Monticello (Virginia)

Monticello (Italienisch für kleiner Berg), bei Charlottesville im US-Bundesstaat Virginia gelegen, war das Landgut des 3. US-Präsidenten und Autors der Amerikanischen Unabhängigkeitserklärung Thomas Jefferson, für dessen im palladianischen Stil errichtete Wohngebäude er selbst die Pläne erstellt hatte. Gemeinsam mit der ebenfalls von Jefferson entworfenen Universität von Virginia erklärte die UNESCO Monticello 1987 zum Weltkulturerbe.
Die umliegenden Plantagen hatte Jefferson von seinem Vater geerbt, nachdem das ursprüngliche Wohngebäude abgebrannt war. Monticello wurde durch Jefferson immer wieder umgebaut und erweitert. Monticello gilt als einer der Gründungsbauten des nordamerikanischen Klassizismus und diente als Vorbild für viele Gebäude in den Vereinigten Staaten.
In den angrenzenden Plantagen, in denen Jefferson im Lauf seines Lebens über 600 Sklaven hielt, ließ Jefferson Tabak und später Weizen anbauen. Auf dem ursprünglich 20 Quadratkilometer Gelände der Farm befinden sich mehrere Nebengebäude und auch Jeffersons Grab.
Nach Jeffersons Tod wurde Monticello veräußert. Große Teile der Innenausstattung, die Jefferson für Monticello entwarf, wurden zurückgekauft. So befindet sich Monticello heute weitestgehend im Originalzustand. Seit 1923 befindet sich Monticello im Besitz der Thomas Jefferson Foundation.[1]
Geschichte
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Das 5000 Hektar große Gelände wurde 1735 von Thomas Jeffersons Vater Peter Jefferson erworben. Anschließend baute dieser 1741 ein koloniales Holzhaus in Shadwell. 1757 wurde neben dem dortigen Anwesen am Rivanna River eine Wassermühle gebaut.[2]
Nachdem Jefferson 1764 das Anwesen von seinem Vater geerbt hatte, ließ er 1769 ein Herrenhaus nach eigenen Entwürfen im klassizistischen Stil erbauen.[1][3] Als Vorbild dienten die Entwürfe aus Andrea Palladios I quattro libri dell’architettura und James Gibbs Book of Architecture. Bei dem späteren Umbau beschäftigte er sich zudem mit Abhandlungen der französischen Architekten Antoine Desgodetz und Roland Fréart de Chambray.[1] 1770 brannte das Anwesen in Shadwell ab, 1771 wurde auch die dortige Mühle durch Hochwasser zerstört.[2]
Bereits 1781 war das Anwesen Monticello weitestgehend fertiggestellt, doch überarbeitete Jefferson 1796 seine Entwürfe und ließ die Bauarbeiten wieder aufnehmen. Auch nachdem das Gebäude 1809 nahezu in seiner heutigen Form vollendet war, baute er Monticello immer wieder um.[1] Nachdem bei dem Brand von Washington die dortige Bibliothek zerstört worden war, verkaufte Jefferson seine Bibliothek an den Kongress. Bis heute sind seine Bücher der Grundstock der Library of Congress.[4]
Jefferson empfing auf Monticello immer wieder prominenten Besuch, wie 1825 den Marquis de Lafayette. Nach Jeffersons Tod 1826 wurde die Plantage aufgegeben. Die Sklaven, landwirtschaftliche Gerätschaften und die gesamte Inneneinrichtung mussten wegen der starken Verschuldung Jeffersons 1827 verkauft werden. Dennoch konnten die Einnahmen nach dem Verkauf nicht alle Schulden von insgesamt 107.000 US-Dollar decken. Begründen ließ sich dies mit dem schlechten Zustand Monticellos und den vielen Besuchern, die das Anwesen Jeffersons sehen wollten. Das Anwesen selbst wurde schließlich 1831 für 7500 US-Dollar an James Turner Barclay verkauft, der dort eine Seidenraupenzucht beginnen wollte. Der Grundbesitz Jeffersons war zuvor aufgeteilt worden und nur 223 Hektar Land, etwa ein Zehntel der ursprünglichen Fläche, wurde an Barclay weiterverkauft. Der Zustand verschlechterte sich nochmals stark und 1834 ging es schließlich in den Besitz von Uriah P. Levy, dem ersten jüdischen Kommodore der Vereinigten Staaten über, der es für nur noch 2700 US-Dollar erworben hatte. Nochmals wurde das Land verkleinert und so blieben noch 89 Hektar Land übrig. Von 1836 bis zu ihrem Tod 1839 lebte die verwitwete Mutter Levys auf Monticello. Levy, der aus Savannah kam, kaufte die Möbel zurück und bemühte sich, das Gebäude zu erhalten. So stammen heute etwa sechzig Prozent der Möbel im Haus aus Jeffersons Zeiten. Levy war ebenso wie Jefferson Sklavenhalter, hielt auf Monticello jedoch nur noch etwa 20 Sklaven.[1][3][5][6]
Im Sezessionskrieg wurde Monticello zwischen August 1861 und dem 8. Februar 1862 von Virginia enteignet, da Levy aus New York kam und zudem die Nordstaaten unterstützte, und erst 1865 unbeschädigt zurückgegeben. Während des Kriegs lebte hier kurzzeitig der Südstaaten-Offizier Benjamin Ficklin, der das Anwesen 1864 bei einer unrechtmäßigen Auktion für 80.500 US-Dollar ersteigert hatte. Aus Berichten geht zudem hervor, dass es zeitweise als Krankenhaus diente. In einem weiteren Bericht wird davon berichtet, dass Monticello im Inneren verwüstet wurde und Teile der Ausstattung weiterverkauft wurden. Unter anderem wurden geschnitzte Ornamente an den Kaminsimsen abgesägt und die Büste Voltaires versteigert. Außerdem waren im Obergeschoss von Monticello, Augenzeugenberichten nach, Namen von Besuchern eingeritzt.[7] Levy, der zwischenzeitlich verstorben war, hatte in seinem Testament festgestellt, dass Monticello nach seinem Tod eine Landwirtschaftsschule für die Kinder verstorbener US-Marine-Soldaten werden solle.[5] Bis 1879 kam es zu einem 17 Jahre andauernden gerichtlichen Streit unter dessen Erben um den Besitz Monticellos. Während dieser Zeit verschlechterte sich der Zustand Monticellos immer stärker, da niemand für die Reparatur aufkam. Schließlich kam es in den Besitz von Jefferson Monroe Levy, der die anderen Erben auszahlte. Jefferson Monroe Levy gab über die 44 Jahre, die er Monticello besaß, über 1 Millionen US-Dollar für die Wiederherstellung des Anwesens aus. Er öffnete Monticello zudem immer wieder für Besucher.[8]

Ab 1909 versuchte Maud Littleton, die Frau von Martin W. Littleton, Monticello enteignen zu lassen. Während der Spendenkampagne Littletons zum Kauf Monticellos äußerte sie sich mehrfach antisemitisch über Levy.[6] Nach dem Ersten Weltkrieg beschoss Levy 1919 schließlich Monticello zu verkaufen. Durch Zukauf war der Grundbesitz wieder auf 259 Hektar gestiegen.[5] Schließlich nahm Maud Littleton genug Spenden ein, um Monticello für 500.000 US-Dollar zu kaufen, und Littleton wurde erste Vorsitzende der neu gegründeten gemeinnützigen Thomas Jefferson Foundation (bis 2000 Thomas Jefferson Memorial Foundation[1]).[6] Anschließend wurde Monticello unter anderem von Fiske Kimball und Milton L. Grigg, der auch für die Restaurierung von Colonial Williamsburg verantwortlich war, instand gesetzt.[9] Seither hat die Stiftung einen Grundbesitz von 1.012 Hektarn zurückgekauft und versucht auch Ausstattungsstücke von Jefferson ausfindig zu machen und anzukaufen.[5]
Mitte des 20. Jahrhunderts wurde das Gebäude innen mit Stahlträgern verstärkt.[10] Im Dezember 1960 erhielt Monticello den Status eines National Historic Landmarks.[11] Im Oktober 1966 wurde das Gebäude in das National Register of Historic Places eingetragen.[12] 1994 wurde das Robert H. Smith International Center for Jefferson Studies gegründet, dass auch für die Ausgrabungen auf dem Gelände der ehemaligen Plantagen verantwortlich ist. 2009 wurde ein neues Besucherzentrum eröffnet. Heute ist Monticello eine viel besuchte Erinnerungsstätte.[5]
Anlage
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Monticello befindet sich ca. 3 Kilometer südöstlich von Charlottesville.[5] Das Haus gilt als einer der bedeutendsten Bauten aus der Gründerzeit der Vereinigten Staaten. Außerdem gehört es zu den ersten Gebäuden des nordamerikanischen Klassizismus.[10] Die Einrichtung aus der Zeit Jeffersons ist weitgehend erhalten geblieben, darunter seine Bibliothek und seine naturwissenschaftlichen Sammlungen. Außer dem Wohnhaus sind auch die Wirtschaftsgebäude erhalten oder wurden rekonstruiert.
Um das Gebäude auf dem Berg zu errichten, wurde dieser 1768 abgeflacht und terrassiert. Außerdem musste eine Straße errichtet werden. Vor dem Umbau ab 1796 hatte Monticello eine deutlich kleinere Grundfläche, ein weitaus größeres zweites Geschoss sowie zwei über zwei Stockwerke gehende Portiken, im Dorischen und Toskanischen Stil. Als erste Räume wurden Schlafzimmer und Esszimmer fertiggestellt. Anschließend erfolgte der Bau des zentralen Saals. Während der Bauarbeiten wohnte Jefferson ab 1770 im Südpavillon, bis er zwischen 1773 und 1774[1] die ersten fertigen Räume bezog. Im Obergeschoss ließ er anschließend die Schlafräume für die Kinder und diejenigen Sklaven, die im Haus benötigt wurden, herrichten.[13] Vor allem seine Sklaven, aber auch bezahlte Arbeiter waren für den Bau verantwortlich.
Nach dem Tod seiner Frau Martha 1782 wurden die Bauarbeiten auf Monticello unterbrochen.[1] Zu diesem Zeitpunkt waren lediglich die Portiken sowie die Inneneinrichtung unvollendet.[3] Während eines Besuchs in Paris zeigte sich Jefferson fasziniert von der französischen Architektur des Klassizismus. So besichtigte er unter anderem, wie er in seinen Briefen schilderte, das Palais Royal, die 1887 abgerissene Halle aux blés und die Kirchen Sainte-Geneviève (das heutige Panthéon) und La Madeleine. Dort besuchte er auch Ausstellungen von Künstlern wie Hubert Robert, Jacques-Louis David und Élisabeth Vigée-Lebrun und erwarb Kopien europäischer Meister für Monticello.[14] Nach seiner Rückkehr aus Europa 1796 ließ er die dort beobachteten Stile in seine überarbeiteten Entwürfe mit einfließen. So schrieb er am 16. Mai 1796 über die Arbeiten auf Monticello:
“I make some alterations in it with a greater eye to convenience than I had when younger.”

Während der Arbeiten riss Jefferson das bereits bestehende zweite Geschoss des Risalits wieder ab, erweiterte unter anderem das Gebäude um mehrere Räume auf der Ostseite, die durch einen langen Gang von den ursprünglichen Räumen getrennt sind, und ließ die große Kuppel mit dem Opaion bauen. Durch den Anbau befindet sich die ursprüngliche Ostfassade heute im Inneren des Gebäudes. Jefferson verdreifachte die Anzahl der Räume von acht auf 21.[1] Nicht mit eingerechnet sind bei dieser Angabe die zwölf Kellerräume. Ihre Anzahl wurde verdoppelt.[3] Jefferson ließ unter anderem ein Arbeitszimmer für seine Tochter, zwei Gästezimmer und seine Privatbibliothek anbauen. Außerdem baute er dem zentralen Saal auf der Ostseite eine Eingangshalle an. Die übrigen Räume wurden umgestaltet. Lediglich Esszimmer, Wohnzimmer und Jeffersons Schlafzimmer blieben unangetastet.

Außerdem versenkte er die meisten Wirtschaftsräume im Boden, da er von der einstöckigen Villenarchitektur, die er in Frankreich gesehen hatte, überzeugt war. Eines seiner Vorbilder war dort das Hôtel de Salm, das er während seines Aufenthalts, wie er in seinen Briefen schilderte, „fast täglich“ besucht hatte. Deshalb versuchte er, das Kellergeschoss und das zweite und dritte Geschoss weitestgehend zu verstecken. So ist das zweite Geschoss als eine Art Mezzanin ausgeführt und der Keller weitestgehend im Boden versenkt. Das dritte Geschoss besteht vorwiegend aus dem sogenannten Dome Room sowie mehreren Räumen mit Dachfenstern. Der niedrige Dachstuhl ist durch eine Balustrade verdeckt und von unten kaum zu sehen. Während auf der älteres Westseite kein Mezzanin vorhanden ist, ist das auf der Ostseite deutlich zu erkennen. Die Fenster des Mezzanin sind dort nur durch ein niedriges Gesims von denen im Erdgeschoss getrennt. So kommt es, dass die Fenster im zweiten Geschoss nur etwa 20 Zentimeter über dem dortigen Fußboden liegen. Beibehalten wurde im endgültigen Entwurf hingegen die Verwendung der toskanischen Ordnung.[1] Gesimse und Friese entstammte ebenfalls der römischen Architektur.[10] Sehr fortschrittlich waren auch die 13 Oberlichter. Die Zimmer im Südflügel waren Jefferson, seiner Familie und seinen Sklaven vorbehalten. Um Platz zu sparen, waren die Betten als Alkoven in die Wand eingelassen.[15]

Unterhalb des Gebäudes befanden sich die Kellerräume, die mit einem Gang verbunden waren. Da sehr viel Platz benötigt wurde, wurden weitere Räume U-förmig um Monticello angeordnet. Da Monticello in den Hang hinein gebaut wurde, sind die Räume auf der Hofseite unterhalb des Bodenniveaus und auf der Hangseite ebenerdig. Obwohl schon 1774 mit den Planungen der Keller begonnen wurde, konnten auch diese erst 1809 fertiggestellt werden. Auf der Hangseite befinden sich hinter einer Kolonnade die Ein- und Ausgänge. Unter anderem befanden sich dort ein Eiskeller, eine Wäscherei, eine Räucherei, ein Raum zur Herstellung von Milchprodukten, Lagerräume, Ställe, Räume für die Kutschen und eine Küche.[1] Über eine Aufzugsanlage konnte man von der Küche Weinflaschen in das darüberliegende Esszimmer befördern. Seitlich des Kamins befand sich eine Öffnung, durch die Jefferson die Lasten entgegennahm. Mit einen weiteren Lastenaufzug ließ Jefferson sich das Essen nach oben bringen. Am unteren Ende saß ein Sklave, der die leeren Flaschen und das Geschirr ersetzte. Diese Konstruktion war von Jefferson selbst entworfen worden.[16]
Neben dem Hauptgebäude befinden sich im Garten mehrere Pavillons. Zwei davon, der Nord- und der Südpavillon, sind über die Kellerräume mit dem Hauptgebäude unterirdisch verbunden. Diese sind symmetrisch angeordnet. Der Südpavillon war das erste Gebäude, das Jefferson auf Monticello errichten ließ und von wo aus er den Bau verfolgte.[1] Der Nordpavillon wurde als Pendant zum Südpavillon von 1806 bis 1808 errichtet, wobei auch der Südpavillon umgebaut wurde.[3] Im Gemüsegarten steht der sogenannte Gartenpavillon. Diesen entwarf Jefferson etwa 1810, vermutlich kurz vor oder nach dem Ende seiner zweiten Amtszeit als US-Präsident.
Sein ursprünglicher Plan, entlang der Gartenterrasse vier Pavillons zu bauen, wurde jedoch nicht umgesetzt. Diese sollten in verschiedenen Stilen gebaut werden. So plante er einen gotischen Pavillon, eine römische Rotunde (ein verkleinerter Nachbau des Pantheons in Rom), einen römischen Tempel und einen chinesischen Pavillon. Dies wurde nicht umgesetzt, und stattdessen baute er einen einfachen, unverputzten Backsteinpavillon. Die beiden römischen Pavillons sollten einen Venustempel und einen Freundschaftstempel darstellen und auf „Bastionen“ errichtet werden. Als Vorbild dienten ihm vermutlich zwei Pavillons in Stowe Landscape Gardens, den er 1786 besucht hatte.[17][18]

Nach dem Umbau war es Jefferson möglich über die Holzterrassen über dem unterirdischen Wirtschafttrackt und die bodentiefen Fenster die Vorgänge auf der Mulberry Row und den umliegenden Plantagen zu beobachten. Außerdem war es ihm durch die zentrale Anlage möglich von einem einzigen Punkt die Vorgänge innerhalb des Gebäudes einzusehen. Die bessere Überwachung der gesamten Anlage dürfte damit einer der Hauptgründe für den Umbau gewesen sein, da im ursprünglichen Monticello dies nicht möglich war. So mussten fortan alle im neu angelegten unterirdischen Wirtschaftstrakt untergebrachten Sklaven erst einmal durch das Hauptgebäude gehen, wenn sie von einem Flügel in den anderen wollten.[1]
Typische Merkmale von Jeffersons Architektur, sowohl auf Monticello als auch bei seinen anderen Gebäuden, waren Portiken und Kolonnaden meist mit toskanischen Säulen, die häufig weiß sandfarben verputzt wurden. Ebenfalls war auch das auffallende Piano nobile ein wiederkehrendes Stilelement. Ebenso häufig kamen oktogonale Räume, bei Monticello die Kuppel, immer wieder in seinen Entwürfen vor.[19][20]
Im Vergleich mit der Kolonialarchitektur hob sich Monticello von den damals typischen Bauformen ab. Es gilt als eines der ersten klassizistischen Gebäude auf dem Kontinent.[10] Als Vorbilder dienten neben dem antiken Pantheon in Rom auch die Villa La Rotonda von Andrea Palladio.[1][21] Jefferson kannte sie aus nur aus Büchern. Auch Chiswick House dürfte eines der Vorbilder gewesen sein.[21]
Nicht zuletzt durch Monticello verbreitete sich der neue klassizistische Stil Europas. Insbesondere der Palladianismus und die georgianische Architektur wurden hier erstmals in den Vereinigten Staaten populär. Vor allem aber wurde so die Kolonialarchitektur der Südstaaten beeinflusst. In erster Linie reiche Baumwoll- und Tabakfarmer bedienten sich an der neuen Architektur.[22]

Auch vor dem Umbau ab 1796 dürfte sich Monticello von den übrigen Gebäuden in der Umgebung abgehoben haben. Die Verwendung von Backsteinen, aber auch die großen Fenster und die toskanischen Säulen trugen zur Popularisierung der Jeffersonschen Architektur bei.[21] So schrieb François-Jean de Chastellux nach einem Besuch auf Monticello 1782:[23]
“My object in giving these details is not to describe the house, but to prove that it resembles none of the others seen in this country; so that it may be said that Mr. Jefferson is the first American who has consulted the Fine Arts to know how he should shelter himself from the weather.”
Seit dem Umbau 1796 ist Monticello 33,5 Meter lang und 27 Meter breit. Die Kuppel ist etwa 14 Meter hoch. Die Räume im ersten Stock haben eine Raumhöhe von ca. 3 Metern und die im zweiten Stock eine Höhe von etwa 2,5 Metern.[3] Die Wohnfläche beträgt etwa 1000 Quadratmeter.
Die Fenster von Monticello kamen vermutlich aus England. Bei den Erweiterungen Jeffersons wurde hingegen böhmisches Glas aus Philadelphia verwendet. Das Mahagoni der Fensterbänke kam ebenfalls von dort. Heute sind noch etwa zehn Prozent der Glasfläche aus Glas aus der Erbauungszeit. Beheizt wurde das Gebäude mit Hilfe von acht Kaminen. Das Holz für den Dachstuhl ließ er aus seinem eigenen Land schlagen, und die Ziegel brannten seine Sklaven vor Ort.[3]
Hinter den großen Glasscheiben im Inneren des Anwesens ließ Jefferson Orangen anbauen. Auf der Mulberry Row sah er in den 1790er Jahren ein zweistöckiges Gewächshaus mit Terrasse vor. Schließlich reduzierte er das Gewächshauses auf eine kleine Loggia, die er in das Hauptgebäude integrierte. Dieses wurde vermutlich 1809 fertiggestellt. Im Winter mussten die Pflanzen, wie aus seinen Briefen hervorgeht, andernorts untergebracht werden.[24]

Aufgrund der zunehmenden Verschuldung Jeffersons begann sich der Zustand Monticellos zu seinem Lebensende hin zu verschlechtern. Der Bau der Universität von Virginia, aber auch familiäre Probleme veranlassten ihn, sich weniger um den Zustand Monticellos kümmern.[25]
Das Grab Thomas Jeffersons befindet sich ebenfalls auf Monticello. Bereits lange vor seinem Tod entwarf er in einer Skizze sein Grabmal, das aus einem Obelisken besteht. Auf diesem stehen, neben seinem Geburtsdatum und seinem Todestag seine drei wichtigsten Errungenschaften. Diese fasste er wie folgt zusammen: seine Autorenschaft an der Unabhängigkeitserklärung der Vereinigten Staaten, sein Einsetzen für die Religionsfreiheit und die Gründung der University of Virginia. Als seinen Geburtstag gab er den 2. April an, seinen Geburtstag nach dem Julianischen Kalender, weswegen neben dem Datum auch die Abkürzung „O. S.“ für Old Style steht.[26]
Der Obelisk wurde 1833 von John M. Perry und James Dinsmore hergestellt.[27] Er bestand aus Granit, um ihn vor Grabschändung aufgrund des Wertes zu schützen. Jeffersons Befürchtung, dass dieser Vandalen zum Opfer fallen könne, bewahrheitete sich jedoch, da viele seiner Anhänger Bruchstücke als Erinnerung mitnahmen.[26] Ebenso löste sich die an dem Obelisken befestigte Grabplatte ab. Um ihn vor der vollständigen Zerstörung zu bewahren, wurde er von der Familie Levy abgebaut.
1878 und erneut 1882 wurde beschlossen, einen neuen Obelisken auf dem Friedhof von Monticello zu errichten. Dieser 1883 erbaute Obelisk war etwa doppelt so groß wie der von 1833 und wog etwa sieben Tonnen. Der originale Obelisk befindet sich seither in der University of Missouri, wo er 1885 enthüllt wurde. Bei dem Brand der Academic Hall 1892 zerbrach die Grabplatte in drei Stücke. Heute befindet sich die Grabplatte in der sogenannten Jesse Hall.[26][27] Seit ihrer Gründung 1913 kümmert sich die Monticello Association um die Gräber der Familie Jefferson.
2004 erwarb die Thomas Jefferson Foundation die Mountaintop Farm, die auch Patterson's Mountain oder Brown's Mountain genannt wird. Dies sollte verhindern, dass die Monticello umgebenden Plantagen, die sich ursprünglich im Besitz von Thomas Jefferson befanden, bebaut wurden. Zuvor hatten die dortigen Gebäude als Studentenunterkünfte gedient.[28]
Das ebenfalls von Jefferson erbaute Anwesen Poplar Forest bei Lynchburg ist Monticello stilistisch sehr ähnlich. So wurden auch hier toskanische Säulen und halbrunde Giebelfenster verwendet, und ebenso wie Monticello ist das oktogonale Gebäude aus Ziegelsteinen gebaut.[29] Außerdem hat es ebenfalls ein Oberlicht über dem Esszimmer, das dort einen exakten Würfel darstellt.[30]
Auch das von Jefferson geplante Virginia State Capitol hat einige Ähnlichkeiten mit Monticello. Im Gegensatz zu diesem weist es jedoch sechs ionische Säulen auf.[31] Monticello hingegen, das toskanische Säulen aufweist, ist, im Gegensatz zum Virginia State Capitol aus unverputzten Backsteinen gemauert. Eine weitere Ähnlichkeit sind auch hier die großen Glasfenster und Oberlichter.
Weitaus mehr Ähnlichkeiten mit Monticello weist die hauptsächlich von Jefferson entworfene University of Virginia auf. Ebenso wie dieses ist die dortige Rotunde mit einer Kuppel und einem Opaion überwölbt. Des Weiteren wurden auch hier bei den Kolonnaden toskanische Säulen und unverputzter Backstein verwendet, die zentrale Merkmale von Jeffersons Architektur sind. Ebenso verwendete er hier bei den Portiken ionische und korinthische Säulen.[10]
Neben Jefferson hatten auch George Washington mit Mount Vernon und James Madison mit Montpelier einen Landsitz. Letzteres liegt nur etwa 50 Kilometer von Monticello entfernt. Ebenso wie Jefferson hielten Washington und Madison dort Sklaven.[16][32] Montpelier wurde von James Dinsmore umgebaut, der auch den Obelisken auf Monticello fertigte.[33] George Washington baute Mount Vernon genau wie Jefferson Monticello nach eigenen Entwürfen im klassizistischen Stil um. Ebenso wie dieser orientierte er sich dabei an der Architektur von Andrea Palladio.[34]
Inneneinrichtung
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Jefferson entwarf einen Großteil der Inneneinrichtung. So entwarf er für seine Sklaven eine nach Osten gerichtete Uhr mit nur einem Stundenzeiger, die mit demselben Uhrwerk betrieben wird wie die Uhr im Vestibül. Dort befinden sich auch Nachbildungen der indianischen Gegenstände, die von der Lewis-und-Clark-Expedition mitgebracht wurden. Der Boden der Eingangshalle ist grasgrün. Jeffersons strich diesen auf Anweisung Gilbert Stuarts in diesem Farbton.
Vom sogenannten South-Square-Room aus beaufsichtigte Martha Jefferson Randolph die Arbeit der Sklaven. Die Wände in diesem Raum sind, ebenso wie die des Schlafzimmers, hellblau gestrichen. Letzteres stattete Jefferson mit Möbeln aus, die er aus Paris mitgebracht hatte. Unter anderem befinden sich dort Seidenvorhänge und Marmortische sowie Polstersessel. Dieser Raum war Jeffersons Sterbezimmer.
Im Salon befand sich seine Kunstsammlung. Auch das Esszimmer, dessen Tische sich bei Bedarf wegklappen ließen, wurde kulturell genutzt. Der kälteste Raum des Hauses war das Teezimmer, das sich im nördlichen Erker befindet. Dieser ist lediglich durch einen elliptischen Bogen mit zwei gläsernen Schiebetüren vom Esszimmer getrennt. Die zahlreichen Schriften und Briefe schrieb Jefferson im Cabinet. Dieser Raum befindet sich im seitlichen Erker und ist dunkelgrün gestrichen. Der vierte US-Präsident James Madison und seine Frau Dolley übernachteten häufig in einem Gästezimmer, das heute den Namen Madison Room trägt. Das achteckige Zimmer wurde wegen seiner Form The Octagonal Room genannt.[35] Die Deckenleiste in der Eingangshalle weist insbesondere ionische Stilelemente auf, wo hingegen der Salon vor allem korinthische Elemente.[1]

Jeffersons jüngste Schwester, Anne Scott Jefferson Marks lebte nach dem Tod ihres Mannes 1811 auf Monticello in einem Zimmer im zweiten Stock, dem sogenannten Aunt Marks's Room. Die dortigen Zimmer haben eine vergleichsweise niedrige Deckenhöhe. In einem weiteren Zimmer im zweiten Geschoss wohnte Jeffersons Tochter Martha, die später dort auch mit ihrer Familie lebte. Ihre Töchter hatten ein weiteres Zimmer nebenan. Auch die Nursery befand sich in dieser Etage.
Im dritten Stock befindet sich der Dome Room, der sich, wie der Name schon sagt, unter der Kuppel befindet. Dieser achteckige Raum hat gelb gestrichene Wände sowie runde Fenster.[35] Die Kassetten der Kuppel zusammen mit dem Opaion waren vermutlich von der Kuppel des Pantheons und der Kuppel des Tempels der Vesta in Tivoli, die er unter anderem aus den Büchern Palladios kannte, inspiriert. Der Raum gilt als erster derartiger Raum in einem privaten Anwesen in den Vereinigten Staaten. Gebaut wurde der Raum vor allem aus optischen Gründen.[1][36] Der Zweck des Raumes ist heute unbekannt. Vermutlich hatte er im Lauf der Zeit verschiedene Funktionen. Er könnte zum Beispiel als Schlafzimmer, Abstellkammer oder als weiteres Spielzimmer für die Enkel gedient haben.
Neben dem Dome-Raum befand sich im dritten Stock ein Schlafzimmer für seine Enkelsöhne, die Jefferson dort unterrichtete. Die Betten in diesem Raum lagen in zwei Alkoven. Auch ein Zimmer für seine Enkeltöchter befand sich dort. Der unverkleidete Raum besteht aus sichtbaren Holzbohlen. Das Cuddy genannte Zimmer, was im amerikanischen Englisch eine kleine Kajüte bedeutet, war bereits damals in einem sehr schlechten Zustand.[35]
In Jeffersons Gemach befindet sich eine Astronomische Uhr. Diese wurde 1812 in Philadelphia gebaut. 1999 wurde die von der Thomas Jefferson Foundation zurückerworben. Jefferson sammelte viele Bücher, doch seine erste Bibliothek wurde bei einem Plantagenbrand zerstört. Seine zweite verschenkte er nach dem Brand von Washington 1815 an den Kongress; daher sind die heutigen Bücher bereits seine dritte Büchersammlung.
Nach dem Tod Jeffersons wurden die meisten Kunstgegenstände durch Versteigerungen verstreut. Ein Großteil der Möbel wurde inzwischen von der Thomas Jefferson Foundation zurückerworben. Darunter sind Kunstwerke, Möbel, persönliche Gegenstände, Bücher und Manuskripte. In den vergangenen hundert Jahren hat die Thomas Jefferson Foundation über 5000 Exponate angesammelt, darunter auch einige Nachbildungen.[37]
Sklaverei
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Jefferson war bezüglich Sklaverei zwiegespalten. Er war zwar von Freiheit und Gleichheit überzeugt, jedoch hielt er im Lauf seines Lebens auf Monticello 607 Sklaven, nachdem er von seinem Vater und seinem Onkel 187 Sklaven geerbt hatte. Er kaufte, verkaufte, verpfändete und verpachtete Sklaven auf Monticello. Ihre Kinder waren für das Sammeln von Tabakschwärmern, das Schmieden von Nägeln, das Spinnen von Garn und Weben von Stoffen zuständig. Die Jungen zwischen 10 und 16 Jahren, die für das Schmieden von Nägeln eingesetzt wurden, bekamen mehr zu essen und neue Kleidung und wurden bei „guter Arbeit“ häufig zu Handwerkern ausgebildet. Andernfalls wurden sie als Feldarbeiter eingesetzt.[16]
Vor allem an seinem Lebensende verkaufte er wegen seiner massiven Schulden immer mehr Sklaven auf Monticello. Während der erhöhten Kindersterblichkeit auf Monticello und Poplar Forest 1819 sollten seine Aufseher die Kinder der Sklaven retten, jedoch nicht nur aus moralischen Gründen, sondern auch wegen deren Wert. Außerdem argumentierte er, dass die Vermietung von Sklaven, die auf Monticello nicht benötigt wurden, sinnvoll sei, da sie einen Gewinn erzielten, ohne dass er sie verkaufen müsse.
Jefferson befürchtete, dass es den Sklaven auf Monticello schlechter gehen werde, wenn er sie verkaufte. Trotzdem war er immer wieder dazu bereit,[38] so zum Beispiel in den 1790er Jahren, als er das Geld für den Bau Monticellos benötigte.[16] Nach seinem Tod wurden die übrigen Sklaven, die oft ein Leben lang auf der Plantage von Monticello gearbeitet hatten, verpfändet, was für sie eine erhebliche Verschlechterung der Lebensumstände bedeutete. So wurden unter anderem Familien bei den Auktionen getrennt verkauft.[38] Zu diesem Zeitpunkt wurden 130 Sklaven auf Monticello verkauft, um einen Teil der zwölf Millionen Dollar Schulden zu tilgen. Diese brachten jedoch nur etwa siebzig Prozent des zuvor veranschlagten Wertes ein.[39][40]
1817 wollte Tadeusz Kościuszko Jefferson 17.000 Dollar vererben, doch dieser schlug, trotz seiner Schulden, das Erbe aus, da er als Gegenleistung verlangte, dass er seine Sklaven auf Monticello und Poplar Forest freilassen solle.[41] Jefferson war der Ansicht, dass andere Anreize als körperliche Züchtigung die Sklaven zum Arbeiten bringen könnten. Dies begann er ab den 1790er Jahren auf Monticello umzusetzen,[42] obwohl es Augenzeugenbericht angeben, dass dies nur teilweise der Fall war.[16] Seine Aufseher hielten sich häufig nicht an seine diesbezüglichen Anweisungen.
Er setzte sich im Gegensatz zu anderen Sklavenhaltern für die Anerkennung von Schwarzen als Menschen ein, obwohl er der Ansicht war, dass Weiße den Sklaven überlegen seien. Er unterstützte deren Befreiung nicht. Nachdem er ab den 1790er Jahren begann, vermehrt Weizen anzubauen, hatte er zu viele Sklaven. Um diese nicht verkaufen zu müssen, begann er sie in den Scheunen der Mulberry Row einzusetzen. Ebenso benötigte er sie für seine fortlaufenden Bauprojekte.[42]
Sklaven hatten auf Monticello verschiedene Aufgaben; die Mehrzahl arbeiteten auf den Plantagen. Jeffersons Diener wurden von Betty Hemings angeleitet. Unter ihnen waren auch deren vier Töchter, darunter auch Sally Hemings, zu der er eine sexuelle Beziehung hatte. Eine weitere direkt im Anwesen tätige Sklavin war Ursula Granger, die er 1773 ersteigert hatte. Für seine Bauprojekte wurden ebenfalls Sklaven aus der Familie Hemings, darunter auch der Zimmermann John Hemings eingesetzt.[43] Die Mehrzahl der Sklaven, die auf Monticello geboren wurden, wurden erst im Laufe des Sezessionskriegs freigelassen. So beispielsweise Robert Hughes, der fast vier Jahrzehnte als Schmied auf der Plantage Edgehill gearbeitet hatte.[44]
Heutzutage versucht die Thomas Jefferson Foundation über diese Zeit aufzuklären.[38] So wurde 2014 eine typische Sklavenhütte, die sogenannte Hemmings Cabin, die nach Priscilla Hemmings, dem Kindermädchen Jeffersons, benannt wurde, rekonstruiert.[45]
Plantagen
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Als Jefferson Monticello erbte, wurde dort in erster Linie Tabak angebaut. Er betrieb die Plantagen in Dreifelderwirtschaft, da Tabak die Böden auslaugte. Auch Bodenerosion stellte zunehmend ein Problem dar. Zur Jahrhundertwende wurde daher vermehrt Weizen und Mais angebaut.
Es wurden mehrere Sklavenviertel eingerichtet, darunter auch die sogenannte Mulberry Row, von wo aus auch die Bauprojekte Jeffersons umgesetzt wurden. Diese hundert Meter südlich von Monticello gelegene, 300 Meter lange Straße wurde von verschiedenen Handwerkern, sowie Sklavenunterkünften gesäumt. Jefferson überlegte in den 1770er Jahren, dort eine Klassizistische Häuserreihe als Unterkünfte für Sklaven und bezahlte Arbeiter zu bauen. Jede Familie sollte so ihren eigenen Schlafraum, der um einen zentral gelegenen Raum angeordnet war, bekommen. Dies wurde allerdings nicht umgesetzt.[46] Heute sind von der Mulberry Row von den ursprünglich 20 Hütten noch die Hütte des Webers, sowie die Grundmauern und der Schornstein der Schreinerei erhalten. Ebenso sind weitere Gebäude noch als Bodendenkmal erhalten.[47][48] Seit den 1770er Jahren betrieb Jefferson außerdem auf der angrenzenden Terrasse Gemüsebau.[1] 1939 wurden die Blumengärten von der Thomas Jefferson Foundation wiederhergestellt.[17] Auf der Westseite des Anwesens befindet sich der ovale Westrasen, eine Rasenfläche, die von mehreren geschwungenen Blumenbeeten begrenzt wurde. Jefferson baute dort 105 verschiedene Blumenarten an.[49] Ebenso auf dem Gelände befand sich eine Unterkunft für die zahlreichen Gäste, die Jefferson auf Monticello empfing. Diese wurde von 16 Sklaven betrieben.[16]

Archäologische Untersuchungen des ehemaligen Plantagengeländes und der früheren Wohnstätten der Sklaven waren erst zu Beginn des 21. Jahrhunderts beendet. Durch die Funde sind unter anderem Erkenntnisse über das Leben der Sklaven im 18. und 19. Jahrhundert möglich, über die ihre weißen Zeitgenossen nur sehr wenig überliefert haben. So zeigten die Funde, dass die Sklaven auf der Plantage zunächst in mehreren Gemeinschaftshäusern untergebracht waren, zu Beginn des 19. Jahrhunderts jedoch in Familienunterkünften wohnten. Bei den Grabungen wurden sowohl ein zentrales Sklavenviertel, als auch ein Aufseherhaus gefunden. Die Behausungen der Sklaven waren oft winzige Blockhütten, die oft nur aus einem einzigen Raum bestanden. Zwischen 2000 und 2001 wurde ein 40 Gräber umfassender Friedhof, auf dem die Sklaven bestattet wurden, gefunden. Dieser wurde von 2018 bis 2022 neu gestaltet.[50]
Neben Sklaven arbeiteten auch mehr als hundert freie Arbeiter auf Monticello. Unter ihnen waren die Aufseher, die die Farmen verwalteten, aber auch Glaser, Maurer, Gärtner, Stuckateure und andere Menschen, die für die Bauvorhaben Jeffersons verantwortlich waren.[51]
Monticello war in die Farmen Lego, Tufton, Shadwell und Monticello unterteilt. Shadwell, wo Jefferson geboren war, bestand aus sieben Felder, von denen jedes etwa vierzig Hektar groß war.[2] Insgesamt waren die vier Farmen 14.000 Quadratmeter groß.[42] 1813 verschenkte Jefferson, nachdem er dort eine weitere Mühle errichtet hatte, Shadwell und Tufton an seinen Enkel Thomas Jefferson Randolph, der sich dort niederließ.[2]
Abbildung auf US-amerikanischer Währung
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Monticello ist seit 1938, mit einer Unterbrechung von 2004 bis 2005, auf der Rückseite des amerikanischen 5-Cent-Stückes, des sogenannten Nickel, abgebildet. Die Vorderseite zeigt traditionell das Porträt von Jefferson.

Eine von der amerikanischen Münzprägeanstalt geplante Änderung des Motivs ab 2003 führte zu politischem Widerstand unter Führung des US-Kongressabgeordneten von Virginia, Eric Cantor, der seit 2001 Abgeordneter für den Wahlbezirk ist, in dem Monticello liegt. Der Protest bewirkte schließlich, dass lediglich 2004 und 2005 Münzen mit insgesamt vier neuen Motiven geprägt wurden. Seit Januar 2006 wird auf der Rückseite wieder Monticello in der seit 1938 kaum veränderten Darstellung abgebildet (wobei allerdings das Vorderseitenporträt von Jefferson neu gestaltet wurde).
Monticello wurde außerdem von 1928 bis 1966 auf der Rückseite der 2-Dollar-Note abgebildet. Es ist außerdem ein häufiges Briefmarkenmotiv in den Vereinigten Staaten.
Trivia
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Auf Monticello ließ sich Jefferson von seinem Koch James Hemings erstmals auf dem nordamerikanischen Kontinent das Gericht Macaroni and Cheese, das er in Paris kennengelernt hatte, zubereiten. Das von Mary Randolph geschriebene Kochbuch The Virginia House-Wife trug zur Popularisierung des Gerichts bei.[52]
- Von Monticello existieren in den Vereinigten Staaten einige Repliken. So entstand 2014 eine maßstabsgetreue Nachbildung von Monticello in Somers, Connecticut. Erbaut wurde sie vom Mitbegründer von Friendly’s, S. Prestley Blake, der die Replik 2019 an das private Hillsdale College vermachte.[53] Eine weitere, 2015 gebaute Nachbildung befindet sich auf dem Campus der privaten Dallas Baptist University in Dallas, Texas. Bei dieser wurden auch Vestibül und Kuppelraum originalgetreu nachgebaut.[54] Ferner basieren auch das Hauptgebäude der Fraternitie Pi Kappa Alpha der Universität von Virginia, die nach Thomas Chrowder Chamberlin benannte Chamberlin Hall der ebenfalls privaten Wilbraham & Monson Academy in Wilbraham, Massachusetts, und die Perrot Library in Old Greenwich, Connecticut, auf der Architektur Monticellos. Auch das Wohnhaus von Fiske Kimball, der Monticello in den 1930er Jahren restaurierte, Shack Mountain, das dieser 1935 bauen ließ, ist Monticello nachempfunden. Es jedoch deutlich kleiner, befindet sich jedoch nur drei Kilometer von Monticello entfernt. Auch dieses, im Colonial-Revival-Stil gehaltene Gebäude ist auf einem Berg gebaut. Seit 1976 ist es im National Register of Historic Places verzeichnet und seit 1992 ist es eine National Historic Landmark.[55] Die von 2003 bis 2005 errichtete und Uriah P. Levy gewidmete Naval Academy Jewish Chapel in Annapolis, Maryland, basiert ebenfalls in ihren Grundzügen auf Monticello.[56]
Literatur
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- William L. Beiswanger: Monticello in Measured Drawings. Charlottesville, Virginia: Thomas Jefferson Memorial Foundation, 1998, ISBN 978-0-8078-2719-2.
- Thomas Jefferson Foundation. Thomas Jefferson’s Monticello. Charlottesville, Virginia: Thomas Jefferson Foundation, 2002
- Lucia C. Stanton: Those Who Labor for My Happiness: Slavery at Thomas Jefferson’s Monticello. Charlottesville: University of Virginia Press, 2012, ISBN 978-0-8139-3223-1.
- Susan R. Stein: The Worlds of Thomas Jefferson at Monticello. New York: Harry N. Abrams, in association with the Thomas Jefferson Memorial Foundation, Inc., 1993, ISBN 978-0-8109-3967-7.
- Annette Gordon-Reed: The Hemingses of Monticello: An American Family. New York: W. W. Norton & Co., 2008, ISBN 978-0-393-33776-1.
- Peter J. Hatch: “A Rich Spot of Earth”: Thomas Jefferson’s Revolutionary Garden at Monticello. New Haven, Connecticut: Yale University Press, 2012, ISBN 978-0-300-17114-3.
- James B. Conroy: Jefferson's White House: Monticello on the Potomac. Rowman & Littlefield, 2019, ISBN 978-1-5381-0846-8.
- Susan Kern: The Jeffersons at Shadwell. New Haven, Connecticut: Yale University Press, 2010, ISBN 978-0-300-15390-3.
- Melvin I. Urofsky: The Levy Family and Monticello, 1834–1923: Saving Thomas Jefferson’s House. Charlottesville, Virginia: Thomas Jefferson Foundation, 2001, ISBN 978-1-882886-16-6.
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- https://www.monticello.org/
- Sendung über Montecello aus der ARD-Reihe "Schätze der Welt" ( vom 25. März 2002 im Internet Archive)
- Eintrag auf der Website des Welterbezentrums der UNESCO (englisch und französisch).
- YouTube-Video über die Baugeschichte von Monticello des YouTube-Kanals der Thomas Jefferson Foundation
Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 Monticello. In: Encyclopedia Virginia. 7. Dezember 2020, abgerufen am 24. März 2025 (amerikanisches Englisch).
- 1 2 3 4 Shadwell. In: Website von Monticello. Abgerufen am 28. März 2025 (amerikanisches Englisch).
- 1 2 3 4 5 6 7 House FAQs. In: Website von Monticello. Abgerufen am 24. März 2025 (amerikanisches Englisch).
- ↑ Library (Book Room). In: Website von Monticello. Abgerufen am 24. März 2025 (amerikanisches Englisch).
- 1 2 3 4 5 6 Marc Leepson: Monticello. In: Britannica. Abgerufen am 11. März 2026.
- 1 2 3 Renee Ghert-Zand: The lost story of how a Jewish family saved Thomas Jefferson’s famous home – twice. In: The Times of Israel. 17. Februar 2022, abgerufen am 4. April 2025 (amerikanisches Englisch).
- ↑ Monticello and the Civil War. In: Website Monticellos. Abgerufen am 24. März 2025 (amerikanisches Englisch).
- ↑ Louise A. Mayo: Saving Monticello: The Levy Family's Epic Quest to Rescue the House that Jefferson Built , and: The Levy Family and Monticello, 1834–1923: Saving Thomas Jefferson's House (review). In: American Jewish History. Band 89, Nr. 3, September 2001, ISSN 1086-3141, S. 323–326, doi:10.1353/ajh.2001.0047.
- ↑ Thomas Fleming: The Jew Who Helped Save Monticello. In: The Jewish Digest. Februar 1974, S. 43–49 (amerikanisches Englisch).
- 1 2 3 4 5 Eintrag der UNESCO: Monticello and the University of Virginia in Charlottesville. In: UNESCO Welterbezentrum. Abgerufen am 24. März 2025 (amerikanisches Englisch).
- ↑ Listing of National Historic Landmarks by State: Virginia. National Park Service, abgerufen am 6. März 2020 (amerikanisches Englisch).
- ↑ Monticello im National Register of Historic Places, abgerufen am 6. März 2020 (amerikanisches Englisch).
- ↑ Richard Guy Wilson: Monticello. In: Archipedia. 13. März 2019, abgerufen am 26. März 2025 (amerikanisches Englisch).
- ↑ Thomas Jefferson in Paris. In: Website von Monticello. Abgerufen am 31. März 2025 (amerikanisches Englisch).
- ↑ Alcove Beds. In: Website von Monticello. Abgerufen am 6. April 2025 (amerikanisches Englisch).
- 1 2 3 4 5 6 The Dark Side of Thomas Jefferson. In: Smithsonian Magazin. Oktober 2012, abgerufen am 5. April 2025 (amerikanisches Englisch).
- 1 2 Garden Pavilion. In: Website von Monticello. Abgerufen am 5. April 2025 (amerikanisches Englisch).
- ↑ William L. Beiswanger: A temple in the garden : a short history. Thomas Jefferson Memorial Foundation, Charlottesville 1984, OCLC 22970382, S. 1–10 (amerikanisches Englisch).
- ↑ Richard Guy Wilson: Thomas Jefferson and the creation of the American architectural image. In: The Cambridge Companion to Thomas Jefferson. Cambridge University Press, 2009, ISBN 978-0-521-86731-3, S. 114–126.
- ↑ Ralph G. Giordano: The Architectural Ideology of Thomas Jefferson. 1. Auflage. McFarland & Co Inc, 2012, ISBN 978-0-7864-7017-4.
- 1 2 3 Brook Foreman: Chiswick House and Monticello Estate. In: Research Assortments – Essays and Prompts. 19. Juli 2014, abgerufen am 26. März 2025 (amerikanisches Englisch).
- ↑ Ira Berlin: Generations of Captivity – A History of African-American Slaves. 2002, ISBN 0-674-01624-6, S. 127–131 (amerikanisches Englisch).
- ↑ Monticello, a UNESCO World Heritage Site. In: Website von Monticello. Abgerufen am 26. März 2025 (englisch).
- ↑ Greenhouses. In: Website von Monticello. Abgerufen am 24. März 2025 (amerikanisches Englisch).
- ↑ William Peden: A Book Peddler Invades Monticello. In: The William and Mary Quarterly. Band 6, 1949, OCLC 5545215252, S. 631–636, doi:10.2307/1916755, JSTOR:1916755 (amerikanisches Englisch).
- 1 2 3 Jefferson's Grave and Tombstone. In: Website von Monticello. Abgerufen am 5. April 2025 (amerikanisches Englisch).
- 1 2 Thomas Jefferson’s Original Graveyard Monument at the University of Missouri. In: Thomas Jefferson Heritage Society. Abgerufen am 7. April 2025 (amerikanisches Englisch).
- ↑ Foundation Purchases Jefferson’s Montalto. (PDF) In: Monticello Newsletter No. 15. 2004, abgerufen am 5. April 2025 (amerikanisches Englisch).
- ↑ Barbara J. Heath, Jack Gary: Jefferson's Poplar Forest: Unearthing a Virginia Plantation. Gainesville 2018, ISBN 978-0-8130-6608-0 (amerikanisches Englisch).
- ↑ Rachel Fletcher: Thomas Jefferson’s Poplar Forest. In: Nexus Network Journal. Band 13, Nr. 2, 1. Juli 2011, ISSN 1522-4600, S. 487–498, doi:10.1007/s00004-011-0077-1 (springer.com [abgerufen am 8. April 2025]).
- ↑ Charles E. Brownell: The Making of Virginia Architecture. 1. Auflage. University of Virginia Press, Charlottesville 1992, ISBN 0-917046-33-1, S. 46–53, 214–217 (amerikanisches Englisch).
- ↑ Hannah Scruggs: The Enslaved Community at Montpelier. In: Encyclopedia Virginia. Abgerufen am 10. April 2025 (amerikanisches Englisch).
- ↑ Architectural Plans for Montpelier. In: Encyclopedia Virginia. Abgerufen am 10. April 2025 (amerikanisches Englisch).
- ↑ Dennis J. Pogue: Washington and Architecture | George Washington's Mount Vernon. In: Website von Mount Vernon. Abgerufen am 10. April 2025 (englisch).
- 1 2 3 Rooms & Furnishings in Monticello. In: Website von Monticello. Abgerufen am 11. April 2025 (englisch).
- ↑ Andrea Palladio: Die vier Bücher zur Architektur. Hrsg.: Hans-Karl Lücke. 2. Auflage. maxiverlag, 2009, ISBN 978-3-86539-176-6 (italienisch: I quattro libri dell'architettura. 1570.).
- ↑ Explore the Collection. In: Website von Thomas Jefferson's Monticello. Abgerufen am 26. März 2025 (amerikanisches Englisch).
- 1 2 3 The Business of Slavery at Monticello. In: Website von Monticello. Abgerufen am 24. März 2025 (amerikanisches Englisch).
- ↑ Master of the Mountain: Thomas Jefferson and His Slaves by Henry Wiencek (review). In: Journal of the Early Republic. Band 33, Nr. 3, September 2013, ISSN 1553-0620, S. 557–560, doi:10.1353/jer.2013.0063.
- ↑ Lucia Stanton: "Those Who Labor for My Happiness": Slavery at Thomas Jefferson's Monticello. University of Virginia Press, Charlottesville 2012 (google.de [abgerufen am 6. April 2025]).
- ↑ Niezrealizowany Testament Tadeusza Kościuszki. In: Polonika. Abgerufen am 5. April 2025 (polnisch).
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- ↑ Robert Hughes. In: Getting Word – African American Oral History Project. Abgerufen am 6. April 2025 (amerikanisches Englisch).
- ↑ Outdoor Tour – Hemmings Cabin. In: Website von Monticello. Abgerufen am 26. März 2025 (amerikanisches Englisch).
- ↑ Henry Wiencek: Master of the mountain : Thomas Jefferson and his slaves. New York : Farrar, Straus and Giroux, 2012, ISBN 978-0-374-29956-9 (amerikanisches Englisch, archive.org [abgerufen am 5. April 2025]).
- ↑ Itohan Osayimwese: Review: Slavery at Monticello: Life and Work on Mulberry Row. In: Journal of the Society of Architectural Historians. Band 75, Nr. 3, 1. September 2016, ISSN 0037-9808, S. 383–385, doi:10.1525/jsah.2016.75.3.383.
- ↑ Mulberry Row. In: Website von Monticello. Abgerufen am 6. April 2025 (englisch).
- ↑ The Monticello Flower Gardens. In: Website von Monticello. Abgerufen am 24. März 2025 (amerikanisches Englisch).
- ↑ Burial Ground for Enslaved People at Monticello. In: Website von Monticello. Abgerufen am 4. April 2025 (amerikanisches Englisch).
- ↑ Free Workers Employed at Monticello. In: Website von Monticello. Abgerufen am 28. März 2025 (amerikanisches Englisch).
- ↑ The Project Gutenberg eBook of The Virginia Housewife, by Mary Randolph. Abgerufen am 29. März 2025 (amerikanisches Englisch).
- ↑ Miranda Zhang: Friendly co-founder's 'Monticello' on market in Somers, Conn., for $6.5 Million – Hartford Courant. 14. Oktober 2014, archiviert vom (nicht mehr online verfügbar) am 29. April 2015; abgerufen am 29. März 2025 (amerikanisches Englisch).
- ↑ Dallas Baptist University | Gary Cook School of Leadership – Highlights. In: Dallas Baptist University. 4. Februar 2016, archiviert vom (nicht mehr online verfügbar) am 4. Februar 2016; abgerufen am 31. März 2025 (amerikanisches Englisch).
- ↑ Carolyn Pitts: National Historic Landmark Nomination: Shack Mountain. (PDF) In: National Park Service. 24. April 1992, abgerufen am 5. April 2025 (amerikanisches Englisch).
- ↑ William Lebovich: Navy Temple. In: ArchitectureWeek. 3. Mai 2006, archiviert vom am 20. Oktober 2008; abgerufen am 17. März 2026 (englisch).
Koordinaten: 38° 0′ 32,4″ N, 78° 27′ 10,8″ W
- Monticello und Universität von Virginia in Charlottesville
- Wohngebäude in Virginia
- Klassizistisches Bauwerk in den Vereinigten Staaten
- National Historic Landmark (Virginia)
- Denkmal im National Register of Historic Places (Virginia)
- Politikermuseum
- Plantage
- Sklaverei in den Vereinigten Staaten
- Thomas Jefferson
- Bauwerk im Albemarle County
- Museum in Virginia
- Organisation (Albemarle County)