Miltscho Lewiew

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Miltscho Issakow Lewiew (bulgarisch Милчо Левиев; meist Milcho Leviev; * 19. Dezember 1937 in Plovdiv, Bulgarien) ist ein amerikanischer Jazzpianist, Komponist und Arrangeur bulgarischer Herkunft.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Miltscho Lewiew studierte Musik an der Nationalen Musikakademie „Prof. Pantscho Wladigerow“ Komposition unter Professor Pancho Vladigerov und Klavier unter Professor Andrei Stoyanov. Seine professionelle Karriere begann er als Komponist am Theater in Plovdiv. Außerdem leitete er die Big Band des Bulgarischen Rundfunks in der Nachfolge von Emil Georgiev. Seine innovativen Ideen bei Stücken wie Studia, Blues in 9 oder Anti-waltz wurden als geglückte Synthese von bulgarischer Folklore und Jazz gewertet. Von 1963 bis 1968 arbeitete er als Solist und Leiter der Sinfonie-Orchester von Sofia. 1965 gründete er mit Simeon Shterev die Formation Jazz Focus ‘65, mit der er bis 1970 Tourneen unternahm und auf internationalen Jazzfestivals in Montreux, Prag und Sofia auftrat.[1]

1970 verließ Lewiew Bulgarien aus politischen Gründen; für kurze Zeit lebte er in der Bundesrepublik Deutschland, wo er u. a. mit dem Jazzensemble des Hessischen Rundfunks zusammenarbeitete. Er wanderte dann in die USA aus, wo er als Komponist, Arrangeur und Pianist zunächst bei Don Ellis (1971–1976) wirkte und die komplexen Balkanrhythmen für Big Band umsetzte. Weiterhin arbeitete er bei Billy Cobham (1971–77). Lewiew, der 1977 amerikanischer Staatsbürger wurde, war außerdem musikalischer Direktor bei Lainie Kazan (1977–80), spielte mit John Klemmer, Art Pepper, Roy Haynes und Carmen McRae. Mit Art Pepper nahm er einige Alben zwischen 1980 und 1983 auf und tourte mit ihm durch Europa. Zur gleichen Zeit leitete er seine Formation Free Flight. Nach 1983 war er musikalischer Direktor der Jazz Sessions im Comeback Inn in Venice, Kalifornien. Mit Dave Holland gab er Konzerte in Japan (1983-86) und spielte als Klavier-Solist in Europa (1985-86). Lewiew unterrichtete Jazz-Komposition an der Universität von Südkalifornien. An der Universität von Sofia leitete er Meisterklassen.

Lewiew komponierte mehrere sinfonische und kammermusikalische Werke sowie Musik für Big Band. In den 1960er Jahren schrieb er auch Filmmusik.

Auswahldiskographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Billy Cobham: Total Eclipse (Atlantic)
  • Free Flight: The Jazz/Classic Union (Palo Alto, 1982)
  • Roy Haynes: Vistalita (Galxy, 1977)
  • Miltscho Lewiew: Blues For The Fisherman; True Blues (Mole, 1980) mit Art Pepper, Tony Dumas, Carl Burnett
  • Art Pepper Quintet: Laurie´s Choice (Fresh Sound)
  • Miltscho Lewiew/Theodosii Spassov Trio Gourbet Mohabet (Live) 1990
  • Jazzensemble des Hessischen Rundfunks: Atmosphering Condition Permitting (ECM 1967-93)[2]

Filmografie (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1965: Heißer Mittag (Горещо пладне)
  • 1967: Der Umweg (Отклонение)
  • 1968: Gefährlicher Flug (Опасен полет)
  • 1968: Heimlichkeiten (Малки тайни)
  • 1969: Die Altarwand (Иконостасът)
  • 2001: Brief nach Amerika (Писмо до Америка)

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Zum Repertoire von Jazz Focus ‘65 gehörten unter anderem die Titel Blues in 10 und Blues in 12, sowie ein Arrangement von Paul McCartneys Yesterday.
  2. Lewiew spielte mit dem Titel Manipulation mit Emil, Albert Mangelsdorff, Heinz Sauer, Christof Lauer u.a., aufgenommen 5. Februar 1992