Mathew Anden

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Mathew Anden, eigentlich Mathias Schreiner, auch Mathew T. Anden oder Matthew Anden (* 23. November 1942 in Berlin; † 19. Juli 1985 in New York City) war ein deutscher Theater-, Fernseh- und Filmschauspieler, der hauptsächlich in den Vereinigten Staaten tätig war. Während er beim Fernsehen und Film nur ein schmales Werk hinterließ, war er als Theaterschauspieler in den USA sehr bedeutend.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Anden wurde 1942 in Berlin geboren und entstammt einem jüdischen Elternhaus. Er war der Sohn von Katharina Schreiner und wurde von seiner Tante, Yoshi Schreiner, adoptiert, da seine Mutter in einem russischen Gulag war. Mit seiner Tante kam er 1957 in die USA, wo er bereits als Teenager begann, Theater zu spielen, seine deutsche Staatsangehörigkeit ablegte und amerikanischer Staatsbürger wurde, er nannte sich fortan Mathew Anden. Er spielte an Theatern in Minneapolis, Maine, New Orleans, Boston oder Detroit auch zahlreiche Hauptrollen und war von 1971 bis 1972 an einem Theater von Baltimore als Schauspieler tätig. Seine bedeutendste Rolle war die in der Off-Broadway-Produktion der Dreigroschenoper, aufgeführt 1965, in der er die Rolle des Finch spielte. Zu den bedeutenden Theaterstars, mit denen er auf der Bühne stand, gehörten Gail Strickland, Joyce van Patten und Diana Scarwid, Tyne Daly und Hurd Hatfield. Er spielte in Stücken von Harvey Perr, Max Frisch und Sean O’Casey. Seine Laufbahn als Theaterschauspieler umfasste ununterbrochen die 1950er, 60er und 70er Jahre.

Im Fernsehen war er nur sehr selten zu sehen, so spielte er eine Gastrolle in der Serie Die Waltons. Auch dem Film war er nicht sehr zugeneigt und spielte im Laufe seiner Laufbahn nur in vier Kino- bzw. Spielfilmen mit, davon wurde einer in seiner Heimat Deutschland gedreht. Er spielte mit Schauspielern wie Paul Newman, Burt Reynolds oder Ryan O’Neal sowie in Deutschland mit Nicole Heesters und Hans-Peter Korff. Auch in diversen deutschen Krimiserien der späten 1970er Jahre und frühen 1980er Jahren war er in Gastrollen zu sehen. In der Sendung "Making it in Hollywood", in der hoffnungsvolle junge Schauspieler auf dem Sprung nach Hollywood interviewed werden, war in der 18. Ausgabe vom 23. Juni 1976 auch Anden zu sehen. In Deutschland ist er bis heute nahezu unbekannt geblieben.

Anden starb am 19. Juli 1985 an den Folgen von Magenkrebs und Aids. Er war homosexuell und einer der ersten deutschen Schauspieler, die an Aids starben.

Trivia[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Anden sprach akzentfrei Englisch und war eng mit dem amerikanischen Kinderbuchautor Arnold Lobel (1933–1987) befreundet. Die deutsche Synchronisation der Stimme der Figur Simon aus David und Lisa, der von Anden dargestellt worden war, übernahm Ulli Lommel.

Werk[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Fernsehauftritte (in den USA)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • The Patty Duke Show - Practise Makes Perfect, 1963, als Eddie Blake
  • Making it in Hollywood, (23. Juni 1976), Folge 18, aufgenommen bei einer Produzentenparty in Hollywood, Dokumentation (22 Minuten)
  • Die Waltons - Das Gerücht, (Gastrolle), 1978 (als Wilfried Brimmer, die Figur ist ebenfalls Deutscher)

Filmografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • David und Lisa, USA, 1962, als Simon
  • Nickelodeon, USA, 1976, als Hecky
  • Flush, Komödie, USA, 1982
  • Der Todesspringer, Deutschland, 1984, als Sohn reicher Eltern

Theater (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Die Dreigroschenoper, New York City Opera (Off-Broadway), 1965, als Finch
  • Die Verfolgung und Ermordung Jean Paul Marats dargestellt durch die Schauspielgruppe des Hospizes zu Charenton unter der Anleitung des Herrn de Sade, (Stück von Peter Weiss), Baltimore 1970,
  • Andorra von Max Frisch, 1972
  • Cock a Doodle Dandy von Sean O’Casey, 1974, in der Rolle des One-Eye-Larry
  • Gethsemane Springs von Harvey Perr, 1977, als David
  • Two Sisters, eigene Produktion, 1979 - (das Stück wurde von Anden selbst geschrieben, auch Darsteller)

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Hergemöller- Mann für Mann- ein biographisches Lexikon, Suhrkamp Verlag, 2001.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]