Nazarethkirche (Hannover)

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Nazarethkirche

Die Nazarethkirche ist eine von zwei Kirchen der evangelisch-lutherischen Südstadt-Kirchengemeinde in der Südstadt von Hannover.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Kirchenvorstand der Gartenkirche St. Marien erwarb 1901 für etwa 160.000 Mark ein Grundstück an der Ecke Krausenstraße/Sallstraße. Dort entstand 1904/1905 das Pfarrhaus, das dann von dem damaligen 3. Pastor der Gartenkirchengemeinde, Pastor Uhden, bezogen wurde. Im gleichen Jahr bekam nach einem ausgeschriebenen Wettbewerb der Architekt Otto Lüer den Auftrag für den Bau einer Kirche,[1] für den der evangelisch-lutherische Gesamtverband 250.000 Mark bewilligte. Am 25. Juni 1905 erfolgte die Grundsteinlegung, und am 1. April 1907, dem 2. Ostertag, konnte nach knapp zweijähriger Bauzeit die Kirche eingeweiht werden, ein schlichter neoromanischer Gewölbebau mit einem 70 Meter hohen Turm. Der erste Pastor Karl Uhden gab der Nazarethkirche ihren Namen.[2]

Zunächst stand die Nazarethkirche am äußersten Rand der Stadt in grüner Umgebung. Nach wenigen Jahren ihres Bestehens dehnten sich die Wohnviertel Hannovers weiter nach Süden aus. Während des Zweiten Weltkriegs wurden Pfarrhaus, Turm, Taufkapelle und Sakristei der Kirche in der Nacht vom 8. zum 9. Oktober 1943 beim größten Luftangriff auf Hannover von Bomben zerstört. Der Kirchenraum blieb in wesentlichen Teilen erhalten. Am 11. Juni 1955 wurden das wieder aufgebaute Pfarr- und Gemeindehaus, am 1. Adventssonntag 1958 die zum Teil umgebaute und umgestaltete Kirche neu eingeweiht.[2]

2009 haben sich die Nazarethgemeinde und die benachbarten Gemeinden Athanasius und Paulus zur Südstadt-Kirchengemeinde zusammengeschlossen. Vier Jahre später wurde die Athanasius-Kirche geschlossen.[3]

Ende 2013 wurde im nördlichen Seitenschiff das Südstadt-Kolumbarium eingeweiht. Es liegt unter der Nordempore und ist vom Hauptschiff der Kirche durch Glaswände getrennt.[4] Nach der Beschreibung der Evangelisch-lutherischen Südstadt-Kirchengemeinde ist das Kolumbarium ein christlicher Beisetzungsort mit 672 Grabstätten. An den Gräbern sind die Namen der Verstorbenen angebracht. Die Ruhezeit von 20 Jahren kann verlängert werden. Nach Ablauf der Ruhezeit werden die Urnen im Turm der Kirche beigesetzt.[5]

Orgel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Orgel der Nazarethkirche wurde 1961 von der Orgelbaufirma Karl Schuke (Berlin) erbaut.[6] Das Instrument hat heute 38 Register (Schleifladen) auf drei Manualen und Pedal. Die Spieltraktur ist mechanisch, die Registertraktur elektrisch.[7]

I Schwellwerk C–g3
1. Gedackt 8′
2. Quintadena 8′
3. Dulciana 8′
4. Prinzipal 4′
5. Waldflöte 2′
6. Sesquialtera II 223
7. Quinte 113
8. Scharff IV-VI
9. Oboe 8′
Tremulant
II Hauptwerk C–g3
10. Ged. Pommer 16′
11. Prinzipal 8′
12. Koppelflöte 8′
13. Oktave 4′
14. Spitzflöte 4′
15. Nassat 223
16. Oktave 2′
17. Mixtur VI–VIII
18. Cymbel III
19. Trompete 16′
20. Trompete 8′
21. Clairon 4′
III Oberwerk C–g3
22. Rohrflöte 8′
23. Blockflöte 4′
24. Prinzipal 2′
25. Siftflöte 1′
26. Terzian II
27. Oberton II–III
28. Scharff III–V
29. Vox humana 8′
Tremulant
Pedal C–f1
30. Prinzipal 16′
31. Subbaß 16′
32. Offenbaß 8′
33. Oktave 4′
34. Nachthorn 2′
35. Mixtur VI
36. Posaune 16′
37. Trompete 8′
38. Cornett 2′

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Wolfgang Puschmann: Nazarethkirche, in: Hannovers Kirchen. 140 Kirchen in Stadt und Umland. Hrsg. von Wolfgang Puschmann. Hermannsburg: Ludwig-Harms-Haus 2005, S. 12–15, ISBN 3-937301-35-6.
  • Johann Jakob Brammer: Was kann von Nazareth Gutes kommen? Komm und siehe es! 1929–1948. Hannover 2008. (Johann Jakob Brammer war 1929–1949 Pfarrer an der Nazareth-Kirchengemeinde.[8])

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Nazarethkirche (Hannover) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Architektenbiografien: Lüer, Otto, abgerufen am 22. August 2018.
  2. a b Internetseite der ev.-luth. Südstadt-Kirchengemeinde: Zur Geschichte der Nazarethgemeinde, abgerufen am 22. August 2018.
  3. Hannoversche Allgemeine Zeitung vom 25. März 2013: Gemeinde feiert bewegenden Auszug aus der Athanasiuskirche, abgerufen am 22. August 2018.
  4. Hannoversche Allgemeine Zeitung vom 11. Dezember 2014: Das Kolumbarium in der Nazarethkirche, abgerufen am 22. August 2018.
  5. Evangelisch-lutherische Südstadt-Kirchengemeinde (Hrsg.): Das Südstadt-Kolumbaruim in der Nazarethkirche. Faltblatt o. O. und o. J. (etwa 2018).
  6. Orgeln in Hannover: Nazarethkirche, abgerufen am 22. August 2018.
  7. Nähere Informationen zur Orgel der Nazarethkirche
  8. Dieter Brosius u. a.: Geschichte der Stadt Hannover. Bd. 2: Vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis in die Gegenwart. Schlüter, Hannover 2004, ISBN 3-87706-364-0, S. 545.

Koordinaten: 52° 21′ 51″ N, 9° 45′ 27″ O