Niedertemperaturheizung

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Ein Niedertemperaturheizsystem ist ein auf niedrige Vorlauftemperaturen abgestimmtes Heizungssystem. Auf dem niedrigen Temperaturniveau kann Heizwärme wirtschaftlicher bereitgestellt werden. Zudem erzeugt die Wärmestrahlung der in solchen Systemen oft eingesetzten Flächenheizungen Behaglichkeit bereits bei niedrigeren Temperaturen der Raumluft. Allerdings ist die Regelung einer Niedertemperaturheizung, insbesondere bei Beteiligung großer Gebäudemassen, träger als bei anderen Systemen und das Warmwasser fällt nicht mehr ohne weitere Maßnahmen als Nebenprodukt ab.

Niedertemperaturheizsysteme werden oft in Kombination mit Brennwertkesseln oder Wärmepumpen als Heizung verwendet, da sich diese Heizsysteme energetisch für den niedrigen Temperaturbereich besonders eignen und auch bewährt haben. Soweit ein Heizkessel im Heizsystem vorhanden ist, muss es ein Niedertemperaturkessel sein, der aus korrosionsfesten Materialien besteht oder bei dem durch konstruktive Maßnahmen eine Kondensation des bei der Verbrennung entstehenden Wasserdampfs an der Kesseloberfläche vermieden wird.

Dadurch muss nicht die Kesselwassertemperatur durch einen nachgeschalteten Mischer höher gehalten werden als die Vorlauftemperatur, sondern die Kesselwassertemperatur variiert mit der Vorlauftemperatur bedarfsabhängig. Das verringert die Abgasverluste und die Verluste an den Kellerraum. Manche Kessel können schadlos sogar bis auf Raumtemperatur auskühlen, was Stillstandsverluste senkt.

Für den Leistungsbereich unter 400 kW gilt in Deutschland seit 1998, dass Standardheizkessel, deren Vorlauftemperatur bauartbedingt 70 °C nicht unterschreiten darf, nicht mehr installiert werden dürfen. Aber auch in existierenden, auf hohe Vorlauftemperaturen ausgelegten Heizsystemen können Niedertemperaturkessel den Standardheizkessel ersetzen. Die Energieverluste sinken dann hauptsächlich in der Übergangsjahreszeit. Eine Maßnahme, um die Vorlauftemperatur absenken zu können, ist die Installation einer Umwälzpumpe.

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