Michael Beriegel

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Michael Beriegel (auch Berigel oder Briegel; * um 1630; † 1687/1693) war ein deutscher Orgelbauer, der in Norddeutschland wirkte.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Michael Beriegel war ein Schüler und Schwiegersohn des Orgelbauers Friedrich Stellwagen, dessen Tochter Catharina Elisabeth (* 1638; † nach 1693) er heiratete.[1] Er lebte in Lüneburg und wirkte in dessen Umgebung bis nach Mecklenburg. Ab 1669 baute er eine neue Orgel für den Dom zu Cammin in Pommern mit drei Manualen und 40 Registern, deren Prospekt bis heute erhalten ist. In jener Zeit lebte er wahrscheinlich in Stettin. Sein Sohn David Georg (auch David Jürgen) arbeitete mit ihm zusammen in Sternberg.[2]

Werkliste (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der fünften Spalte bezeichnet die römische Zahl die Anzahl der Manuale, ein großes „P“ ein selbstständiges Pedal und die arabische Zahl in der vorletzten Spalte die Anzahl der klingenden Register. Die letzte Spalte führt Besonderheiten und weiterführende Weblinks links. Erhaltene historische Gehäuse (mit modernen Orgeln) werden durch Kursivschrift angezeigt.

Jahr Ort Gebäude Bild Manuale Register Bemerkungen
1664 Lübeck Marienkirche I 5 Neubau eines Positivs; nicht erhalten[3]
1661–1665 Lüneburg Lambertikirche III/P 40 Umbau der Orgel eines unbekannten Orgelbauers, Reduzierung von 60 auf 40 Stimmen; nicht erhalten[4]
1668 Sülfeld Kirche Sülfeld Vertrag über Neubau; nicht erhalten[5]
1670, 1677–1684 Lübeck Marienkirche, Große Orgel
Marienkirche before 1942.jpg
III/P 54 Reparaturen und Stimmarbeiten an der Orgel von Friedrich Stellwagen; nicht erhalten[6]
1673 Hamburg-Bergedorf St. Petri und Pauli große Reparatur der Orgel von Hans Scherer dem Ältere (1593); nicht erhalten
1674 Hamburg-Curslack St. Johannis Reparatur der Orgel von 1622; nicht erhalten
1678 Lüdingworth St.-Jacobi-Kirche II/P 20 Umbauten und Reparaturen der Orgel von Antonius Wilde (1598/1599) → Orgel der St.-Jacobi-Kirche (Lüdingworth)[7]
1679–1682 Cammin Dom zu Cammin
Kamien03.JPG
III/P 40 Neubau; verändertes Gehäuse und Prospektpfeifen erhalten
Orgel des Camminer Doms
[8]
1684 Lübeck Marienkirche I 5 Reparaturen des Positivs; nicht erhalten
1683–1687 Sternberg, Mecklenburg Stadtkirche Sternberg II/P 24 Reparaturen; nicht erhalten[9]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Ibo Ortgies: Stellwagen, Friedrich. In: Uwe Pape, Wolfram Hackel (Hrsg.): Sachsen-Anhalt und Umgebung (= Lexikon norddeutscher Orgelbauer. Band 3). Pape Verlag, Berlin 2015, S. 555.
  2. Douglas E. Bush, Richard Kassel (Hrsg.): The Organ. An Encyclopedia. Routledge, New York, London 2006. ISBN 0-4159-4174-1. S. 539, eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche
  3. Kerala J. Snyder: Partners in Music Making. Organist and Cantor in Seventeenth-Century Lübeck. In: Dies. (Hrsg.): The Organist as Scholar. Essays in Memory of Russell Saunders. Pendragon Press, New York 1994, S. 233–256, hier S. 251, eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche.
  4. Gustav Fock: Arp Schnitger und seine Schule. Ein Beitrag zur Geschichte des Orgelbaues im Nord- und Ostseeküstengebiet. Bärenreiter, Kassel 1974, ISBN 3-7618-0261-7, S. 105.
  5. Gemeindebrief der Ev.-luth. Kirchengemeinde Sülfeld. Nr. 38, 2015, S. 41 (PDF).
  6. Ibo Ortgies: Über den Umbau der großen Orgel der Marienkirche zu Lübeck durch Friederich Stellwagen 1637–1641. In: Cleveland Johnson (Hrsg.): Orphei organi antiqui, Essays in Honor of Harald Vogel. Westfield Center, Seattle 2006, S. 313–335, hier: S. 314.
  7. Präsentation Orgel Lüdingworth, Arp Schnitger Orgel Datenbank.
  8. Urania. Musik-Zeitschrift für Orgelbau. 25. Jahrgang, 1868, S. 86.
  9. Orgelbauer in Mecklenburg Orgelmuseum Malchow