Moses Reiß

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Moses Reiß (hebräisch משה רייס; auch: Moses Reiss, geboren am 11. Dezember 1802 in Karlsruhe; gestorben am 8. Oktober 1878 in Breisach am Rhein) war Bezirksrabbiner in Baden.

Moses Reiß war der Sohn des rabbinischen Gelehrten und Händlers Seligmann Reiß und der Frumet. Er besuchte in Karlsruhe von 1822 bis 1824 das Lyzeum und die Jeschiwa des Rabbiners Ascher Löw. Vom Sommersemester 1825 bis zum Sommersemester 1826 studierte er an der Universität Würzburg. Er wurde 1838 Bezirksrabbiner in Breisach. Reiß war Teilnehmer der zweiten Rabbinerversammlung. Er war der letzte Rabbiner mit Sitz in Breisach. Nach seinem Tod wurde das Bezirksrabbinat Breisach aufgelöst.[1]

Moses Reiß war mit Babette geborene Burger (1830–1890), Tochter des Nathan Burger, verheiratet. Die Familie lebte in der Judengasse (heute Rheintorstraße), wo an Haus Nummer 22 eine Gedenktafel an den Rabbiner Reis erinnert. Im Deutsch-Französischen Krieg war Babette als Krankenschwester tätig, wofür sie später einen Orden erhielt. Reiß und seine Frau wurden auf dem neuen jüdischen Friedhof in Breisach bestattet.[2]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Eintrag REISS, Moses. In: Michael Brocke, Julius Carlebach (Hrsg.), bearbeitet von Carsten Wilke: Biographisches Handbuch der Rabbiner. Teil 1: Die Rabbiner der Emanzipationszeit in den deutschen, böhmischen und großpolnischen Ländern 1781–1871. K·G·Saur, München 2004, ISBN 3-598-24871-7, S. 741.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Hans David Blum: Juden in Breisach. Von den Anfängen bis zur Schoáh. 12. – 19. Jahrhundert. Bd. 1, hrsg. von Erhard Roy Wiehn, Hartung-Gorre, Konstanz 1998, S. 175.
  2. Kai Kricheldorff: Breisach erinnert an zwei besondere Jüdinnen in der Stadt, Badische Zeitung, 9. September 2014.