Mussar-Bewegung

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Die Mussar-Bewegung war eine jüdische orthodoxe Bewegung seit dem 19. Jahrhundert. Sie entstand in Litauen als Reaktion auf einen befürchteten Zerfall der jüdischen Kultur durch Assimilierung, Haskala, antisemitische Ausschreitungen und Chassidismus. Als ihr Begründer gilt Israel Salanter.

Begriff[Bearbeiten]

Der hebräische Ausdruck mussar wird in der Bibel im Buch der Sprüche, 1,2 verwendet und bedeutet moralische Anweisung, Disziplin oder Gehorsam.

Die Mussar-Bewegung war geprägt durch die Mussar-Literatur, die seit dem Mittelalter moralisch-ethisches jüdisches Verhalten anmahnte. Ziel waren disziplinierte Bemühungen für eine ethische und spirituelle Weiterentwicklung.

Geschichte[Bearbeiten]

Die Mussar-Bewegung wurde um 1840 durch Rabbi Israel Salanter in Vilnius gegründet. Es folgten Schulen in Kaunas, Kelme und Telz. Nach dem Weggang Salanters nach Deutschland 1857 wurde die Bewegung durch seine Schüler Simcha Sissel Zwi und Jizchak Blaser geleitet. Seit ungefähr 1890 gab es Meinungsverschiedenheiten innerhalb der Bewegung und Kritik aus der jüdischen Umgebung. Seit ungefähr 1905 verlor die Mussar-Bewegung deutlich an Bedeutung

Heute ist das Studium der Mussar ein Teil des Studiums an orthodoxen Jeschiwas

Literatur[Bearbeiten]

  • Lester Eckman: The history of the Musar Movement 1840 − 1945, Schreiber Publishing, 1975, ISBN 978-0884000419.