Nickel(II)-sulfid

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Kristallstruktur
Strukturformel von Nickel(II)-sulfid
__ Ni2+     __ S2−
Allgemeines
Name Nickel(II)-sulfid
Andere Namen
  • Nickelmonosulfid
  • Nickelsulfid (Achtung: mehrdeutig)
  • Schwefelnickel (veraltet)
Verhältnisformel NiS
Kurzbeschreibung

geruchloses schwarzes Pulver[1]

Externe Identifikatoren/Datenbanken
CAS-Nummer
  • 16812-54-7
  • 11113-75-0 (alpha-Nickelsulfid)
  • 1314-04-1 (als Faserstäube des Minerals Millerit)
PubChem 28094
Wikidata Q1985595
Eigenschaften
Molare Masse 90,76 g·mol−1
Aggregatzustand

fest

Dichte

5,66 g·cm−3[1]

Schmelzpunkt

797 °C[1]

Löslichkeit

praktisch unlöslich in Wasser (4 mg·l−1)[1]

Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung aus Verordnung (EG) Nr. 1272/2008 (CLP),[2] ggf. erweitert[1]
08 – Gesundheitsgefährdend 07 – Achtung 09 – Umweltgefährlich

Gefahr

H- und P-Sätze H: 332​‐​350i​‐​341​‐​372​‐​317​‐​410
P: 201​‐​281​‐​273​‐​302+352​‐​309+311 [3]
Soweit möglich und gebräuchlich, werden SI-Einheiten verwendet. Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen.

Nickel(II)-sulfid ist das Nickel(II)-Salz der Schwefelwasserstoffsäure, also eine chemische Verbindung aus der Gruppe der Sulfide.

Vorkommen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nickel(II)-sulfid kommt natürlich in Form des Minerals Millerit vor. Es kann auch in der Glasherstellung als unerwünschter Einschluss in Gläsern entstehen, die zu Brüchen führen können.[4]

Gewinnung und Darstellung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nickel(II)-sulfid fällt aus ammoniakalischen, nicht jedoch aus sauren, nickelhaltigen Lösungen mit Ammoniumsulfid aus und dient so als Nachweisreaktion.

α-Nickel(II)-sulfid kann auch durch Reaktion von Nickel(II)-chlorid-hexahydrat in einer Ammoniumchloridlösung mit Schwefelwasserstoff unter Luftausschluß dargestellt werden.[5]

β-Nickel(II)-sulfid kann bei 900 °C aus den Elementen gewonnen werden.[5]

γ-Nickel(II)-sulfid kann aus Nickelsulfat und Schwefelwasserstoff dargestellt werden.[5]

Eigenschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

γ-Nickel(II)-sulfid ist ein schwarzes Pulver. In verdünnter Salzsäure ist es schlecht löslich. Es hat eine trigonale Kristallstruktur vom Millerit-Typ mit der Raumgruppe R3m (Raumgruppen-Nr. 160)Vorlage:Raumgruppe/160, a = 961,2 pm, c = 325,9 pm, und es geht bei 396 °C in β-Nickel(II)-sulfid über. Dieses ist ein ebenfalls schwarzes Pulver, das in heißer Salzsäure löslich ist. Es hat eine hexagonale Kristallstruktur vom Nickelarsenid-Typ mit der Raumgruppe P63/mmc (Nr. 194)Vorlage:Raumgruppe/194, a = 343,9 pm, c = 534,8 pm. α-Nickel(II)-sulfid ist ein röntgenamorphes schwarzes Pulver, das in Salzsäure löslich ist. Es geht an der Luft in Ni(OH)S über.[5]

Verwendung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verwendet wird Nickel(II)-sulfid als Mineral zur Nickelherstellung und als Katalysator.

Sicherheitshinweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wie viele Nickelverbindungen wird Nickelsulfid als krebserzeugend eingestuft.[1]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d e f Eintrag zu Nickel(II)-sulfid in der GESTIS-Stoffdatenbank des IFA, abgerufen am 1. Februar 2016 (JavaScript erforderlich).
  2. Eintrag zu Nickel sulphide im Classification and Labelling Inventory der Europäischen Chemikalienagentur (ECHA), abgerufen am 1. Februar 2016. Hersteller bzw. Inverkehrbringer können die harmonisierte Einstufung und Kennzeichnung erweitern.
  3. VWR: Nickel sulfide, 99,9 % (metals basis)
  4. Spontanbruch von Einscheiben-Sicherheitsglas (ESG). In: Baulinks.de, 17. Juli 2003, abgerufen am 6. Dezember 2012.
  5. a b c d Georg Brauer (Hrsg.) u. a.: Handbuch der Präparativen Anorganischen Chemie. 3., umgearbeitete Auflage. Band III, Ferdinand Enke, Stuttgart 1981, ISBN 3-432-87823-0, S. 1693.