Michael Hebenstreit

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Michael Hebenstreit (* um 1812; † nach 1875) war ein österreichischer Kapellmeister und Komponist für Bühnenmusik.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Über Michael Hebenstreits Leben ist so gut wie nichts überliefert, lediglich einige wenige Partituren sind erhalten geblieben. Er war ein Nachfolger von Adolf Müller senior als Kapellmeister sowie auf dem Gebiet der Bühnenmusik und arbeitete oft mit Johann Nestroy zusammen. Seine Wirkungsstätte war das Leopoldstädter Theater, nach dem Abriss und Neubau unter Direktor Carl Carl seit Dezember 1847 Carltheater genannt, wo er bis zu seinem Tode, nach 1875, tätig war.

Nach der Premiere von Höllenangst am 17. November 1849 schrieb der Österreichische Courier vom 20. November 1849 (Nr. 276, S. 1104) über Hebenstreits Musik eher abfällig, sie wäre „– gelinde bezeichnet – mittelmäßig“.[1]

Hebenstreit war der Entdecker und Förderer der Opernsängerin Etelka Gerster (1855–1920). Da er sie von 1874 bis 1875 am früheren Wiener Konservatorium[2] unterrichtete, muss sein Todesjahr nach 1875 liegen.[3]

Kompositionen (soweit überliefert)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

für Johann Nestroy[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

für andere Autoren[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Josef Kilian Schickh:
    • Das Zauber-Diadem oder Abenteuer eines Stubenmädels (1836).
  • Wilhelm Turteltaub:
    • Nur eine löst den Zauberspruch, oder Wer ist glücklich? (1841).
  • Friedrich Hopp:
    • Doktor Faust's Hauskäppchen oder Die Herberge im Walde (um 1850)
    • Der Pelzpalatin und der Kachelofen, oder Der Jahrmarkt zu Rautenbrunn (1853).
  • Friedrich Kaiser:
    • Eine Posse als Medizin (1850).
    • Mönch und Soldat (1850).
    • Dienstbothenwirthschaft, oder Chatoulle und Uhr (1852).
    • Müller und Schiffmeister (1853).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Kurzbiographie in Johann Nestroy: Der Gesang ist ein Proteus: Theaterlieder beim Clavier zu singen : mit Reproduktionen von Entwürfen, Partituren und Drucken und einer CD "Wie klingt ein Nestroy-Lied?" Hrsg.: Urs Helmensdorfer (= Wien - Musik und Theater. Band 1). LIT Verlag Münster, 2010, ISBN 978-3-8258-0742-9, S. 100 (169 S., eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  • Werkverzeichnis auf Münchner DigitaliserungsZentrum
  • Werkverzeichnis auf Herbert Jacob, Marianne Jacob, Thomas Lindenberg, Evelyn Binder: N-O, Band 3. Hrsg.: Thomas Lindenberg (= Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften [Hrsg.]: Deutsches Schriftsteller-Lexikon, 1830-1880: Goedekes Grundriss zur Geschichte der deutschen Dichtung, Fortführung). Walter de Gruyter, Berlin 2011, ISBN 978-3-05-005194-9, S. 92–95 (442 S., eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Jürgen Hein (Hrsg.): Johann Nestroy, Stücke 27/II. In: Jürgen Hein, Johann Hüttner, Walter Obermaier, W. Edgar Yates: Johann Nestroy, Sämtliche Werke, Historisch-kritische Ausgabe. Franz Deuticke Verlagsgesellschaft, Wien 1996, ISBN 3-216-30238-5, S. 137.
  2. nicht zu verwechseln mit dem 1938 gegründeten Konservatorium Wien Privatuniversität
  3. Handbuch österreichischer Autorinnen und Autoren jüdischer Herkunft: 18. bis 20. Jahrhundert, S. 414.