Nano Nagle

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Nano (Honoria) Nagle (* 1718 in Ballygriffin bei Killavullen, County Cork (Irland); † 26. April 1784 in Cork) war eine Ordensschwester und gründete am 24. Dezember 1775 in Cork die römisch-katholische Kongregation der „ Union of Presentation Sisters of the Blessed Virgin Mary“, (Ordenskürzel: PBVM).

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nano Nagle wurde in eine traditionell konservativ irisch katholische Familie hineingeboren, sie hatte vier Schwestern und zwei Brüder. Ihre Eltern Garret Nagle und Ann Nagle (geb. Matthew) waren wohlhabende Gutsbesitzer, deren große Ländereien um Ballygriffin gruppiert waren. Da eine Konversion zur „ Kirche von England“ nicht in Betracht gezogen wurde (dieses wäre zwangsweise notwendig gewesen, um in Irland eingeschult zu werden), wurde sie zur Schulausbildung nach Paris geschickt. Nach dem Schulabschluss kehrte sie nach Irland zurück und lebte zusammen mit ihrer Mutter in Dublin.

Der Tod ihres Vaters, ihrer Mutter und ihrer Schwester Ann veranlasste sie, an ihren Geburtsort Ballygriffin zurückzukehren. Hier wuchs der Wunsch, in den Ursulinenorden einzutreten. Sie entschloss sich, einem Konvent in Frankreich beizutreten, da sie glaubte, dadurch gegenüber den „Penal Laws“, den anti-katholischen Gesetzen in Irland, geschützt zu sein.

Ihr ganzes Leben widmete sie der katholischen Schulausbildung von Kindern. Sie lebte in persönlicher Armut und nahm gegenüber ihrem Körper keine Rücksicht. Nach kurzer und schwerer Krankheit verstarb sie am 26. April 1784. Ihre letzten Worte waren: „Spende Dich selbst für die Armen“.

Berufung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahr 1775 begann sie, in einem französischen Ursulinenkonvent ihr Noviziat für ein geweihtes Leben. Am 29. Juni 1776 empfing sie ihr Habit und am 24. Juni 1777 legte sie ihr einjähriges feierliches Gelübde ab. Mitte des Jahres 1777 kehrte Schwester Honoria, wie sie nun hieß, nach Irland zurück und eröffnete in ihrer Heimatstadt die erste katholische Schule, eine so genannte Heckenschule. Der Betrieb musste gegenüber der irischen Herrschaft geheim bleiben; die Unterrichtsstunden fanden deshalb meistens am Abend und in der Nacht statt. Schon bald erhielt Nano Nagle den Spitznamen „Frau mit der Laterne“, da sie die Armen in den Orten zur Nachtzeit und nach der Arbeit besuchte. In schneller Reihenfolge errichtete sie im County Cork zwei Mädchenschulen und fünf Jungenschulen.

Am Weihnachtstag 1777 gründete sie in Irland den ersten Konvent unter dem Namen Mother Mary of St. John of God, der daraus entstandene Orden nannte sich zunächst Sisters of the Charitable Instruction of the Sacred Heart of Jesus. Später wurde der Ordensname in Sisters of the Presentation of the Blessed Virgin Mary (Schwestern von der Darbringung der seligen Jungfrau Maria) geändert. Der Eintritt Marias in den Tempel in Jerusalem war ein spiritueller Lieblingsgedanke von Nana Nagle. Die populäre Benennung wurde „Presentation Sisters“.

Ehrungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weltweit wurde sie die Namensgeberin für Schulen und Armeneinrichtungen. In Cork wurde 1985 eine Brücke über den Fluss River Lee nach ihr benannt.[1] Im Jahre 2003 wurde sie in Irland zur bedeutendsten irischen Person aller Zeiten gekürt, im Jahre 2005 erhielt sie den dritten Rang.[2] Anlässlich des 200. Gründungsjahres der Ordensgemeinschaft gab die irische Post zwei Sondermarken heraus. Historisch betrachtet wird sie auch in die Reihe von Frauenkämpferinnen eingeordnet.[3]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Nano Nagle Bridge [1]
  2. Bedeutendste Person in Irland [2], [3]
  3. Von der Welle zur Flut – Die Entwicklung der irischen Frauenbewegung 1870-1990 (PDF)