Nanette Jacomijn Snoep

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Nanette Jacomijn Snoep (* 1971 in Utrecht) ist eine niederländische Anthropologin und Kulturmanagerin.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nanette Snoep studierte in Paris Anthropologie und Kulturmanagement und arbeitete im Anschluss an der Universität Paris Ouest Nanterre La Défense und der École du Louvre als Lehrbeauftragte. Ab 1999 arbeitete sie beim Aufbau des Musée du quai Branly in Paris mit,[1] welches 2006 eröffnet wurde. Bereits 2005 war sie zur Leiterin der historischen Abteilung dieses Museums berufen worden und damit für die Pflege und digitale Inventarisierung der ca. 300000 Exponate verantwortlich. In Abweichung von gängigen Ausstellungskonzepten ethnologischer Museen werden hier die Exponate bewusst nach künstlerischen statt nach ethnologischen Gesichtspunkten gezeigt. Für das Museum entwickelte sie 2011 als Kuratorin gemeinsam mit dem farbigen Fußballspieler Lilian Thuram die international beachtete Schau Exhibitions – l’invention du sauvage („Menschenzoos – die Erfindung des Wilden“). Diese zeigte völkerkundliche Exponate aus über 200 Museen weltweit und setzte sich kritisch mit der Tradition der Völkerschauen und der europäischen Sichtweise auf fremde Kulturen auseinander. Die Ausstellung wurde mit dem renommierten französischen Kulturpreis „Globe de Cristal“ ausgezeichnet.[2] 2012 folgte eine ebenfalls von ihr erarbeitete Wanderausstellung „Les Maîtres du désordre“ („Narren. Künstler. Heilige. Lob der Torheit“), welche in Paris, Bonn und Madrid zu sehen war. Außerdem plante sie die Einrichtung der neuen Dauerausstellung für das 2014 in Straßburg eröffnete Vodoo-Museum des privaten Sammlers Marc Arbogast.

Am 17. September 2014 gaben die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden bekannt, dass Snoep mit Wirkung zum 1. Januar 2015 zur neuen Leiterin der Staatlichen Ethnographischen Sammlungen Sachsens berufen wurde, zu denen neben dem Dresdner Museum für Völkerkunde auch das Museum für Völkerkunde zu Leipzig und das Völkerkundemuseum Herrnhut gehört.[3] Am 12. Juni 2018 gab die Stadt Köln bekannt, dass Snoep zum 01. Januar 2019 zur Direktorin des Rautenstrauch-Joest-Museums in Köln ernannt wird und dort die Nachfolge von Klaus Schneider antritt, der in den Ruhestand geht.[4]

Werke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Nanette Jacomijn Snoep wird neue Direktorin der Staatlichen Ethnographischen Sammlungen Sachsen. skd.museum/de Staatliche Kunstsammlungen Dresden Mitteilung. (Nicht mehr online verfügbar.) 17. August 2014, ehemals im Original; abgerufen am 16. Juni 2018.@1@2Vorlage:Toter Link/www.skd.museum (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiven).
  2. Annabelle Hirsch: Pariser Ausstellung: Der Mensch als Ausstellungsobjekt. In: Zeit Online. 1. Mai 2012, abgerufen am 16. Juni 2018.
  3. Birgit Grimm: Aller guten Dinge sind drei. In: Sächsische Zeitung. 18. September 2014, abgerufen am 16. Juni 2018.
  4. Meldung: Rautenstrauch-Joest-Museum: Holländerin wird Kölns Völkerkundemuseum leiten. In: Kölner Stadt-Anzeiger. 12. Juni 2018, abgerufen am 16. Juni 2018.