Metrocable (Caracas)

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MetroCable San Augustin
Metrocable san agustin.jpg
Ort Caracas
Typ Gondelbahn
in Betrieb seit 20. Januar 2010
Netzlänge 1,8 km
Linien 1
Stationen 5
Betreiber Metro de Caracas
MetroCable Mariche
Metrocable mariche palo verde, caracas venezuela 2012 2.JPG
Ort Caracas
Typ Gondelbahn
in Betrieb seit 10. Dezember 2012
Netzlänge 4,75 km
Linien 1
Stationen 2
Betreiber Metro de Caracas

Metrocable Caracas ist ein in das Netz der Metro Caracas integriertes System von Seilbahnen, um die Bewohner der in den bergigen Gegenden gelegenen Stadtviertel von Caracas schnell und sicher in das Stadtzentrum und wieder zurück zu befördern. Es fungiert als Zubringer zur Metro.

Geschichte[Bearbeiten]

Nach dem Vorschlag von Stadtplanern[1] begann die Stadtverwaltung von Caracas, ein Netz von Seilbahnen aufzubauen, das als Nahverkehrssystem in die ärmsten Gegenden der Hauptstadt reichen soll, ähnlich der zum U-Bahn-Netz in Medellín (Kolumbien) gehörenden Seilbahnen, und legte dazu den Grundstein am 29. November 2006.

Am 20. April 2007 begannen die Bauarbeiten der ersten Linie, die vom Bezirk San Agustín zur Station Parque Central verläuft und dort an das U-Bahn-Netz anknüpft. Verantwortlich für den Bau war das Ministerium für Infrastruktur, die österreichische Firma Doppelmayr und das schon länger in Venezuela tätige brasilianische Unternehmen Odebrecht.

Im Dezember 2009 trat MetroCable Caracas in die Testphase, und im Januar 2010 wurden die ersten Nutzer des Systems befördert. Hierbei handelte es sich um Gemeindeleiter, die von der Station Hornos de Cal zur Station Parque Central fuhren.

Am 20. Januar 2010 fand schließlich die offizielle Einweihung statt.

Knapp drei Jahre danach war die Seilbahn Palo Verde – Mariche fertiggestellt, die am 10. Dezember 2012 eröffnet wurde. Ihre Talstation liegt einige Meter oberhalb der U-Bahnstation Palo Verde, ihre Bergstation in dem fast 5 km entfernten Industrievorort Mariche. Es handelt sich ebenfalls um eine Gondelbahn, die jedoch die Entfernung ohne Zwischenstationen in einer langen Sektion überwindet.

Seit 2013 ist auch der erste Abschnitt des Cabletren Bolivariano in Betrieb, der von der U-Bahn-Station Petare (10° 28′ 44″ N, 66° 48′ 23″ W10.478888888889-66.806388888889) entlang der Autobahn A-01 nach Norden fährt und die zukünftige U-Bahn-Station Warairarepano erreichen soll. Es handelt sich um einen Cable Liner von Doppelmayer. Er bedient bisher die Stationen 19 de Abril und 5 de Julio, die ihren Namen von den oberhalb der Strecke liegenden Barrios ableiten.

Linien und Stationen[Bearbeiten]

Die Stationen der Seilbahnlinien sind:

MetroCable Parque Central – San Augustin
Station Koordinate Länge in m
Parque Central 10° 29′ 50″ N, 66° 54′ 6″ W10.497305555556-66.90175
Hornos de Cal 10° 29′ 30″ N, 66° 54′ 7″ W10.491555555556-66.902027777778 0634
La Ceiba 10° 29′ 26″ N, 66° 54′ 21″ W10.490638888889-66.905916666667 0437
El Manguito 10° 29′ 28″ N, 66° 54′ 33″ W10.491027777778-66.909222222222 0364
San Augustin 10° 29′ 39″ N, 66° 54′ 35″ W10.494166666667-66.909833333333 0355
Gesamte Länge 1790
MetroCable Palo Verde – Marique
Station Koordinate Länge in m
Palo Verde 10° 28′ 41″ N, 66° 47′ 54″ W10.478055555556-66.798333333333
Mariche 10° 27′ 24″ N, 66° 45′ 38″ W10.456666666667-66.760555555556 4750

Derzeit laufen Studien zu einer Seilbahn-Linie in El Valle, die aus zwei Abschnitten bestehen soll, einem zur Station El Valle und einen zur Station La Bandera.

Auch ist geplant, beim Bau der U-Bahnlinie Guarenas-Guatire eine weitere Seilbahnlinie zu errichten, welche die Station Caucagüita mit dem Industriegebiet Mariche verbinden soll, das südöstlich der Gemeinde Sucre gelegen ist.

Station „Parque Central“
Innenansicht der Station „Hornos de Cal“

Einheiten[Bearbeiten]

Die Kabinen wurden von der Firma CWA hergestellt und haben Platz für 8 Personen. Sie sind aus Aluminium gebaut und arbeiten mit einem elektrischen Bordnetz. Jede Kabine hat Innenbeleuchtung und ein Kommunikationssystem. Die Gondeln fahren im Takt von 27 Sekunden, was die Beförderung von 15.000 bis 20.000 Menschen pro Tag ermöglicht.

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Herbert Klumpner: Urban Think Tank. (PDF; 1,0 MB) abgerufen am 17. Oktober 2011
Georeferenzierung Karte mit allen Koordinaten: OSM, Google oder Bing