Mischbatterie

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Mischbatterie

Als Mischbatterie oder Mischarmatur wird eine technische Vorrichtung (Armatur) bezeichnet, in der durch einen oder mehrere Griffe bediente Ventile die Vermischung von Flüssigkeiten oder Gasen regeln.

Die gebräuchlichste Verwendung von Mischbatterien ist die an Wasserhähnen, mit denen der Wasserstrom dosiert und durch Vermischung von kaltem und warmem Wasser die gewünschte Temperatur erzielt wird. Als zusätzliche Funktionalitäten sind mitunter integriert:

  • Stabilisierung der Mischtemperatur, auch bei Druck- und Temperaturschwankungen der Zuflüsse, mittels Thermostat, siehe Thermostatmischarmatur
  • Hilfestellung zur Durchflussbegrenzung mittels Druckpunkt innerhalb des Hebel-Verstellbereichs.

Einhebelmischer[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einhebelmischer
Funktionsweise des Mischventils (Kartusche) in einem Einhebelmischer

Bauformen mit nur einem Bedienelement zur Regelung werden als Einhandarmatur, Einhandmischer, Einhebelmischer oder Einhandhebelmischer bezeichnet. Diese Bauart, deren funktionaler Kern heute eine sogenannte Kartusche ist, wurde in den 1940er Jahren von dem US-Amerikaner Alfred M. Moen entwickelt.

In der Kartusche befinden sich zwei plangeschliffene Keramikscheiben, die gegeneinander verschoben und verdreht werden können.

Die feststehende Keramikplatte einer Mischbatterie besitzt drei Öffnungen, von denen jeweils eine mit Warmwasser- und Kaltwasserzulauf sowie mit dem Ablauf der Armatur verbunden ist. Der zugleich drehbar und hochschwenkbar gelagerte Hebel bewirkt die Verschiebung der zweiten, beweglichen Keramikplatte, in die eine einzelne Vertiefung eingearbeitet ist. Je nach Stellung rutscht die Vertiefung über zwei oder alle drei Öffnungen der feststehenden Platte und ermöglicht das Hindurchströmen des Wassers.

Da der Betätigungsweg bei Einhand-Mischbatterien sehr kurz ist, entstehen beim schnellen Schließen der Armatur Druckstöße, die in ungünstigen Fällen das Rohrnetz schädigen und zu Schallschutzproblemen führen können.

Da häufig auch nach dem Absperren und Ablassen des Wassers aus den Zuleitungen Wasser in der Kartusche verbleiben kann, sind Einhebelmischer nicht frostsicher. Oft kann die Armatur erst nach der Demontage soweit entleert werden, dass die Kartusche nicht durch Eisbildung beschädigt wird.

Die Abdichtung der Zuläufe gegen den Ablauf wird durch die absolut planebene Oberfläche der Keramikscheiben erreicht, die in der Armatur unter leichtem Druck aufeinander gepresst werden. Duch häufige Betätigung der Armatur können sich die Ränder der Keramikscheiben dort abnutzen, wo Kontakt mit dem Metall des Hebels oder des Armaturenkörpers besteht, so dass die Führung der beweglichen Scheibe unter gleichzeitiger, konstanter Pressung nicht mehr gewährleistet ist. Zur Wartung bzw. Reparatur wird in der Regel die Keramikkartusche ausgetauscht.

Bei kalkhaltigem Wasser können Kalkablagerungen die Funktion der Armatur beeinträchtigen. In manchen Fällen kann die Dichtfunktion durch eine Entkalkung mit Amidosulfon-, Zitronen- oder einer anderen geeigneten Säure wieder hergestellt werden.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • F. Kotschi, P. v. Entremont:Der elektrische Heißwasserspeicher. Verlag von Julius Springer, Berlin und Wien 1931, S. 33 ff.
  • Karl Volger: Haustechnik. Grundlagen - Planung - Ausführung, B.G. Teubner, Stuttgart 1999, ISBN 978-3-322-94100-8.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Wiktionary: Mischbatterie – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen