Modiolus (Gattung)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Modiolus
Klappen der Großen Miesmuschel (Modiolus modiolus)

Klappen der Großen Miesmuschel (Modiolus modiolus)

Systematik
Unterklasse: Autolamellibranchiata
Teilklasse: Pteriomorphia
Ordnung: Mytilida
Familie: Miesmuscheln (Mytilidae)
Unterfamilie: Modiolinae
Gattung: Modiolus
Wissenschaftlicher Name
Modiolus
Lamarck, 1799
Eine Kolonie von Modiolus auriculatus, Réunion, Indischer Ozean
Bärtige Miesmuschel (Modiolus barbatus) mit bartförmigem Periostracum
Modiolus americanus, San Salvador Island (Bahamas)

Modiolus ist eine Gattung der Muscheln (Bivalvia) aus der Familie der Miesmuscheln (Mytilidae).

Merkmale[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Arten der Gattung Modiolus besitzen gleichklappige, längliche Gehäuse mit einem gebogenen bzw. winkligen Dorsalrand und einem stumpfen Wirbel. Sie werden recht groß; das Gehäuse der Großen Miesmuschel wird bis 23 cm lang. Der Wirbel sitzt deutlich hinter dem gerundeten Vorderende. Das Ligament ist recht lang. Der vordere Schließmuskel sitzt weit vorne nahe am Vorderrand. Das Schloss ist zahnlos, der Schlossrand glatt. Die Schale besteht aus einer inneren, aragonitischen Lage (Perlmutt), einer mittleren, kalzitischen Lage bestehend aus prismatischen Strukturen und einer äußeren organischen Lage (Periostracum). Die Oberfläche der Schale ist meist nur mit Anwachsstreifen versehen; es gibt aber auch Arten mit groben Rippen. Das Periostracum ist haarig oder blättrig. Die Gehäuse sind mit Byssus an den Untergrund angeheftet.

Geographische Verbreitung und Lebensraum[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gattung Modiolus ist weltweit verbreitet, von den Polarmeeren bis in die Tropen. Sie leben halb oder ganz eingegraben im Schlamm und Sand auf den Schelfen bis in etwa 200 m Wassertiefe. Lediglich der Mantelrand mit den zwei etwas geöffneten Klappen ragt über die Sedimentoberfläche.

Taxonomie, Nomenklatur und Systematik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Taxon Modiolus wurde 1799 von Jean-Baptiste de Lamarck aufgestellt.[1] Modiolus Lamarck, 1799 ist strikt genommen ein jüngeres Synonym von Volsella Scopoli, 1777. Durch Beschluss der Kommission für Zoologische Nomenklatur (Opinion 325) wurde die Gattung Modiolus aber auf die offizielle Liste gültiger Gattungsnamen gesetzt und Volsella Scopoli, 1777 für die Zwecke der Priorität unterdrückt (nicht aber für die Zwecke der Homonymie). Das Geschlecht von Modiolus ist maskulin, die Typusart ist Mya modiolus durch (sekundäre) absolute Tautonymie[2].

Der Ausdruck modiolus leitet sich von der Verkleinerungsform des lateinischen Begriffes modius her, womit ein Scheffel bezeichnet wird. Wörtlich übersetzt bedeutet modiolus also Scheffelchen.

Nach der Datenbank World Register of Marine Species werden der Gattung Modiolus (derzeit: 2015) folgende Arten zugeordnet:[3]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Fritz Gosselck, Alexander Darr, Jürgen H. J. Jungbluth, Michael Zettler: Trivialnamen für Mollusken des Meeres und Brackwassers in Deutschland. Mollusca, 27(1): 3–32, 2009 PDF
  • Raymond Cecil Moore (Hrsg.): Treatise on invertebrate paleontology. Mollusca, 6, Bivalvia 1. XXXVIII, 489 S., New York, 1969.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Jean-Baptiste de Lamarck: Prodrome d'une nouvelle classification des coquilles, comprenant une rédaction appropriée des caractères géneriques, et l'établissement d'un grand nombre de genres nouveaux. Mémoires de la Société d'Histoire Naturelle de Paris, 1: 63-91, Paris 1799 Online bei www.biodiversitylibrary.org (S. 87–88)
  2. Opinion 325. Validation, under the Plenary Powers, of the generic name Modiolus Lamarck, 1799 (class Pelecypoda). Opinions and declarations rendered by the International Commission on Zoological Nomenclature, 9(16): 251–266, London, ICZN, 1955.[1]
  3. a b World Register of Marine Species: Modiolus
  4. S. K. Pati, M. V. Rao, M. Balaji: New record of Modiolus auriculatus (Modiolinae: Mytilidae: Bivalvia) from the north-eastern coast of India. Marine Biodiversity Records, 4: e66: 3 S., 2011 doi:10.1017/S1755267211000716