Massive Vergeltung

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Truppenstärke der NATO-Mitgliedstaaten mit Kontingenten aus den USA und Kanada und der Staaten des Warschauer Paktes in Europa 1959

Massive Vergeltung (engl. massive retaliation) war die NATO-Nuklearstrategie eines nuklearen Gegenschlags gegen potenzielle nukleare und nicht-nukleare Angriffshandlungen der Sowjetunion. Sie wurde am 23. Mai 1957 angesichts der damals bestehenden konventionellen Überlegenheit der Sowjetunion in Europa einerseits und gleichzeitigen amerikanischen Überlegenheit an strategischen Atomwaffen andererseits in dem Strategischen Konzept MC 14/2 (Overall Strategic Concept for the Defense of the NATO Area) festgelegt und löste die bis dahin geltende Vorneverteidigung (engl. forward strategy) ab (Strategische Richtlinien MC 14/1), die vom 3. Dezember 1952 bis Mai 1957 galt.

Diese neue Strategie erweckte vor allem in Frankreich die Befürchtung, dass die USA nur daran interessiert wären, ihre konventionellen Truppen in Europa zu reduzieren, und dass sie umso eher darauf hofften, dies tun zu können, je schneller der EVG-Vertrag ratifiziert sein würde. Die USA hätten dann ersatzhalber einen nuklearen Schild bereitgestellt.

Die Konzeption der Massiven Vergeltung wird in der Geschichtswissenschaft unter anderem als Reaktion auf den Korea-Krieg gesehen. Die Streitkräfteplanung und deren notwendige Anpassung und Modernisierung in Europa wurde ebenfalls am 23. Mai 1957 mit dem Dokument MC 48/2 (Measures to Implement the Strategic Concept) genehmigt.

1967/68 wurde die Strategie der Massiven Vergeltung durch die Flexible Response abgelöst.[1][2]

Das Konzept der Vergeltungsdrohung heißt heute „konfliktverhütende Abschreckung“.[3]

Siehe auch[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. MC 14/3 (Final) (PDF; 186 kB)
  2. Flexible Response- das Konzept der abgestuften Abschreckung
  3. DER SPIEGEL; Nr. 46 vom 15. November 2010; Seite 108: NATO - Nicht mehr Weltpolizist sein. (Interview mit Hans-Friedrich von Ploetz; S. 110)