Marzban

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Marzban (Begriffsklärung) aufgeführt.

Marzban (persisch ‏مرزبان‎, abgeleitet aus den Wörtern Marzمرز‎ für Grenze oder Gemarkung und dem Suffix -banبان‎ für Beschützer) waren eine Klasse von Markgrafen oder militärischen Befehlshabern, die für die Grenzprovinzen des Sassanidenreiches von Persien im Zeitraum vom 3. bis zum 7. Jahrhundert zuständig waren.

Den Marzban wurde die Verwaltung der Grenzprovinzen aufgetragen und sie waren für die Sicherheit der Handelsrouten, die Bekämpfung von einfallenden Nomaden wie die Beduinen, Weißen Hunnen und den Oghusen, und für die erste Verteidigungslinie gegen Feinde wie die Römer oder Kuschanen verantwortlich.

Die sassanidischen Könige wählten normalerweise die Marzban aus den Bozorgans, adelige persische Familien, die die mächtigsten Ämter in der Verwaltung innehatten, aus. Der Rang eines Marzbans war wie andere imperiale Ämter ererbt und wurde innerhalb einer Familie generationenlang weitergegeben. Im 6. Jahrhundert wurden die nicht persischen Bagratiden Marzban der Sassaniden in Armenien.

Marzbans mit der längsten Dienstzeit wurde ein Silberthron zugesprochen, während den Marzbans der strategisch wichtigsten Grenzprovinzen wie die im Kaukasus ein goldener Thron zugestanden wurde. In einem Feldzug konnten die örtlichen Marzbans als Feldmarschalls fungieren, während niedere Spahbods ein Heer kommandierten.

Es ist nicht klar ob sie die Gewalt über die Festungen in ihrem Gebiet hatten, während die Argbadhs (Kastellan) verantwortlich für die Festungen waren. In vielerlei Hinsicht hatten die persischen Marzbans die gleichen Funktionen wie die mittelalterlichen germanischen Markgrafen. Der Marzban der sassanidischen Provinz Abarshahr in Zentralasien wurde Kenarang genannt.

Siehe auch[Bearbeiten]

  • Ban, ein Adelstitel in Südeuropa
  • Spahbod, Militärrang