Michael Bohnet

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Michael Bohnet (* 10. Juni 1937 in Berlin) ist außerplanmäßiger Professor im Ruhestand für Volkswirtschaftslehre und Ministerialdirektor i. R. (Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, BMZ). Er ist Beauftragter des BMZ für die neuen EU-Länder.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bohnet legte 1956 am Kepler-Gymnasium in Freudenstadt (Schwarzwald) sein Abitur ab. Von 1956 bis 1959 studierte er Technische Volkswirtschaftslehre an der Technischen Hochschule Karlsruhe (Technische Hauptprüfung im Fach Maschinenbau 1959), danach Volkswirtschaftslehre an der Freien Universität Berlin (Diplom-Volkswirt 1962). Von 1962 bis 1966 war Bohnet wissenschaftlicher Assistent am Lehrstuhl für Wirtschaftstheorie bei Paulsen an der Freien Universität Berlin. Er promovierte an der FU Berlin 1966 mit dem Thema „External Economies unter besonderer Berücksichtigung ihrer Bedeutung für Entwicklungsländer“ zum Dr. rer. pol. Es folgte eine Tätigkeit als wissenschaftlicher Referent beim ifo Institut für Wirtschaftsforschung in München.

Michael Bohnet ist seit 1970 verheiratet und hat zwei Söhne.

1973 trat Bohnet in das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit (BMZ) ein und arbeitete in der dortigen Planungsgruppe. 1974 kehrte er nach München zurück und übernahm die Leitung der Afrika-Studienstelle und der Abteilung Entwicklungsländer des Ifo-Instituts. 1978 wechselte Bohnet wiederum ins BMZ und übernahm dort die Leitung des Planungs- und Forschungsreferats. Ab 1982 leitete er das UN-Referat des BMZ, von 1985 bis 1990 das Evaluierungs- und Inspektionsreferat des BMZ. 1990 habilitierte sich Bohnet im Fach Volkswirtschaftslehre an der Universität Duisburg. Seine Habilitationsschrift behandelte das Thema „Umschuldungen öffentlicher und privater Forderungen an Entwicklungsländer“. 1990 wurde er zum Unterabteilungsleiter im BMZ berufen. Er übernahm die Leitung der Unterabteilung „Sektorale und übersektorale Entwicklungspolitik“. 1994 wurde Bohnet zum außerplanmäßigen Professor für Volkswirtschaftslehre an der Universität Duisburg ernannt, wo er bis zum Jahre 2004 lehrte. Von 1992 bis 1998 war Bohnet zentraler Verhandler bei den acht großen Weltkonferenzen: Umwelt- und Entwicklung in Rio (1992), Bevölkerungspolitik in Kairo (1994), Kleine Inselstaaten in Barbados (1994), Weltfrauenkonferenz in Peking (1995), Weltsozialgipfel in Kopenhagen (1995), Weltstädte-Gipfel in Istanbul (1996), Welternährungsgipfel in Rom (1996) und Sondergeneralversammlung Drogen in New York (1998). 1998 übernahm Bohnet im BMZ die Leitung der Abteilung „Multilaterale Zusammenarbeit, Entwicklungspolitik der Europäischen Union, Sektorale und Übersektorale Entwicklungspolitik“, im Jahre 1999 die Leitung der Abteilung „Bilaterale Entwicklungszusammenarbeit, Integration aller entwicklungspolitischen Maßnahmen“ und gleichzeitig die Aufgabe des stellvertretenden Staatssekretärs. Überdies war er von Ende 2001 bis Ende 2002 Sonderbeauftragter des BMZ für den Wiederaufbau Afghanistans. Seit 2003 ist Bohnet Beauftragter des BMZ für die neuen EU-Länder.

Publikationen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bücher:

  • Die Konzepte der External Economies unter besonderer Berücksichtigung ihrer Bedeutung für Entwicklungsländer. Berlin 1968
  • Das Nord-Süd-Problem, Konflikte zwischen Industrie- und Entwicklungsländern. München 1971, 5 Auflagen
  • Applied Research and its Impact on Economic Development: the East African Case. München 1972
  • Entwicklungsforschung und Entwicklungspolitik, eine Bilanz des Afrika-Forschungsprogramms des Ifo-Instituts. Teil 1 und Teil 2, München 1973
  • Einkommensverteilung in Entwicklungsländern. München 1976
  • Auf Fehlern lernen, 9 Jahre Erfolgskontrolle der Projektwirklichkeit, Ergebnisse und Schlussfolgerungen. Bonn 1986
  • Umschuldungen öffentlicher und privater Forderungen an Entwicklungsländer. Hamburg 1990
  • 40 Jahre Brücken zwischen Entwicklungsforschung und Entwicklungspolitik, Ökonomische, ökologische, politische, soziale und kulturelle Bezüge, Scientia Bonnensis, Bonn 2011, ISBN 978-3-940766-43-4
  • Geschichte der deutschen Entwicklungspolitik: Strategien, Innenansichten, Zeitzeugen, Herausforderungen, Konstanz/München, UVK Verlagsgesellschaft 2015 (utb4320), ISBN 978-3-8252-4320-3.

Mitgliedschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Wissenschaftlicher Beirat des BMZ (Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung)
  • Vorstand der Europäischen Vereinigung von Entwicklungsforschungsinstituten (EADI)
  • Wissenschaftlicher Beirat des Fortbildungszentrums für Wirtschaftsstatistiker aus Entwicklungsländern in München.
  • Deutsches Institut für Afrikakunde, Hamburg
  • Deutsches Orient Institut, Hamburg
  • Deutsches Übersee-Institut, Hamburg
  • Gesellschaft zur Förderung der Forschung und Ausbildung auf dem Gebiet der internationalen technischen und wirtschaftlichen Zusammenarbeit an der TH Aachen
  • Kommission für internationale Bevölkerungsfragen der Deutschen Gesellschaft für die Vereinten Nationen, Bonn
  • Kuratorium des Fraunhofer-Instituts für Solare Energiesysteme, Freiburg
  • Ausschuss der EKD (Evangelische Kirche Deutschlands) „Kirchliche Mittel für Entwicklungsdienste“, Hannover
  • Umweltbeirat der Volksrepublik China (China Council for International Corporation on Environment and Development).
  • Vorstand des Instituts für Entwicklung und Frieden (INEF) an der Universität Duisburg
  • Advisory Board des Zentrums für Entwicklungsforschung (ZEF) an der Universität Bonn
  • Vergabeausschuss der Stiftung Entwicklungszusammenarbeit des Landes Baden-Württemberg
  • Kuratorium der Dreyerstiftung, München
  • Vorsitzender des Kuratoriums des Institutes für Entwicklungsforschung und Entwicklungspolitik der Ruhr-Universität Bochum.

Ehrungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1996 Times, Liste 100 wichtigsten Persönlichkeiten im Bereich „Umwelt und Entwicklung“
  • 2002 Bundesverdienstkreuz 1. Klasse