Muzio-Gambit

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Ausgangsstellung des Muzio-Gambits

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Das Muzio-Gambit oder Muzio-Polerio-Gambit ist eine Eröffnungsvariante im Schach, die sich aus dem Königsspringergambit ergibt. Ihr ECO Code ist C37.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Muzio-Gambit war bereits den italienischen Meistern des frühen 17. Jahrhunderts bekannt, Giulio Cesare Polerio und Alessandro Salvio erwähnen es in ihren Schriften. Benannt ist es nach dem ansonsten nicht weiter hervorgetretenen Spieler Muzio d'Alessandro aus Neapel. Das Gambit ist typisch für die Spielauffassung dieser Zeit: Schneller und kompromissloser Angriff auf den gegnerischen König, auch wenn dafür eigenes Material geopfert werden muss.

Im 19. Jahrhundert war die Variante sehr populär. Der Theoretiker Jacob Henry Sarratt widmete ihr in seinem Buch New treatise on the game of chess (1821) fast hundert Seiten. Angriffsspieler wie Adolf Anderssen, Johannes Zukertort und Michail Tschigorin erzielten glänzende Erfolge damit. Allerdings wurden im Laufe der Zeit immer bessere Verteidigungsstrategien entdeckt, so dass das Muzio-Gambit langsam aus der Turnierpraxis verschwand.

Robert James Fischer resümierte in seinem 1969 erschienenen Buch My sixty memorable games, dass im Muzio-Gambit nichts „Romantisches“ mehr liege, da es bis zum Remis ausanalysiert sei.

Trotzdem ist das Muzio-Gamit aus der modernen Turnierpraxis nicht vollständig verschwunden, so gewann zum Beispiel der Großmeister Alexei Schirow mit dem Muzio-Gambit eine Partie gegen Lapinski.[1]

Eröffnungstheorie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

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Stellung nach 5. … g4xf3 6. Dd1xf3

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Nach den einleitenden Zügen

1. e2–e4 e7–e5 2. f2–f4 e5xf4 3. Sg1–f3 g7–g5 4. Lf1–c4 g5–g4 bietet Weiß mit 5. 0–0 ein Springeropfer an.

Zwar kann dies mittels 5. … d5 6. Lxd5 Sf6 abgelehnt werden. Meist folgt jedoch 5. … g4xf3 6. Dd1xf3

Die Kompensation des Weißen für den Materialverlust besteht in Entwicklungsvorsprung und einem starken Druck auf den schwachen Punkt f7.

Nach dem meistgespielten Zug 6. … Dd8–f6 (auch Dd8–e7 ist möglich, gilt jedoch als schwächer)

opfert Weiß mittels 7. e4–e5 einen weiteren Bauern, um Linien gegen den schwarzen König zu öffnen.

(7. d2–d3 Sb8–c6! 8. Lc1xf4 d7–d6 9. Sb1–c3 Lc8–e6 10. Sc3–d5 Df6–d8 gilt als zu langsam für Weiß. 7. Sb1–c3 Df6–d4+ 8. Tf1–f2 Dd4xc4 9. b2–b3 ist ein anderer Versuch.)

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Stellung nach 5. … g4xf3 6. Dd1xf3 7. e4–e5 Df6xe5

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Nach 7. … Df6xe5 gibt es zwei Möglichkeiten für Weiß, den Angriff fortzusetzen:

  1. das radikale, aber nicht ganz korrekte „doppelte Muzio-Gambit“ 8. Lc4xf7+ Ke8xf7 9. d2–d4 De5–f5 (nicht so gut ist 9. … Df6xd4+ 10. Lc1–e3 Dd4–f6 11. Le3xf4 mit starkem Angriff)
  2. das meistgespielte 8. d2–d3 Lf8–h6 9. Sb1–c3 Sg8–e7 10. Lc1–d2 Sb8–c6 11. Ta1–e1. Diese Variante galt lange als vorteilhaft für Weiß, diese Einschätzung wurde jedoch durch den von Louis Paulsen 1860 in die Praxis eingeführten Zug 11. … De5–f5 in Frage gestellt. Die scheinbar zum Remis führende Hauptvariante mit 12. Sc3–d5 Ke8–d8 13. Df3–e2 (Lean-Angriff) Df5–e6 14. Sd5xe7 De6xe7 15. Ld2–c3 Th8–g8 16. Df3–h5 De7–g5 17. Tf1–f2 wird durch Tg8–f8! (anstelle von Dxh5? 18. Lf6+ Se7 19. Lxe7+ Ke8 20. Ld6+ remis) widerlegt, wonach Schwarz entscheidenden Vorteil hat (Stefan Bücker/ Thomas Stock, 1997).[2]

5. Sf3–e5 wird Salvio-Gambit genannt.

5. Sb1–c3 g4xf3 6. Dd1xf3 ergibt das McDonnell-Muziogambit. 5. Sb1–c3 Sb8–c6 6. 0–0 ist das Hamppe-Muzio-Gambit.


5. d2–d4 ist das Ghulam-Kassim-Gambit.

Das Lolli-Gambit 5. Lc4xf7+ ist nach Giambattista Lolli benannt.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. http://www.chessgames.com/perl/chessgame?gid=1074916
  2. Stefan Bücker: Das neue Königsgambit. Franckh, Stuttgart 1986, ISBN 3440056929.