Mercedes-Benz M 133

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Mercedes-AMG
Mercedes-Benz M 133
M 133
Hersteller: Mercedes-Benz
Produktionszeitraum: seit 2013
Funktionsprinzip: Otto
Bauform: Reihenvierzylinder
Motoren: 2,0 Liter (1991 cm³)
Vorgängermodell: keines
Nachfolgemodell: keines

Der M 133 ist ein Ottomotor mit vier Zylindern in Reihenanordnung von Mercedes-AMG, der seit Juni 2013 in der dritten Generation der A-Klasse (W 176) als A 45 AMG auf dem Markt verfügbar ist. Die Produktion erfolgt in Handarbeit bei der MDC Power GmbH in Kölleda.[1] Mit einer Hubraumleistung von 140 kW/l ist er der drittstärkste in Serie gefertigte Vierzylindermotor, der bislang in einem für den öffentlichen Straßenverkehr zugelassenen PKW-Modell ab Werk verbaut wurde (Motor 4B11T[2] im Mitsubishi Lancer Evolution X: 150 kW/l[3] und 161 kW/l[4]).

Technik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Beim M 133 handelt sich um einen Vierzylinder-Reihen-Ottomotor mit einem Hubraum von 1991 cm³. In der ursprünglichen Variante betrug die Leistung 265 kW (360 PS) bei 6000/min (Maximaldrehzahl: 6700/min) und das Drehmoment 450 Nm bei 2250 bis 5000/min. Seit 2015 beträgt die Leistung 280 kW (381 PS) bei 6000/min und das maximale Drehmoment 475 Nm bei 2250 bis 5000/min.

Im Bestpunkt erreicht der Motor einen spezifischen Kraftstoffverbrauch von 234 g/kWh. Der maximale effektive Mitteldruck beträgt über 28 bar.[5]

Grundmotor[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Motor basiert auf dem Front-Quer-Serienaggregat M 270, von dem er alle grundlegenden konstruktiven Maße, wie Bohrung (83 mm), Hub (92 mm) und den Zylinderabstand (90 mm) übernimmt, da eine größtmögliche Verblockung erzielt werden soll. Um die hohe spezifische Leistung zu erreichen, wurde das Triebwerk aber für höhere Zünddrücke von bis zu 150 bar angepasst. Das Verdichtungsverhältnis beträgt 8,6:1.[5]

Das im Kokillen-Kippgussverfahren hergestellte Kurbelgehäuse des M 133 ist in Closed-Deck-Bauweise ausgeführt und besteht aus der Aluminiumlegierung AlSi7Mg. Der Zylinderkopf besteht aus der Aluminiumlegierung AlSi10MgZr, bei der durch Beimengung von Zirkon eine Erhöhung der Wärmeleitfähigkeit erreicht wurde.[5]

Die Steuerung des Ladungswechsels erfolgt über vier Ventile pro Zylinder und zwei obenliegende, von einer Steuerkette angetriebene Nockenwellen. Sowohl für die Einlass- als auch für die Auslassnockenwelle ist eine Nockenwellenverstellung von jeweils 40° Kurbelwinkel möglich.[5]

Auch der Kurbeltrieb mit einer geschmiedeten Stahlkurbelwelle (44MnSiVS6) mit induktiv gehärteten Lagerlaufflächen, Grauguss-Kurbelwellenlagerdeckeln sowie geschmiedeten Kolben aus einer Rennsportlegierung mit reibleistungsoptimierten Kolbenringen tragen eine gewichtsoptimierende Funktion.[5] [6] Der M 133 wiegt nach DIN-Norm 147,8 kg.[5]

Luftführung & Aufladung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die gesamte Luftstrecke vom Lufteintritt bis zu den Einlasskanälen in die Zylinder ist mit einer Gesamtlänge von unter 1,2 m sehr kurz ausgelegt, um ein spontanes Ansprechverhalten zu ermöglichen. Der Motor ist mit einem Twinscroll-Abgasturbolader ausgestattet, wodurch der Drehmomentaufbau bereits in niedrigen Drehzahlbereichen schneller erfolgt. Der maximale Ladedruck beträgt 1,8 bar relativ zum Atmosphärendruck. Die Ladeluftkühlung erfolgt indirekt über einen separaten Niedertemperaturkühlkreis, wodurch die Ladelufttemperatur maximal um 25 K über der Umgebungstemperatur liegt.[5]

Einspritzung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der M 133 zählt zur Familie der BlueDirect-Ottomoren mit strahlgeführter Direkteinspritzung, bei dem in allen vier Brennkammern Piezo-Injektoren angebracht sind. Bei betriebswarmem Motor wird bis zu drei Mal je Arbeitsspiel eingespritzt (zwei Voreinspritzungen zur besseren Gemischaufbereitung), in der Aufwärmphase des Motors erfolgen bis zu fünf Einspritzungen je Arbeitsspiel, um die Partikelemissionen zu reduzieren. Vom Basismotor M 270 wurden die Injektor- und Zündkerzenposition, die Einlasskanalgeometrie sowie die gesamte Brennraumdach-Konfiguration übernommen.[5]

Kühlsystem[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Kühlsystem basiert größtenteils auf dem des im Sportwagen SLS AMG zum Einsatz kommenden Motors M 159, wurde jedoch um einen Niedertemperaturkreislauf für die Luft-Wasser-Ladeluftkühlung erweitert. Außerdem befindet sich im Radlauf ein Zusatzkühler. Die Wasserkühler werden mithilfe einer elektrischen Pumpe und durch den in Reihe geschalteten Ladeluftkühler durchströmt. Die Kühlung des Getriebeöls ist an den motorseitigen Hochtemperaturkühlkreislauf gekoppelt, jedoch wird das davon entnommene Kühlmittel zusätzlich durch einen liegenden, vor dem Kühlerpaket eingebauten Zusatzkühler herabgekühlt, bevor es in den am Getriebe angebrachten Wärmetauscher gelangt.

Durch die Neuauslegung des Kühlsystems können über den gesamten Kennfeldbereich und unter allen klimatischen Bedingungen Wassertemperaturen von unter 110 °C erreicht werden. Dazu wurde unter anderem die Förderleistung der Kühlmittelpumpe um 15 % erhöht.[5]

Varianten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

M 133 DE 20 AL*[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verkaufsbezeichnung Baureihe Bauzeitraum
Hubraum: 1991 cm³, Leistung: 265 kW (360 PS) bei 6000/min, Drehmoment: 450 Nm bei 2250–5000/min
CLA 45 AMG C 117 2013–8/2015
GLA 45 AMG X 156 2014–8/2015
A 45 AMG W 176 2013–8/2015
Hubraum: 1991 cm³, Leistung: 280 kW (381 PS) bei 6000/min, Drehmoment: 475 Nm bei 2250–5000/min[7][8]
Mercedes-AMG CLA 45 4MATIC C 117; X 117 seit 9/2015
Mercedes-AMG GLA 45 4MATIC X 156 seit 9/2015
Mercedes-AMG A 45 4MATIC W 176 seit 9/2015

 * Die Motorbezeichnung ist wie folgt verschlüsselt: M = Motor, Baureihe = 3 stellig, DE = Direkteinspritzung, Hubraum = Deziliter (gerundet), A = Abgasturbolader, L = Ladeluftkühlung

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Jörg Gindele, Thomas Ramsteiner, Jürgen Fischer, Bertram Tschamon: Der neue 2,0-L-Hochleistungs-Vierzylindermotor von Mercedes-AMG, in: MTZ - Motortechnische Zeitschrift 74 (2013), Nr. 9, S. 664-670, Springer Vieweg, Wiesbaden

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Produktionsstart des neuen AMG-Benzinmotors bei MDC Power, abgerufen am 30. Juli 2016
  2. Brixtons Mitsubishi Datenbank 4B11T, abgerufen am 10. Mai 2014
  3. Alles über Mitsubishi Lancer, abgerufen am 10. Mai 2014
  4. Performance für die Insel, abgerufen am 10. Mai 2014
  5. a b c d e f g h i Jörg Gindele, Thomas Ramsteiner, Jürgen Fischer, Bertram Tschamon: Der neue 2,0-L-Hochleistungs-Vierzylindermotor von Mercedes-AMG, in: MTZ - Motortechnische Zeitschrift 74 (2013), Nr. 9, S. 664-670, Springer Vieweg, Wiesbaden
  6. Die Kurbelgehäuse von M 270 und M 274 unterscheiden sich grundlegend, da der M 274 aufgrund des Längseinbaus bei vielen Bauteilen "spiegelverkehrt" aufgebaut ist. Das betrifft u.a. Kurbelwelle und Zylinderkopf. Ebenso unterscheidet sich der M 133 in wesentlichen Details vom ähnlichen M 270 (nur bei dem sind die Kurbelgehäuse von 1.6 und 2.0 identisch, unterscheiden sich aber auch da in wesentlichen Details und sind daher nicht beliebig zu verwenden!). Die Kurbelgehäuse sind nicht untereinander tauschbar!
  7. Die neue Generation der A-Klasse: So komfortabel wie nie, so dynamisch wie immer, abgerufen am 4. September 2015
  8. Mehr Leistung, mehr Fahrdynamik, mehr Individualität: Neue kompakte Mercedes-AMG Modelle ab sofort bestellbar, abgerufen am 4. September 2015