Natriumdichlorisocyanurat

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Strukturformel
Strukturformel von Natriumdichlorisocyanurate
Allgemeines
Name Natriumdichlorisocyanurat
Andere Namen
  • 3,5-​Dichlor-​2-​hydroxy-​4,6-s-triazindionnatriumsalz
  • Dichlor-s-triazintrionnatriumsalz
  • Troclosennatrium
Summenformel C3Cl2N3NaO3
CAS-Nummer
  • 2893-78-9
  • 51580-86-0 (Dihydrat)
PubChem 517121
Kurzbeschreibung

weißes Pulver[1]

Eigenschaften
Molare Masse 219,95 g·mol−1
Aggregatzustand

fest

Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung [1]
03 – Brandfördernd 05 – Ätzend 07 – Achtung 09 – Umweltgefährlich

Gefahr

H- und P-Sätze H: 272​‐​302​‐​314​‐​410
EUH: 031
P: 210​‐​273​‐​280​‐​303+361+353​‐​304+340+310​‐​305+351+338 [1]
Soweit möglich und gebräuchlich, werden SI-Einheiten verwendet. Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen.
Vorlage:Infobox Chemikalie/Summenformelsuche vorhanden

Natriumdichlorisocyanurat (C3Cl2N3NaO3) ist das Natriumsalz der Dichlorisocyanursäure.

Es ist ein weißes Pulver mit stechendem Geruch nach Chlor, das in Reinigungs-, Desinfektions- und Bleichmitteln Einsatz findet.[2] Es löst sich gut in Wasser und wird vielfach zur Desinfektion von Swimmingpools verwendet. In Deutschland darf es zur Trinkwasseraufbereitung nur noch für den Bedarf der Bundeswehr und für den zivilen Bedarf im Verteidigungsfall sowie in Katastrophenfällen verwendet werden.[3]

Als starkes Oxidationsmittel reagiert es heftig mit brennbaren und reduzierenden Substanzen. Bei der Hydrolyse erzeugt es hypochlorige Säure.[3]

Natriumdichlorisocyanurat wird in einem mehrstufigen Prozess gewonnen. Zuerst wird Harnstoff zu Cyanursäure pyrolysiert. Gereinigtes (99 %) Cyanursäure-dihydrat reagiert mit elementarem Chlor zu Dichlorisocyanursäure-monohydrat (DCCA). Diese fällt aus und wird abfiltriert. Das Monohydrat wird mit Natriumhydroxid zu Natriumdichlorisocyanursäure-dihydrat neutralisiert. Das Anhydrat kann durch Erhitzen erhalten werden.[4]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c Eintrag zu Natriumdichlorisocyanurat in der GESTIS-Stoffdatenbank des IFA, abgerufen am 10. Januar 2017 (JavaScript erforderlich).
  2. Wolfgang Roeske: Trinkwasserdesinfektion: Grundlagen, Verfahren, Anlagen, Geräte, Mikrobiologie, Chlorung, Ozonung, UV-Bestrahlung, Membranfiltration, Qualitätssicherung. Oldenbourg Industrieverlag, 2007, ISBN 978-3-8356-3119-9, S. 53 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  3. a b DIN EN 12932:2008-10 Produkte zur Aufbereitung von Wasser für den menschlichen Gebrauch — Produkte für den Notfall — Natriumdichlorisocyanurat-dihydrat (Fassung vom Oktober 2008).
  4. FAO – Chemical and Technical Assessment: SODIUM DICHLOROISOCYANURATE (NaDCC – anhydrous and dihydrate).