue Blut»
  • 1998: Домик в Буа-Коломб/«Die Hütte in Bois-Colombes»
  • 1999: Морские рассказы/Geschichten aus dem Meer
  • 2000: Селин в России/Celine in Russland
  • 2001: Белокурые бестии/Blonde Bestien
  • 2004: Моя история русской литературы/Meine Geschichte der Russischen Literatur
  • 2004: Парижские встречи/Pariser Treffen
  • 2009: Моя теория литературы/ Meine Theorie der Literatur (2009)
  • 2012: Портрет художнтицы в юности/Ein Porträt der Künstlerin als junge Frau
  • 2013: Безумная мгла/Wahnsinnige Finsternis
  • 2016: Профиль Гельдерлина на ноге английского поэта/Das Profil von Hölderlin auf dem Bein des englischen Dichters

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]