Mof

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Dieser Artikel erläutert das Schimpfwort Mof; zu anderen Bedeutungen siehe Mof (Begriffsklärung).

Das niederländische Mof (Plural moffen; eigentliche Bedeutung Muff) ist in den Niederlanden eine abwertende Bezeichnung für einen Deutschen. Im Norden der Niederlande spricht man eher von poep. Im Süden, auf Limburgisch, sagt man pruusj (Prüsch, aus Preußen).

Das Wort mof ist im Niederländischen seit dem 16. Jahrhundert belegt (unter anderem bei Isaac Vos) und vermutlich abgeleitet von Muff und muffig.[1] Im Deutschen Wörterbuch der Brüder Grimm wird Muff als „Spottwort der Holländer wider die Niedersachsen“ bezeichnet.

Ein anderer Erklärungsversuch: In Deutschland wurden Anfang des 17. Jahrhunderts die Ostfriesen und Emsländer „Moffen“ genannt, was dann in den Niederlanden für alle Deutschen übernommen worden sein könnte.

Das Wort wurde im Westen der Niederlande vor allem seit dem Zweiten Weltkrieg verwendet und war in dieser Zeit ein Synonym für „Nazi“. Dementsprechend wurde eine einheimische Frau, die sich während der Besatzung mit einem deutschen Soldaten einließ, moffenmeid, moffenhoer oder moffengriet genannt.

Im 19. Jahrhundert hat sich der friesische Autor und Germanist Justus Hiddes Halbertsma (1789–1869) in einem Vortrag mit den Bezeichnungen mof und poep für Deutsche beschäftigt und die Auffassung vertreten, dass es sich nicht um Synonyme handele. Für ihn war poepen eine eher neutrale Bezeichnung mit der Hauptbedeutung ‚Fremde‘. Mof sei dagegen ein Schimpfwort. Poep bedeutet im Singular auf Niederländisch jedoch auch ‚Scheiße‘ und kann daher auch negativ gemeint sein.[2]

1982 gaben bei einer wissenschaftlichen Befragung in den Niederlanden 95,9 % der Teilnehmer an, den Begriff moffen für Deutsche zu kennen. Den Begriff poepen nannten nur 38,6 %.[2]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Helmut Glück: Deutsch als Fremdsprache in Europa vom Mittelalter bis zur Barockzeit. 2002, S. 31
  2. a b Dieter Stellmacher, Peter Wagener: Sprachformen: Deutsch und Niederländisch in europäischen Bezügen. 1999, S. 313 f.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]