Mehmet Güler (Maler)

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Mehmet Güler (* 1944 in Malatya) ist ein deutsch-türkischer Maler und Grafiker, sein Atelier befindet sich in Kassel. Wenngleich sein Lebensmittelpunkt Deutschland ist, wird er zu den weltweit bekanntesten türkischen Künstlern gezählt.[1]

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Güler studierte Malerei und Grafik an der Gazi-Universität in Ankara. Eine Studienreise nach Deutschland unternahm er 1966 nach München, später absolvierter er mit einem Stipendium des türkischen Erziehungsministeriums ein Aufbaustudium an der Kunsthochschule Kassel. Zurück in der Türkei lehrte er als Kunsterzieher an Schulen und anschließend als Hochschuldozent für Malerei. Seit 1977 hat er sein Atelier in Kassel.

Die Veranstaltung bergkamener bilder basar (1970–1985) zeigte 1980 vermutlich erstmals in Deutschland, Werke türkischer Künstler, darunter auch Werke von Güler.[2], die ähnliche Premiere war die Ausstellung Sieben türkische Künstler in Österreich 77, 1977 ebenfalls mit einer Beteiligung Gülers.

Gemeinsam mit Tony Cragg, Günther Uecker, James Rizzi, Sala Lieber u. a. beteiligte sich Güler 2008–2009 an der Aktion VI der UNICEF, bei der 37 Herz-Kunstwerke geschaffen wurden.[3]

Werk[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wenngleich seine Abstraktion eine Interpretation im Zusammenhang der 68er-Bewegung zulassen, geht die starke Farbgebung auf mediterrane Einflüsse zurück, allem voran das intensive Licht. Texte oder eine stilisierte Figürlichkeit lassen weitere Interpretationsebenen zu, sind aber meist nur aus unteren Malebenen zu erahnen. Das Kunstmagazin betrachtete 2007 das Werk Gülers als Ergebnis eines Ost-Westeuropäischen Spannungsfelds.[4]

„Die hohe Malkultur dieser Bilder, die jetzt auch deutliche Hinwendung zum Monochromen offenbaren, diese Freude am Blau, diese Entwicklung zur reinen Farbkultur zeigen in nachdrücklicher Weise, daß Mehmet Güler immer stärker von der Erzählung reduziert und nun den Inhalt mit Farben, mit Tönen, mit ganz wenigen linearen Signalen deutlich machen kann. Das ist der Weg vom Thema zur Farblust. Bei ihm ist Malen eine Art Forschungsprozess, er bedeutet zu studieren, was man mit Farben sagen kann, wenn man es denn nicht mit Worten tun will.“

Frank Günter Zehnder über die "Dialogversuch"-Ausstellungen von Güler

Mehmet Güler schuf 2008 erstmals auch Skulpturen, die Dirk Schwarze in den „Grenzraum zwischen Natur und Skulptur“[5] verortet.

Grafisches Werk[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Neben seinem Werk als Maler ist Güler auch als Illustrator tätig, darunter Saliha Scheinhardts Erinnerungsbuch Träne für Träne werde ich heimzahlen (1988) und Gedichtbände von Yüksel Pazarkaya. Einige Illustrationen sind Holzschnitte, andere sind Reproduktionen seiner Ölgemälde.

Ausstellungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Güler hatte über 181[6] Einzelausstellungen, diverse Gruppenausstellungen und wurde zu internationalen Biennalen, Triennalen und Messen eingeladen.

Ausstellungen (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • „Gemälde und Graphik“ – Galerie Liebau, Burghaun 2002
  • „Mehmet Güler - Dialogversuch- nicht möglich, Dialogversuch- ist möglich“ – Galerie Sievi, Berlin und Kassel Galerie Bittner & Dembinski, 2003
  • „Mehmet Güler“ (Ölbilder und Radierungen) – Arda Art Gallery, Ankara 2005
  • „Mehmet Güler: Ölbilder und Grafiken“ – Galerie Spectrum, Euskirchen 2006
  • „Mehmet Güler“, Museum Küppersmühle für Moderne Kunst, Duisburg 2007
  • „Mehmet Güler:Dialogversuch“ – Kunstverein Lübbecke, Lübbecke 2008
  • „Mehmet Güler (1944) - Tem Art Gallery“, Istanbul 2011
  • „Wer sich selbst und andere kennt ... Malerei von Mehmet Güler“ Ausstellung der 64. Kunstbegegnung Bensberg, 2012[1]
  • „Mehmet Güler: Orient und Okzident“, Abtei Brauweiler, Köln 2013[1]
  • „Mehmet Güler: Diyalog ve Gerilim“ – Batibirlik Sanat Galerisi, Ankara 2013
  • „Im Rausch der Farben“, Retrospektivausstellung, Kulturamt Unna, Schloss Cappenberg 2014[7]
  • Galerie am Gendarmenmarkt, Berlin 2015
  • Galerie Sievi, Berlin 2016
  • Galerie Tem, Istanbul 2016

Werke in öffentlichen Sammlungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Öffentlichkeit zugänglich sind Werke von Güler u. a. in der graphischen Sammlung der Staatlichen Museen Kassel, der Graphothek Kassel, dem Haus Opherdicke und dem Universal Graphic Museum Cairo sowie einer Reihe von Museen in der Türkei.

In halböffentlichen Bereichen befinden sich Werke in den Kunstsammlungen diverser Banken (der Deutschen Bank Collection[8], Commerzbank, Rheinische Hypothekenbank, diverse Sparkassen, Iş Bank, Akbank, Merkez Bank) diversen staatlichen Verwaltungen, darunter das Kirklees Metropolitan Council (Vereinigtes Königreich), Ministerien in Wiesbaden, dem Hessischen Landtag, Ministerien in Ankara, dem Klinikum Marburg und der Amerikanischen Gedenkbibliothek Berlin.[9]

Preise und Auszeichnungen (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 2014 Ehrung der Stadt Kassel mit der „Goldene Ehrennadel“.
  • 2013 Bosphorus Awards, Türkisch-Europäische Stiftung für Bildung und wissenschaftliche Forschung DTS
  • 2001 Premio Agazzi, Bergamo, Italien
  • 1991 Preis internationaler Grafik Wettbewerb Bergamo, Italien
  • 1990 Preis internationale Grafik Triennale Frechen, Deutschland
  • 1986 Preis internationale Grafik Triennale Frechen, Deutschland
  • 1984 Auszeichnung der Enka Stiftung, Wettbewerb für Malerei und Grafik, Türkei
  • 1983 DYO Wettbewerb für Malerei und Grafik, Türkei
  • 1983 Vakko Wettbewerb für Malerei und Grafik, Türkei
  • 1983 Preis der Sedat Simavi Stiftung, Preis für darstellende Künste, Türkei
  • 1983 Auszeichnung Wiking Grafik, Wettbewerb, Türkei
  • 1979 Auszeichnung DYO Wettbewerb für Malerei und Grafik, Türkei
  • 1977 Auszeichnung DYO Wettbewerb für Malerei und Grafik, Türkei
  • 1975 Preis der 36. staatlichen Kunstausstellung für Grafik, Türkei
  • 1974 DYO Wettbewerb für Malerei und Grafik, Türkei
  • 1973 Auszeichnung des DYO Wettbewerb für Malerei und Grafik, Türkei

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Mehmet Güler Meine Vergangenheit ist der Orient, Verlag auf dem Ruffel, Engelschoff (Erscheint Dezember 2017)
  • Mehmet Güler Güneşte Geçmiş, Dünya Verlag, Istanbul 2005
  • Dialog und Spannung, Edition schöne Bücher, Kettler Verlag, Dortmund 2014. Text: Thomas Hengstenberg
  • Im Rausch der Farben, Kulturamt Unna 2014, Texte: Prof. Dr. F.Günter Zehnder, Prof. Dr. Markus Müller, Prof. Dr. Kaya Özsezgin, Dirk Schwarze, Thomas Hengstenberg.
  • Friedliche Besetzung – Barışcıl Kuşatma, 1969–2000 Galerie Binyıl, Istanbul 2000, Text: Prof. Dr. KayaÖzsezgin
  • Friedliche Besetzung – Barışcıl Kuşatma, 1969–1999 Kulturamt Unna 1999, Text: Prof. Dr. Hans Ottomeyer
  • Die Fremde -Yabancı, 1985–1992 Galerie Benadam, Istanbul 1992, Text: Prof. Dr. F. Günter Zehnder
  • Michael Nungesser: Mehmet Güler – Vergangenheit in der Sonne, Berlin 1985
  • Volker Wiegand (Hrsg.): Mehmet Güler – Durch die glühende Hitze. Holzschnitte 1969 - 1985. Köln 1985

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c Ausstellung: Mehmet Güler – Orient und Okzident. In: abtei-brauweiler.de. 28. März 2013, abgerufen am 28. Dezember 2013.
  2. Dorothea Fohrbeck: Türkische Kulturarbeit in der Bundesrepublik Deutschland, 1983, S. 33.
  3. 21 NRW-Städte zeigen HERZ für UNICEF. In: stadt-ratingen.de. 28. Oktober 2013, abgerufen am 28. Dezember 2013.
  4. Mehmet Güler – Dialogversuch. In: kunst-magazin.de. Abgerufen am 28. Dezember 2013.
  5. Ausstellung Mehmet Güler –5. September 2003. In: dirkschwarze.net. Abgerufen am 28. Dezember 2013.
  6. Mehmet Gueler Website - Biographie. Abgerufen am 31. Januar 2018.
  7. Mehmet Gueler Website - Einzelausstellungen. Abgerufen am 31. Januar 2018.
  8. http://art.db.com/en/deutsche_bank_collection_artists.html#G, abgerufen am 28. Dezember 2013.
  9. Mehmet Güler. In: kulturtopografie-kassel.de. Abgerufen am 28. Dezember 2013.