Ministerium für Glück und Wohlbefinden

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Logo Ein leicht veränderter Bundesadler rückt das Logo deutlich in die Nähe von Bundesministerien, was ursprünglich als Provokation gedacht war, und in der Tat auch auf öffentliche Kritik stieß.[1]

Das Ministerium für Glück und Wohlbefinden (MfG) wurde als studentisches Projekt an der Mannheimer Fakultät für Gestaltung begründet, das die Themen Glück und Lebensfreude „spielerisch und humorvoll ins Gespräch bringen“ und zum „Umdenken und Mitmachen motivieren“ sollte.[2] Gina Schöler, eine der bei der Gründung beteiligten Studentinnen, hat das Projekt weitergeführt und leitet heute als selbsternannte Glücksministerin ihr kleines „Ministerium“. Nach eigenen Angaben hat sie sich zur Aufgabe gemacht, Ideen- und Impulsgeber für einen kulturellen Wandel zu sein, nach dem Vorbild des Landes Bhutan, in dem Glück zum Staatsziel erklärt wurde.[3]

Das Ministerium für Glück und Wohlbefinden unter Gina Schölers Leitung hat sich auf die Fahne geschrieben, Deutschland glücklicher zu machen.[4] Persönlich, auf Augenhöhe, authentisch und mit Spaß vermittelt Gina als Trainerin und Sprecherin das „kleine Glück“ auf verschiedenen Veranstaltungen und Events. Durch Vorträge und Seminare sowohl in Firmen, als auch für Privatpersonen finanziert sie heute das Glücks-Projekt.[4] Auch als Autorin hat sie bereits viele Impulse rund um das Thema Glück gegeben.[5]

Hintergrund des Ministeriums[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In den Jahren 2011 bis 2013 hat die Enquete-Kommission „Wohlstand, Wachstum und Lebensqualität“ des Deutschen Bundestages beraten. Diese Kommission beschäftigte sich mit Alternativen zum Bruttoinlandsprodukt.[6][7] Der UN-Generalsekretär Ban Ki-moon forderte ein neues ökonomisches Paradigma, das neben wirtschaftlichen Zielgrößen gleichgewichtig auch die Bereiche Soziales und Umwelt umfassen sollte.[8] Gleichzeitig galt jedoch nach Ansicht der taz-Autorin Leonie Sontheimer in der deutschen Wirtschaftspresse unverändert das „Wachstums-Paradigma“. Die dort anzutreffende „Überhöhung des Wirtschaftswachstums“ war mit ein Anstoß[9] für Axel Kolaschnik, Professor an der Mannheimer Fakultät für Gestaltung, seinen Studenten die Aufgabe zu stellen, eine Kampagne zu entwickeln, „die einen Wertewandel in der Gesellschaft anstoßen sollte.“[9][6] Mit der Kampagne sollte die Botschaft vermittelt werden, dass es „so wie es läuft nicht ewig weitergehen könne“.[7][10][7]

Die beiden Studenten, die Mannheimerin Gina Schöler und der Luxemburger Daniel Clarens,[11] erdachten daraufhin im Rahmen dieser Kampagne das Projekt "Ministerium für Glück und Wohlbefinden".[10]

Ziele[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Glück müsse individuell erarbeitet werden.[12] Das Projekt hat es sich nach eigenen Angaben zur Aufgabe gemacht, diesen Prozess aktiv zu begleiten und mitzugestalten.[13] Es gehe nicht um „eine Zwangsbeglückung oder eine Diktatur des Glücks“,[12] sondern um „kleine Schupser“, also Impulse (Nudges), die dazu motivieren sollen, sich selbst die Frage nach dem Glück zu beantworten.[12] Schöler sieht ihre Aufgabe darin, eine bundesweite Diskussion anzustoßen, die Menschen „neugierig zu machen“ und die Prozesse auf dem Weg zum persönlichen Glück zu unterstützen.[14][7][15]

Die Deutschen, die nach einigen Untersuchungen eher als unglückliches Volk gelten, würden „zu viel arbeiten, zu viel auf Geld und Status schauen und dabei zu oft vergessen, was wirklich“ zähle.[16] Das Projekt will also im Allgemeinen eine Diskussion um Werte anstoßen[17] und den Blick auf das gesellschaftliche Wohl der Menschen lenken.[17] Die zentrale Frage laute dabei: „Wie leben wir in einer Welt von Morgen?“[18] Denn die Generation Y der unter 30-Jährigen wolle demnach nicht mehr leben, um zu arbeiten[14] und wolle weniger konsumieren und mehr genießen.[19][20] Laut Gina Schöler seien es die „kleinen Dinge im Leben sind, auf die es ankommt und die man aufmerksamer wahrnehmen“ müsse.[6][21]

Der Gedanke, Glück als Politikziel zu verankern,[14] damit die Politik sich mehr um das Glück der Menschen kümmere[19][12] und Rahmenbedingungen setze, die ein faires Miteinander ermöglichen sollen, spielt hierbei ebenfalls eine zentrale Rolle[3]

Aktionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

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Spruch mfg 1.jpg
  • Aktionen an bestimmten Tagen
    • Am 16. Mai 2013 fand ein Picknick-Flashmob mit 40 Personen auf dem Berliner Alexanderplatz statt. An diesem Tag sollte der Abschlussbericht der Enquete-Kommission des Deutschen Bundestages zum Thema „Wachstum, Wohlstand, Lebensqualität“ veröffentlicht werden.[22][17][14]
    • Am 17. Juni 2013 wurde der Film „What happiness is“ in Mannheim gezeigt. Dieser Film dokumentiert, wie wichtig das Thema Glück in Bhutan ist.[22]
    • Am 20. März, dem Weltglückstag, ausgerufen von den Vereinten Nationen, haben sich 800 Personen an der Aktion des Ministeriums für Glück im Jahr 2014 beteiligt, einen Stuhl in den öffentlichen Raum zu stellen, um damit ein Zeichen zu gesetzt, einmal Pause zu machen.[23][24]
    • Am 10. November 2014 nahm das Ministerium für Glück an der Kongress-Messe Future-Convention in Frankfurt teil.[25]
    • Im Auftrag der Bundesjustizministers Heiko Maas wurde im Rahmen der Regierungsstrategie „Gut leben in Deutschland“ am 30. Juni 2015 eine Veranstaltung in Mannheim mit Interviews begleitet und ein einführender Workshop abgehalten.[26][1]
    • Am 16. Dezember 2015 war Gina Schöler in Coburg zu Gast. Dort wurde der Film „Speed - Auf der Suche nach der verlorenen Zeit“ gezeigt und den Zuschauern ein Einblick in die Kampagne des Ministeriums für Glück vermittelt.[21]
  • Dauerhafte Aktionen
    • Es finden regelmäßig Straßenaktionen statt, bei welchen Menschen durch spielerische Aktivitäten Fragen über das gute Leben gestellt werden. Zum Beispiel verziert das Ministerium mit Sprühfarbe Straßen. Durch Fragen wie „Was ist Glück?“ oder „Wie wollen wir leben?“ werden Passanten zum Nachdenken angeregt.
    • In der Innenstadt von Mannheim hängt ein Erste Hilfe Glücks-Set, welcher zu etwas mehr Glück und Wohlbefinden der Bewohner beitragen soll.[27][7]
    • Das Ministerium macht ganz viele Aktionen, die auf Bildern dokumentiert sind, wie beispielsweise „Glück lauert hinter jeder Ecke“, „Was macht dich Glücklich“, „Glücksspielkarten“. Eine Aufgabe dieser Spielkarten ist zum Beispiel: Verschenke bei der nächsten Gelegenheit ein selbstgemachtes Geschenk.[22][14][28]
    • Gemeinsam mit der Konrad-Adenauer-Stiftung werden Workshops in Schulen rund um das Thema Glück organisiert und begleitet.[22][29]
    • Gina Schöler hält regelmäßig Vorträge zu unterschiedlichsten Themen rund um das Glück und nimmt an Podiumsdiskussionen teil. Zudem gibt sie viele Radio- und Zeitungsinterviews.[3]
      Radiointerview bei Talk mit Dana[30]
    • Neben den selbst organisierten Aktionen, wird das Ministerium zu Kongressen und Messen, sowie zu Events mit Vorträgen von namhaften Glücksexperten eingeladen. Es gab auch schon Einladungen in den Bundestag.[31]
    • Auf einer Facebook-Seite bittet das Ministerium um „Glücksgeschichten“.[19] Unter der Fragestellung „Was macht dein Leben bunt?“ können Glücksempfinder ihre persönliche Story veröffentlichen.[32][33]
    • Die besten Aktionen sind diejenigen, welche eine rege und emotionale Anteilnahme der Bevölkerung zeigen, so Gina Schöler. Das können zum Beispiel Malwettbewerbe, Flashmobs oder sonstige Straßenaktionen sein.[34][35]

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 2013: Communicator 2013 vom Kommunikations-Verband[36]
  • 2014: Marketing-Preis der Metropolregion Rhein-Neckar vom Marketing-Club Rhein-Neckar[37]
  • 2014: Zukunftspreis Kommunikation[38]
  • 2014: Nominiert zum Bundespreis Ecodesign[39]
  • 2014: European Institute for Commercial Communications Education (edcom)[40]
  • 2015: Jugendpreis im Großherzogtum Luxemburg[41]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Immer auf der Suche nach dem Glück, von Rolf Kienle, Rhein-Neckar-Zeitung, 2. Januar 2016.
  2. Aufbruch Bremen, o. J.
  3. a b c Ministerium für Glück und Wohlbefinden, Design – Made-in-Germany, o. J.
  4. a b Interaktive Impulsvorträge und kreative Workshops für mehr Glück. In: Ministerium für Glück und Wohlbefinden. Abgerufen am 6. Mai 2019.
  5. Das Ministerium für Glück und Wohlbefinden in den Medien. In: Ministerium für Glück und Wohlbefinden. Abgerufen am 6. Mai 2019.
  6. a b c Hülya Atasoy: Fehlt uns ein Glücksministerium? In: Luxemburger Wort. 4. August 2013.
  7. a b c d e Der EM-Online-Tipp: Ministerium für Glück gefordert (Memento des Originals vom 12. März 2016 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.engelmagazin.de, Engel magazin.de, o. J.
  8. Tag des Glücks, Mannheimer Designstudenten propagieren ein „Ministerium für Glück und Wohlbefinden“, Deutschland.de, 19. März 2014.
  9. a b Leonie Sontheimer: Ein neues, beliebtes Ministerium. In: taz. 17. August 2013.
  10. a b Die Glücksminister im Interview: Gina Schöler & Daniel Clarens, von Florian, 2013.
  11. https://www.wort.lu/de/lokales/fehlt-uns-ein-gluecksministerium-51fba8c9e4b08c139153da05
  12. a b c d Die Glücksministerin. In: DRadioWissen. o. J.
  13. Initiative: Das Ministerium für Glück (Memento des Originals vom 13. März 2016 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.regenbogen.de, Radio Regenbogen.
  14. a b c d e Alexandra Rojkov: Studenten wollen ein Ministerium für Glück. In: Die Zeit. 2. August 2013.
  15. Glück ist ein Ministerium, von Werner Sturmberger, 8. November 2013.
  16. Glück in Tüten, Selbsternannte Ministerin, von Johannes Böhme, von Johannes Böhme, Süddeutsche Zeitung, 5. Oktober 2015.
  17. a b c Renate Reckziegel: Glücklich Leben. (PDF) In: Mittelbadische Presse. 9. Mai 2013, S. 3: Die Denkanstoß-Kampagne.
  18. Glücklich! Was heist das?, von Sonja Lindenkreuz, inklusive Ablaufplan, 15. Februar 2013.
  19. a b c Alexandra Rojkov: Glück in Schwarz-Rot-Gold. In: jetzt.de. 25. Juli 2013.
  20. Glücksministerium soll Menschen in Deutschland zufriedener machen, von Elisabeth Mittendorfer, Der Standard, 8. November 2013.
  21. a b Die Glücksministerin in Coburg, von Christiane Lehmann, inFranken.de, 16. Dezember 2015.
  22. a b c d Rhein-Neckar-Blog, Schülerinnen und Schüler auf der Suche nach dem Glück, von Ziad-Emanuel Farag, 16. Juli 2013.
  23. Interview von fräulein im glück, 3. September 2014.
  24. Weltglückstag Das Glück, mal Pause zu machen, von Jennifer Stötzel, Kölner Stadt-Anzeiger, 24. März 2014.
  25. Konkress-Messe Future-Convention (Memento des Originals vom 11. März 2016 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.future-convention.com (PDF), S. 7, 8, 75 f., 80.
  26. Ministerium für Glück, von Heike Frank.
  27. Erste Hilfe Glücks-Set vom Ministerium für Glück und Wohlbefinden, 31. März 2015.
  28. Landesschau Baden-Württemberg, SWR Fernsehen, 19. Januar 2015.
  29. Ministerium für Glück, Workshops an Schulen und Diskussion mit Politikern, von Regina Dvořák-Vučetić, 31. Juli 2013.
  30. Talk mit Dana: Ausführliches Interview mit Glücksministerin Gina Schöler. In: Talk mit Dana. Dana Diezemann, 13. November 2017, abgerufen am 24. Februar 2019.
  31. Talk mit Dana: Ausführliches Interview mit Glücksministerin Gina Schöler. In: Talk mit Dana. Dana Diezemann, 13. November 2017, abgerufen am 24. Februar 2019.
  32. Neues vom Ministerium für Glück, von Conny Dollbaum, 25. Februar 2016.
  33. Buntes Buchprojekt (Memento des Originals vom 12. März 2016 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/ministeriumfuerglueck.de
  34. Ministerium für Glück und Wohlbefinden (Memento des Originals vom 19. Oktober 2015 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/gutesleben.info, GutesLeben.info.
  35. Dokumentation einer transmedialen Kommunikationskampagne (Memento des Originals vom 12. März 2016 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.slanted.de, von Julia, 4. November 2013.
  36. Preis Kommunikator 2013 – an Gina Schöler und Daniel Clarens, 6. Juni 2014.
  37. Marketing-Club Rhein-Neckar würdigt excellentes Marketing aus der Region, Sonderpreis „Young Professionals“, 18. November 2013.
  38. Wegweisende Projekte für das neue Kommunikationszeitalter beim „Zukunftspreis Kommunikation“ ausgezeichnet, Kategorie Society, 10. November 2014.
  39. Grüne Kommunikation kommt weiter, nominierte 2014.
  40. EDCOM – Thesis Competition (Memento des Originals vom 11. März 2016 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.eacaeducation.eu (PDF).
  41. Erster Jugendpreis würdigt sechs Projekte, Kategorie Kampagne, 8. Mai 2015.