Max Brückner

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Gedenktafel der Künstlerfamilie Brückner am Haus Ketschengasse 14 in Coburg

Heinrich Maximilian Brückner (* 14. März 1836 in Coburg; † 2. Mai 1919 ebenda) war ein deutscher Theatermaler.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Coburg, Haus Rodacher Straße 11
Bühnenbild für Wagners Der Ring des Nibelungen. Götterdämmerung 1896
Walhall, Gemälde von Max Brückner 1896
Ruhestätte der Familien Max und Gotthold Brückner auf dem Coburger Friedhof

Brückner wurde am 14. März 1836 in Coburg geboren. Sein Vater Heinrich Brückner (1805–1892) war Theatermaler am Hoftheater Coburg. Max besuchte bis zum 14. Lebensjahr die lateinische Ratsschule. Zwar hegte Max schon früh den Wunsch, Landschaftsmaler zu werden, musste jedoch nach väterlichem Willen bei einem Coburger Konditormeister in die Lehre gehen. Erst nachdem er seinem Vater bei Malerarbeiten hilfreich zur Seite stehen konnte, durfte er von 1854 bis 1857 die Ausbildung zum Landschaftsmaler bei Albert Zimmermann in München absolvieren. Brückner bildete sich anschließend mit einem Stipendium des Herzogs Ernst II. in London und Berlin im Atelier von Carl Wilhelm Gropius im Fach Bühnenbild weiter. 1861 erfüllte er einen ersten Auftrag für das Meininger Hoftheater, 1863 begann er durch Vermittlung von Carl Brandt (1828–1881), dem damals bekanntesten Theatermaschinisten, am Stadttheater Köln zu arbeiten. Von dort engagierte in Herzog Ernst II. für die Hoftheater in Coburg und Gotha. 1865 wurde er zum Coburger Hoftheatermaler auf Lebenszeit ernannt, mit der ausdrücklichen Erlaubnis, auch auswärtige Aufträge annehmen zu dürfen

Er begründete 1870 ein eigenes Atelier im Familienhaus in der Rodacher Straße 11, 1872 trat sein Brüder Gotthold (1844–1892), der ebenfalls ein begabter Theatermaler war, in das Atelier ein, das nun „Gebrüder Brückner – Atelier für szenische Bühnenbilder“ hieß. Aus dieser Bühnenbilderwerkstatt gingen über etwa 40 Jahre hinweg Bühnenbilder an fast alle namhaften Theater in Deutschland. Wobei die Verbindung zu den Bayreuther Festspielen eine besondere Rolle spielte. 1874 kam er über Vermittlung von Carl Brandt mit Richard Wagner in Kontakt, für den er zunächst die Bühnenbilder für den Ring der Nibelungen schuf, zwischen 1882 und 1911 wurden Bühnenbilder für alle großen Wagneropern in der Brücknerschen Werkstatt geschaffen.[1] Ebenso wie auch für viele Bühnen im In- und Ausland, beispielsweise Darmstadt, Mannheim, Wiesbaden, Hamburg, Köln, Zürich, Petersburg und New York.

Der Erwähnung bedarf, dass auch König Ludwig II. von Bayern die Gebrüder Brückner zeitweise beschäftigt hat. Auf seinen Wunsch hin legten sie ihm 1881 alle Skizzen und Modelle zur Oper Parsifal vor, die der Bühnenbildner Paul von Joukowsky nur skizziert hatte. Daraufhin erhielten die Brüder von Ludwig II. wertvolle Ringe als Geschenk. 1884 folgte der Auftrag, für die Separatvorstellungen des Königs sämtliche Parsifal-Bühnenbilder anzufertigen.

Die Bühnenbilder der Gebrüder Brückner waren für ihre historisch treue Darstellung bekannt und erlangten über Jahrzehnte Weltruhm. Heute kann man einen großen Teil davon im Meininger Theatermuseum in Meiningen besichtigen. Durch die Gastspielreisen der berühmten Theatertruppe Die Meininger erlangten die Bühnenbilder von Brückner im 19. Jahrhundert einen hohen Bekanntheitsgrad.

Daneben war Max Brückner auch als Landschaftsmaler tätig. In der britischen Royal Collection befinden sich etwa 19 Landschaftsaquarelle von Max Brückner.[2]

Da Max Brückner keine Kinder hatte, bestimmte er seinen Schüler Max Kürschner zu seinem Nachfolger; ab 1913 hieß die Firma "Max Brückner Nachfolger Max Kürschner - Atelier für szenische Bühnenbilder". 1914 erblindete er, seinen Nachlass schenkte er den Kunstsammlungen der Veste Coburg.

Auszeichnung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Am 25. Mai 1909 wurde Max Brückner „in Anerkennung seiner hohen Verdienste in der Kunst“ als Ehrenritter in die „St. Mauritius-Ritterschaft“ in Coburg aufgenommen.[3]
  • 1917 wurde Max Brückner nach 55 Jahren im Dienst des Hoftheaters Coburg mit der Goldenen Medaille für Kunst und Wissenschaft mit Krone Ernst II. ausgezeichnet.
  • Titel Hofrat
  • Titel Professor

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Der Ring des Nibelungen. Dekorationsentwürfe von Prof. Max Brückner in Coburg. Zur Aufführung in Bayreuth 1896. Bayreuth 1896 (gallica.bnf.fr Digitalisat).
  • Minni Maedebach: Max Brückner 1836–1919, Coburg. Landschaftsmaler und „Altmeister deutscher Theaterausstattungskunst“. Gemälde, Aquarelle, Zeichnungen und Modelle aus dem Besitz der Kunstsammlungen der Veste Coburg. Kunstsammlungen der Veste Coburg, Coburg 1986.
  • Michael Petzet: Das Brücknersche Atelier in Coburg und der erste Bayreuther „Ring“ von 1876. In: Beiträge zur Denkmalkunde. Tilmann Breuer zum 60. Geburtstag. Lipp, München 1991, ISBN 3-87490-551-9, S. 79–106.
  • Ketschengasse … aus alter und neuer Zeit. Veste-Verlag Coburg H. Roßteuscher, Coburg 2. Auflage 2011, S. 158–162.
  • N.N.: Brückner, (Heinrich) Max. In: Rudolf Vierhaus (Hrsg.): Deutsche Biographische Enzyklopädie (DBE). 2., überarb. und erweiterte Auflage. Band 2: Brann–Einslin. De Gruyter / K. G. Saur, Berlin / Boston / München 2005, ISBN 3-11-094656-4, S. 115 (google.de).
  • Manfred H. Grieb (Hrsg.): Nürnberger Künstlerlexikon. K. G. Saur, München 2007, ISBN 3-598-11763-9, S. 189 (Google Books).
  • Fabian Kern: Soeben gesehen. Bravo, Bravissimo. Die Coburger Theatermalerfamilie Brückner und ihre Beziehungen zu den Bayreuther Festspielen. Gesellschaft für Theatergeschichte, Berlin 2010, ISBN 978-3-924955-18-2.
  • Dankmar Trier: Brückner, Max. In: Allgemeines Künstlerlexikon. Die Bildenden Künstler aller Zeiten und Völker (AKL). Band 14, Saur, München u. a. 1996, ISBN 3-598-22754-X, S. 471 f.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Max Brückner – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bayreuther Festspiele, Spielplan – Die Aufführungen.
  2. Delia Millar: The Victorian Watercolours in the Collection of Her Majesty The Queen. Band 1. Wilson, London 1995, ISBN 0-85667-436-2, S. 139–141.
  3. Ernennungsurkunde zum Ehrenritter der St. Mauritius Ritterschaft – am Ende der Präsentation.