Billy Cobham

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Billy Cobham 1974
Billy Cobham at the WOMAD, Reading 2005
Billy Cobham mit seiner Band beim Jazzfestival St. Ingbert 2014

Billy Cobham (* 16. Mai 1944 in Panama; eigentlich William Cobham) ist ein panamaisch-amerikanischer Fusion- bzw. Jazz-Schlagzeuger und -Komponist.

Person[Bearbeiten]

Billy Cobham wurde in Panama geboren, zog aber im Alter von drei Jahren mit seiner Familie nach New York City und wuchs dort auf. Sein Vater war Pianist und Cobham absolvierte bereits im Alter von 8 Jahren seine ersten Auftritte mit ihm. Cobham besuchte in seiner frühen Jugend Workshops mit Jazz-Größen wie Thelonious Monk und Stan Getz. 1959 begann er sein Schlagzeug-Studium an der High School of Music and Art in Brooklyn, New York, das er 1962 mit Diplom abschloss. Nach drei Jahren in einer Band der United States Army (1965 bis 1968) wurde Cobham von Horace Silver entdeckt, mit dem er 1968 seine ersten Platten aufnahm.

Anfangs näherte Cobham sich dem Free Jazz an, setzte sich aber Ende der 1960er Jahre stilistisch davon ab und trug maßgeblich zur Entwicklung von Jazz-Rock und Fusion bei. Er zählt seit den siebziger Jahren zur Elite der Jazz-Rock-Drummer, was auch durch seine Mitgliedschaft im Mahavishnu Orchestra unterstützt wurde.

Cobham brachte zuvor unbekannte Spielweisen in die Rockmusik ein, die bis heute diese Musikrichtung beeinflussen; so verwendet er lateinamerikanische Techniken, die er auf das „American Drumset“ übersetzt. Hervorstechend ist seine Technik wie beispielsweise die Nutzung der Doublebassdrum. Der spieltechnische Unterschied zwischen rechter und linker Hand ist bei ihm aufgehoben – ein Hinweis auf Cobhams hohes spieltechnisches Niveau. Der kritisierten Kommerzialisierung des Jazz hielt er 1985 entgegen:[1]

„Wenn ich kein Geld verdiene, verliere ich die Chance, künstlerisch zu machen, was ich will. Ohne Geld hat man nichts zu essen, man kann nicht denken, man stirbt …“

Karriere[Bearbeiten]

Cobham spielte unter anderem mit Horace Silver und George Benson; Larry Coryell holte ihn für seine Produktion Spaces (1969). Von 1971 bis 1973 markierte er im Mahavishnu Orchestra den elaborierten Gegenpart zum Fusion-Gitarristen John McLaughlin. 1973 bekam er einen Vertrag beim Atlantic-Label und veröffentlichte sein erstes Album Spectrum, welches vom Billboard Magazine als beste Jazz-Platte ausgezeichnet wurde. Auf dem Album wirkten u.a. mit: Tommy Bolin (an der E-Gitarre), Jan Hammer (am Piano). Seine erste Solo-Platte hat zweifelsohne Jazz-Rock-Geschichte geschrieben.

Im selben Jahr landete er zusammen mit Eumir Deodato und Stanley Clarke mit dem Titel Also sprach Zarathustra in den USA und in England einen Top 10-Erfolg.

In der Folge spielte er vorwiegend als Studiomusiker, in Sessions und in eigenen Projekten, dabei häufig zusammen mit Jan Hammer und George Duke (Keyboards), John Abercrombie und John Scofield (Gitarre) sowie Randy und Michael Brecker (Trompete und Tenorsaxophon). 1977 bis 1980 spielte er unter Vertrag von CBS Records, seitdem ist er als Freelancer selbständig. Seit 1981 lebt er teilweise in der Schweiz, wobei er Touren über den ganzen Globus unternimmt. In den 1990er Jahren spielte er häufiger mit jungen Musikerinnen und Musikern und überschritt auch die Genregrenzen, zum Beispiel in der Zusammenarbeit mit The Grateful Dead oder Peter Gabriel. Außerdem beteiligt er sich an Fernseh-Produktionen über Jazz. 1992/93 spielte und lehrte er im Auftrag der UNICEF in Brasilien, wo er ein Musikprojekt für Straßenkinder unterstützte. Sein bislang letztes Projekt unternahm er mit „Jazz Is Dead“ in den Jahren 2002/2003. Während der letzten Jahre um 2008 arbeitete er oft mit McCoy Tyner und Stanley Clarke im McCoy Tyner Trio. Außerdem war er in dieser Zeit mit Victor Bailey (b), Dean Brown (g) und Tom Coster (keyb) als Billy Cobham Band auf Tour. Darüber hinaus ging er auch mit der kubanischen Band Asere unter dem Namen Billy Cobham & Asere auf Tour.

Diskografie[Bearbeiten]

  • Miroslav Vitous - Purple (1970, CBS Japan)
  • Miles Davis: Bitches Brew (1970, Columbia)
  • Dreams: Dreams (1970, Columbia)
  • Dreams: Imagine My Surprise (1971, Columbia)
  • Carlos Santana & Mahavishnu John McLaughlin: Love Devotion Surrender (1973, Columbia)
  • Billy Cobham: Spectrum (1973, WEA)
  • Billy Cobham: Shabazz - Live in Montreux (1973, WEA)
  • Billy Cobham: Crosswinds (1974, WEA, 1974)
  • Billy Cobham: Total Eclipse (1974, WEA)
  • Roberta Flack/Donny Hathaway: You’ve Got a Friend (1974, WEA)
  • Billy Cobham: A Funky Thide of Sings (1975, WEA)
  • Billy Cobham: Life and Times (1976, WEA)
  • Billy Cobham/George Duke Band: Live on Tour in Europe (1976, WEA)
  • Billy Cobham: Alivemutherforya (1977, Columbia)
  • Billy Cobham: Magic (1977, WEA)
  • Billy Cobham: Inner Conflicts (1978, WEA)
  • Billy Cobham: Simplicity of Expression - Depth of Thought (1978, Columbia)
  • Billy Cobham: B.C. (1979, Columbia)
  • Billy Cobham: Stratus (1980, INAK, Direktschnitt)
  • Gil Evans: Live at the Public Theater (1981, Trio Japan)
  • Bobby & the Midnites (1981, Arista)
  • Glass Menagerie: Observations (1982, Elektra)
  • Glass Menagerie: Smokin (1983, Elektra)
  • Billy Cobham: Warning (1985, GRP)
  • Billy Cobham: Power Play (1986, GRP)
  • Billy Cobham: Live - Flight Time (1986, INAK)
  • Billy Cobham: Picture This (1987, GRP)
  • Billy Cobham: Billy's Best Hits (1988, GRP)
  • Billy Cobham: Incoming (1989, K-tel)
  • Billy Cobham: By Design (1991, Fnac)
  • Billy Cobham: The Traveler (1993, Fnac)
  • Stanley Clarke, Larry Carlton, Billy Cobham, Najee: Live at the Greek (1994, Epic)
  • Billy Cobham: Nordic (1996, Eagle Rock)
  • Billy Cobham: Mississippi Knights Live (1998, Wenlock)
  • Billy Cobham: Focused (1998, Eagle)
  • Billy Cobham: Nordic - Off Color (1999, Eagle)
  • Billy Cobham: Ensemble New Hope Street (1999, Eagle)
  • Billy Cobham: North by Northwest (2000, Creative MultiMedia Concepts)
  • Billy Cobham, Ron Carter, Kenny Barron: The Art of Three (2001, In+Out)
  • Billy Cobham: Drum'n'Voice - All That Groove (2001, Nicolosi/Just Groove)
  • Billy Cobham: Culture Mix (2002, In+Out Records)
  • Billy Cobham, Guy Barker, Donald Harrison, Orlando Le Flemming, Robert Hurst, Eric Reed, Julian Joseph: The Art of Five (2002, Real World Studios; Zürich 2003, Twin One Studios)
  • Billy Cobham: Drum'n'Voice 2 mit Jan Hammer, Buddy Miles, John Patitucci, Jeff Berlin, Dominic Miller, Mike Lindup, Airto Moreira, Frank Gambale, Brian Auger, Guy Barker und der Band Novecento. (2006, Nicolosi/Just Groove)
  • Billy Cobham, Colin Towns, hr-Bigband: A Celebration of the Mahavishnu Orchestra (2006, In+Out)
  • Billy Cobham: Fruit from the Loom (2007, CMMC)
  • Billy Cobham: Palindrome (2010, BHM)
  • Billy Cobham Band: Live in Leverkusen (2012, BHM)
  • Billy Cobham: Tales from the Skeleton Coast (2014, CMMC)

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Billy Cobham – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. nach: André Asriel: Jazz, Berlin: VEB Lied der Zeit, 1985, S. 252.