Meskalamdug

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Meskalamdug war ein Herrscher des sumerischen Stadtstaates Ur (archäologische Zeitstufe: Ed IIIa).

Er lebte etwa zwischen 2600 und 2500 v. Chr. und wird zur 1. Dynastie gezählt. Sein Sohn Mesanepada ist der erste König von Ur, der in der sogenannten sumerischen Königsliste, einem erhalten gebliebenen Keilschrift-Dokument, erwähnt wird.[1]

Archäologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Inmitten der Königsgräber von Ur befindet sich ein mit der Nummer 1054 bezeichnetes Grab, das einem Meskalamdug zugeordnet werden konnte. Ob es sich bei dieser Person um den Herrscher oder einen Namensvetter handelt, ist bislang allerdings nicht eindeutig geklärt.

Das in der Kampagne 1927-28 von Sir Sir Leonhard Woolley freigelegte ungestörte Schachtgrab mit den Maßen 2,5 x 1,5 m ist einer der reichsten Funde auf dem Königsfriedhof. In dem Schacht befand sich ein 1,70 x 0,65 x 0,50 m großer Holzsarg. Der Bestattete lag darin in linksseitiger Hockerstellung umgeben von mehreren prachtvollen Grabbeigaben. In der Nähe des Schädels lag ein goldener Helm in Form einer Perücke mit tiefen Sitz bis auf die Wangen, sowie ein Axtkopf aus Elektron. Auf Schulterhöhe befanden sich eine goldene Lampe und ein ebenfalls aus Elektron bestehender Kopf einer Doppelaxt. Im Brustbereich wurden zwei Goldschüsseln gefunden. Er trug einen silbernen Gurt, daran waren ein goldener Dolch und ein Wetzstein aus Lapislazuli. Vor dem Oberkörper des Skeletts lagen mehrere hundert Lasurit- und Goldperlen, Kopfschmuck, Armreife, Amulette, halbmondförmige Ohrringe und aus Golddraht geflochtene Ringe. Der Sarg war umgeben von weiteren Grabbeigaben. Sowohl an der Kopf- als auch an der Fußseite des Sarges fanden sich Reihen aufgestellter Speerspitzen. An weiteren Stellen innerhalb des Grabes fand man gruppenweise Stein-, Ton- und Metallgefäße, verzierte Dolche aus Gold und Bronze, des Weiteren Äxte, Speer- und Pfeilspitzen, kupferne Sägen. Auf zwei der goldenen Gefäße und einer Lampe befand sich die Inschrift „Mes-kalam-dug der Held des Edlen Landes“.

In einer in Mari von André Parrot auf einer Perle entdeckten Siegelinschrift wird Meskalamdug explizit als Vater des Königs Mes-ane-pada bezeichnet. Diese beiden Inschriften sowie die Lage des Grabes auf dem Königsfriedhof sind die Grundlage der These, dass es sich bei dem Bestatteten um den Herrscher Meskalamdug handelt. Die Vertreter der Namensvetter-These verweisen auf die vergleichsweise bescheidene Grabausstattung und auf die sich von den eigentlichen Königsgrüften unterscheidende Bestattungsform. Woolley selbst vertrat anfänglich die Herrscher-These, später allerdings änderte er seine Meinung dahingehend, dass der Bestattete selbst kein König war, ohne seine Eigenschaft als Vater des Königs Mes-ane-pada in Frage zu stellen.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • John Reader: Cities. Grove 2006, ISBN 0-8021-4273-7
  • Jane R. McIntosh: Ancient Mesopotamia: New Perspectives. ABC-CLIO, Santa Barbara (California) 2005, ISBN 1-576-07965-1
  • C. L. Woolley, Ur Excavations II. The Royal Cemetery, New York 1934, S. 150-163
  • R. L. Zettler & D. Hansen (Hrsg.), Treasures from the Royal Tombs of Ur, Philadelphia 1998, S. 24-25 ISBN 0-92-417154-5

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Jane R. McIntosh: Ancient Mesopotamia: New Perspectives. S. 73.


Vorgänger Amt Nachfolger
unbekannt König von Ur
um 2550 v. Chr.
Akalamdug