Methode

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Methode (Begriffsklärung) aufgeführt.

Unter einer Methode versteht man ein systematisches Verfahren, eine Handlungsvorschrift, die darauf ausgerichtet ist, ein gesetztes Ziel mit Genauigkeit und Effizienz zu erreichen. Methoden basieren auf einem bewussten Plan und bestehen gewöhnlich aus einer Abfolge vorab festgelegter Einzelschritte.[1] Zu unterscheiden sind Methoden u. a. von Mitteln, Taktiken und Strategien, aber auch von reinen Verhaltensmustern; auch letztere bringen häufig absehbare Ergebnisse hervor, ihnen fehlt jedoch die für Methoden grundlegende Intentionalität. Von Ritualen unterscheiden Methoden sich dadurch, dass sie sich nicht in Symbolischem erschöpfen, sondern bei sachgerechter Anwendung prüfbare Ergebnisse hervorbringen.

Neben empirisch-wissenschaftlich gesicherten Methoden gibt es Methoden, die rein erfahrungsbasiert sind. Manche davon sind faktisch wirkungslos, werden aufgrund kognitiver Verzerrungen (z. B. dem Law of the instrument entsprechend) von vielen Anwendern aber dennoch für wirksam gehalten; ein Beispiel ist das bis ins 19. Jahrhundert verbreitete Heilverfahren des Aderlasses.

Diejenige Teildisziplin der Wissenschaftstheorie, die sich als Metawissenschaft mit den allgemeinen Prinzipien der wissenschaftlichen Methoden beschäftigt, wird Methodologie genannt. Demgegenüber bezeichnet Methodik die Gesamtheit der Methoden eines individuellen Fachgebietes.

Anwendungsbereiche[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Philosophie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Erkenntnistheorie versteht man unter Methoden systematisierte Verfahren zur Gewinnung von Erkenntnissen; siehe: Methode (Erkenntnistheorie).

Auch die Hermeneutik kennt Methoden als Verfahren zur Gewinnung von Erkenntnissen; siehe: Hermeneutik (Methode).

Pädagogik und Bildungswissenschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Erziehung ist nach Émile Durkheim methodische Sozialisation. Von „naturwüchsiger“ Sozialisation unterscheidet sie sich durch den Einsatz von Erziehungsmethoden. Diese pädagogischen Methoden folgen der Maßgabe von Erziehungsnormen, die ihrerseits auf Erziehungskonzepte und Erziehungsziele ausgerichtet sind.

In den Bildungswissenschaften werden überdies Lehr- und Lernmethoden beschrieben.

Medizin[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Medizin verwendet Behandlungsmethoden; siehe: Medizinische Leitlinie.

Während die wissenschaftlich orientierte Medizin („Schulmedizin“) vorzugsweise solche Heilmethoden verwendet, die sich in wissenschaftlichen Studien als wirksam erwiesen werden, stehen in der „Alternativmedizin“ erfahrungsbasierte Methoden im Vordergrund.

Technik und Produktionswesen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Messtechnik bilden Methoden allgemeine Beschreibungen der logischen Abfolge von Arbeitsschritten; siehe: Methode (Mess- und Prüftechnik).

Handwerk und Industrie verwenden Fertigungsverfahren. Bei der Herstellung chemischer Produkte spielt die Verfahrenstechnik eine Rolle, die hier eine selbstständige Ingenieurwissenschaft bildet.

Informatik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Softwaretechnik kennt Methoden als systematische Vorgehensweisen bei der Erstellung von Software; siehe: Methode (Softwaretechnik).

In der objektorientierten Programmierung bilden Methoden ausführbare Bestandteile von Objektklassen; siehe: Methode (Programmierung).

Handlungsvorschriften zur Lösung von Problemen oder Klassen von Problemen werden beim Programmieren generell als Algorithmen bezeichnet.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Wiktionary: Methode – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
  Wikiquote: Methode – Zitate

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. method. Abgerufen am 7. Januar 2016 (www.businessdictionary.com). method. Abgerufen am 7. Januar 2017 (www.dictionary.com).