Mohr und die Raben von London (Roman)

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Mohr und die Raben von London ist der Titel eines Jugendbuchs des Ehepaars Vilmos Korn und Ilse Korn.

Die Geschwister Joe und Becky Kling leben mit ihren Eltern und Geschwistern in sehr armen Verhältnissen im London des 19. Jahrhunderts. Der 13-jährige Joe und seine Mutter arbeiten in einer Textilfabrik, Becky muss unentgeltlich für einen Händler arbeiten. Der Vater ist arbeitslos, der ältere Bruder Billy, alias King ist Anführer einer Jugendbande in den Docks. Eines Tages lernen die Kinder Karl Marx kennen, der unter dem Namen Mohr in London lebt und den Kindern hilfreich zur Seite steht. Weil Joe sich gegen das System in der Textilfabrik auflehnt, werden er und seine Mutter eines Diebstahls beschuldigt und ungerechtfertigt gestraft. Die Armut und die Kinderarbeit werden in dem Buch anschaulich geschildert, ebenso wie die Lebensumstände und das Familienleben des Karl Marx in London.

Karl Marx lebte ab 1849 in London und arbeitete dort unter anderem als Redakteur für die New York Daily Tribune. Während dieser Zeit berichtete er tatsächlich von den Lebensverhältnissen in England, insbesondere über die im Buch beschriebene Armut und die Kinderarbeit in der Textilindustrie. Die Handlung ist jedoch, von historischen Fakten abgesehen, fiktiv. Am Rande der Erzählung werden Grundzüge des Märchens Hans Röckle eingefügt, welche später als Buch und Verfilmung erschienen. In der DDR war das Werk Schulliteratur der Sechsten Klasse und erzielte dadurch allgemeine Bekanntheit.

Das Buch wurde 1969 von der DEFA unter der Regie von Helmut Dziuba als Mohr und die Raben von London verfilmt.

Kritik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mohr und die Raben von London gilt als das bekannteste Marxbuch für Kinder. Durch die überbetonte Darstellung der „kindlichen Freude des weisen Mannes“ sollte die Glorifizierung des kommunistischen Vordenkers dem Leser neben der anschaulichen Schilderung des Lebens der Armen nahegebracht werden.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Vilmos und Ilse Korn: Mohr und die Raben von London. Kinderbuchverlag, Berlin 1962.
  • Hans-Dieter Schmidt (nach Vilmos und Ilse Korns gleichnamigem Roman): Mohr und die Raben von London. Schauspiel. Henschel, Berlin 1974.
  • Helden nach Plan, Katalog der 19. Oldenburger Kinder- und Jugendbuchmesse zur DDR-Literatur

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]