Meyers Flieder

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Meyers Flieder
Syringa meyeri - Botanischer Garten München-Nymphenburg - DSC07603.JPG

Meyers Flieder (Syringa meyeri)

Systematik
Asteriden
Euasteriden I
Ordnung: Lippenblütlerartige (Lamiales)
Familie: Ölbaumgewächse (Oleaceae)
Gattung: Flieder (Syringa)
Art: Meyers Flieder
Wissenschaftlicher Name
Syringa meyeri
C.K.Schneid.

Meyers Flieder[1] (Syringa meyeri) ist ein kleiner Strauch mit violetten bis weißen Blüten aus der Familie der Ölbaumgewächse (Oleaceae). Das natürliche Verbreitungsgebiet liegt im Norden von China. Die Art wird häufig als Zierstrauch verwendet.

Beschreibung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blütenstand und Blätter

Meyers Flieder ist ein bis zu 1,5 Meter hoher, locker aufgebauter Strauch mit schwach vierkantigen, kahlen oder schwach flaumhaarigen Zweigen. Endknospen fehlen. Die Laubblätter haben einen 0,6 bis 1,5 Zentimeter langen Stiel. Die Blattspreite ist einfach, 1 bis 5 Zentimeter lang und 0,8 bis 3,5 Zentimeter breit, elliptisch-eiförmig bis elliptisch-verkehrt-eiförmig, seltener eiförmig, breit eiförmig oder rundlich, mit unbewimpertem Blattrand[2], spitzer, kurz zugespitzter oder stumpfer Spitze und keilförmiger oder mehr oder weniger abgerundeter Basis. Die fünf Blattadern sind handförmig oder beinahe handförmig angeordnet. Die Blattoberseite ist grün und kahl, die Unterseite ist heller und entlang den Blattadern behaart.[3][4]

Die Blüten wachsen in 2,5 bis 10 Zentimeter langen und 2,5 bis 4 Zentimeter durchmessenden, aufrecht stehenden und dicht behaarten Rispen. Die Blütenstiele sind 1 bis 2 Millimeter lang. Der Kelch ist dunkel purpurn, etwa 3 Millimeter lang, kahl oder schwach flaumhaarig. Die Blütenkrone ist 1,7 bis 2,0 Zentimeter lang, blauviolett, bläulich rot, bläulich rosa oder weiß. Die Kronröhre ist 0,5 bis 1,5 Zentimeter lang und mehr oder weniger zylindrisch. Die Kronzipfel sind länglich und ausgebreitet. Die Staubbeutel sind anfangs hellbraun, werden später schwarz und liegen unterhalb des Schlundes. Als Früchte werden 1 bis 2 Zentimeter lange, ovale und deutlich mit Korkporen besetzte Kapseln gebildet.[3][4]

Verbreitung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das natürliche Verbreitungsgebiet liegt in China in der Provinz Liaoning.[5] Meyers Flieder wächst in Strauchflächen an Berghängen auf trockenen bis frischen, schwach sauren bis stark alkalischen, sandig-humosen oder lehmig-humosen, nährstoffreichen Böden an sonnigen bis lichtschattigen Standorten. Die Art ist frosthart.[3][4]

Systematik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Meyers Flieder (Syringa meyeri) ist eine Art aus der Gattung der Flieder (Syringa) in der Familie der Ölbaumgewächse (Oleaceae). Dort wird sie der Tribus Oleeae zugeordnet.[5] Die Art wurde von Camillo Karl Schneider 1912 erstmals wissenschaftlich beschrieben.[5] Der Gattungsname Syringa wurde von Linné 1753 gewählt, zuvor ab etwa dem 16. Jahrhundert wurde der Name sowohl für den Gemeinen Flieder (Syringa vulgaris) als auch für den Europäischen Pfeifenstrauch (Philadelphus coronarius) verwendet. Er kann wahrscheinlich von der griechischen „syrigs“ abgeleitet werden, einem Blasinstrument, das man aus den Ästen des Pfeifenstrauchs herstellen kann.[6]

Es werden zwei Varietäten unterschieden:[4]

  • Syringa meyeri var. meyeri mit 2 bis 5 Zentimeter langen, 1,5 bis 3,5 Zentimeter breiten, elliptisch-eiförmigen oder elliptisch-verkehrt-eiförmigen, seltener eiförmigen oder mehr oder weniger runden Blattspreiten. Die Blüten stehen dicht, die Blütenkrone ist blauviolett, die Kronröhre etwa 1,5 Zentimeter lang. Die Varietät blüht von April bis Juni und von August bis September.[7]
  • Syringa meyeri var. spontanea M. C. Chang mit 1 bis 2 Zentimeter langen, 0,8 bis 1,8 Zentimeter breiten und mehr oder weniger runden bis breit eiförmigen Blattspreiten. Die Blüten stehen locker, die Blütenkrone ist bläulich rot oder weiß, die Kronröhre etwa 0,5 bis 0,8 Zentimeter lang. Die Varietät blüht im Mai, die Früchte reifen von September bis Oktober. Pflanzen mit bläulich roten Blüten und weißen Blüten werden unterschiedlichen Formen (f. spontanea und f. alba) zugeordnet.[8]

Verwendung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Meyers Flieder wird häufig aufgrund seiner dekorativen und duftenden Blüten als Zierstrauch verwendet. Die Sorte 'Palibin' unterscheidet sich von der Art durch einen niedrigeren, dicht verzweigten und kompakteren Wuchs. Die Blüten wachsen in kleinen und zahlreichen Rispen. Sie sind in der Knospe purpurrot, aufgeblüht weißlich rosa und blühen schon meist auch auf jungen Pflanzen. Die Sorte blüht im Juni.[3][2]

Nachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Wu Zheng-yi, Peter H. Raven (Hrsg.): Flora of China. Volume 15: Myrsinaceae through Loganiaceae. Science Press/Missouri Botanical Garden Press, Beijing/St. Louis 1996, ISBN 0-915279-37-1, S. 284 (englisch).
  • Andreas Roloff, Andreas Bärtels: Flora der Gehölze. Bestimmung, Eigenschaften und Verwendung. Mit einem Winterschlüssel von Bernd Schulz. 3., korrigierte Auflage. Eugen Ulmer, Stuttgart (Hohenheim) 2008, ISBN 978-3-8001-5614-6, S. 640.
  • Jost Fitschen: Gehölzflora. 12., überarbeitete und ergänzte Auflage. Quelle & Meyer, Wiebelsheim 2007, ISBN 3-494-01422-1, S. 829.
  • Helmut Genaust: Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen. 3., vollständig überarbeitete und erweiterte Auflage. Nikol, Hamburg 2005, ISBN 3-937872-16-7 (Nachdruck von 1996).

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Deutscher Name nach Roloff et al.: Flora der Gehölze, S. 640 und nach Fitschen: Gehölzflora, S. 829
  2. a b Fitschen: Gehölzflora, S. 829
  3. a b c d Roloff et al.: Flora der Gehölze, S. 640
  4. a b c d Mei-chen Chang, Lien-ching Chiu, Zhi Wei, Peter S. Green: Syringa meyeri, in der Flora of China, Band 15, S. 284
  5. a b c Syringa meyeri. In: Germplasm Resources Information Network (GRIN). United States Department of Agriculture, abgerufen am 23. Juni 2012 (englisch).
  6. Genaust: Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen, S. 625
  7. Mei-chen Chang, Lien-ching Chiu, Zhi Wei, Peter S. Green: Syringa meyeri subsp. meyeri, in der Flora of China, Band 15, S. 284
  8. Mei-chen Chang, Lien-ching Chiu, Zhi Wei, Peter S. Green: Syringa meyeri subsp. spontanea, in der Flora of China, Band 15, S. 284

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Meyers Flieder (Syringa meyeri) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
  • Syringa meyeri. In: The Plant List. Abgerufen am 23. Juni 2012 (englisch).