Nissanka Malla

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Statue von Nissanka Malla

Nissanka Malla (auch: Kirti Nissanka, Kalinga Lokesvara singhalesisch නිස්සංක මල්ල; geb. 1157/58; gest. 1196) war ein König von Sri Lanka. Seine Herrschaft dauerte von 1187 bis 1196.[1] Seine bekanntesten Leistungen sind Bauten wie Nissanka Lata Mandapaya, Hatadage und Rankot Vihara, sowie die Erneuerung von alten Tempeln und Wasserreservoirs.

Nissanka Malla setzte fest, dass nur ein Buddhist das Recht habe die Herrschaft des Landes zu führen, womit er seine Stellung festigte und seinen Anspruch auf die Königswürde begründete. Er gab große Summen aus für zahlreiche Bauprojekte und Renovierungsarbeiten und stellte auch Gelder bereit für einen staatlichen Versuch, Verbrechen zu bekämpfen. Zu mehreren Ländern pflegte er herzliche Beziehungen, eroberte jedoch die Staaten der Pandya und der Chola in Südindien.

Herkunft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eine Felsinschrift von Nissanka Malla bei Dambulla erwähnt, dass er aus der Kalinga-Dynastie entstammt und ein Nachkomme von König Vijaya ist. Eine andere Inschrift in Ruwanwelisaya beschreibt ihn als Mitglied der königlichen Familie von Kalinga, aus Sinhapura[2]:

„... kommend von der königlichen Linie der Ikshvaku-Familie war er wie ein Stirnzeichen geworden der königlichen Familie von Kalinga-Herrschern, die in Sinhapura geboren wurden...“[3]

Nissanka Mallas Geburtsjahr wird mit 1157 oder 1158 angegeben.[4] Er war der Sohn von Königin Parvati und von König Jayagopa. Auch diese Information stammt von einer Felsinschriftion von Nissanka Malla bei Galpota. Darin wird Jayagopa als herrschender König von Sinhapura bezeichnet. Nissanka Malla hatte zwei Frauen: Kalinga Subadradevi und Gangavamsa Kalyanamahadevi.[2] Außerdem war er der Schwiegersohn oder Neffe von Parākramabāhu I.[4]

Herrschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nissanka Malla kam auf Einlandung von Vijayabâhu II, dem Nachfolger von Parākramabāhu I (dem Großen), nach Sri Lanka und wurde zum Aepa (Unter-König) von Vijayabâhu ernannt.[2] Vijayabâhu wurde von Mahinda VI aus dem Haus Kalinga getötet. Mahinda VI regierte nur fünf Tage bevor ihn im Ausgleich Nissanka Malla tötete und selbst den Thron bestieg (1187).[5]

Durch seinen Anspruch, ein Nachkomme von Vijaya zu sein, dem ersten König von Sri Lanka, rechtfertigte Nissanka Malla seinen Anspruch auf den Thron.[4] Er sicherte seine Position weiter durch einen Erlass, dass der Herrscher von Sri Lanka ein Buddhist sein müsse.[6] Seine Felsinschriftion bei Galpota beschreibt diese Vorschrift. Sie lautet in etwa: „nicht-Buddhisten sollen nicht in die Herrschaft gesetzt werden in Sri Lanka, wo die Kalinga-Dynasti den rechtmäßigen Erben stellt.“.[7]

In den Felsinschriften wird er als „Quelle des Wissens“, „Beschützer der Erde“ und „Lampe, die die ganze Welt erleuchtet hat“ bezeichnet.[8]

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schwere Steuern, die Parākramabāhu I. eingeführt hatte, wurden von Nissanka Malla zum großen Teil aufgehoben.[4] Er gab Geld, Gold, Rinder, Land und andere Wertgegenstände für das Volk, um „Diebstahl zu vermindern“, da er glaubte, dass Diebstahl ein Resultat der hohen Steuern und Unterdrückung sei.[9] Er versuchte jedoch gleichzeitig die Bauwerke, die Parākramabāhu I. errichtet hatte mit eigenen Bauwerken hzu übertrumpfen, was fast zum Bankrott des Königreiches führte.[10]

Internationale Beziehungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nissanka Malla unterhielt Beziehungen zu „Ramanna“ (Burma) und es heißt, dass er auch zu so abgelegenen Ländern wie Kambodscha Kontakt gepflegt habe. Rameswaram von Südindien, welches während der Herrschaft von Parākramabāhu I. unter die Gewalt von Sri Lanka gekommen war, gehörte auch unter der Herrschaft von Nissanka Malla noch zum Königreich von Sri Lanka. Nissanka Malla erneuerte einen Tempel in Rameswaram und benannte ihn Nissankesvara.[11] Darüber hinaus eroberte er die Staaten der Pandya und der Chola in Südindien.[7][12]

Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nissanka Lata Mandapaya, ein Bauwerk von Nissanka Malla.

Das Nissanka Latha Mandapaya ist ein einzigartiges Gebäude. Heute stehen noch 8 Granit-Säulen, die früher ein Dach trugen.[13] Die Säulen haben die Form von Lotos-Stielen mit knospenden Lotosblüten an den Spitzen. Sie stehen auf einer Plattform.[14]

Das Hatadage ist ein weiteres Bauwerk von Nissanka Malla.[14] Dieses Gebäude diente der Aufbewahrung der Zahnreliquie des Buddha.[15] Das Rankot Vihara, die viert-größte Stupa in Sri Lanka, wurde ebenfalls von Nissanka Malla erbaut.[1]

Ausgiebige Renovierungsarbeiten wurden am Dambulla-Höhlentempel (Dam̆būlū Len Vihāraya, Tampuḷḷai Poṟkōvil) durchgeführt. Eine Felsinschrift verzeichnet, dass Nissanka Malla 7 Lakh (700.000 ?) dafür gegeben habe, während eine andere Felsinschrift nur 1 Lakh aufführt.[9] Das Innere des Tempels wurde vergoldet, ebenso wie 50 Buddha-Statuen. Das brachte dem Tempel den namen Ran Giri - Goldener Felsen ein.[16] A statue of Nissanka Malla was also made in one of the caves.[17]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b The largest dagoba in Polonnaruwa. In: Sunday Observer. 8. Mai 2005. Abgerufen am 11. April 2009.
  2. a b c C. Rasanayagam, Sakkottai Krishnaswami Aiyangar: Ancient Jaffna. Asian Educational Services 1993: 322, 323. ISBN 81-206-0210-2
  3. ...having come from the royal line of the Ikshvaku family having become like a forehead mark to the royal family of Kalinga emperors born at Sinhapura...
  4. a b c d H. W. Codrington: Short History of Ceylon. Asian Educational Services, 1995, ISBN 81-206-0946-8, S. 65 (Abgerufen am 11. April 2009).
  5. S. Wijesooriya: 53. In: A Concise Sinhala Mahavamsa. Participatory Development Forum, Sri Lanka, 2006, ISBN 955-9140-31-0, S. 126.
  6. Alan Strathern: Kingship and Conversion in Sixteenth-Century Sri Lanka. Cambridge University Press, 2007, ISBN 0-521-86009-1, S. 147 (Abgerufen am 12. April 2009).
  7. a b „non-Buddhists should not be placed in power in Sri Lanka to which the Kalinga dynasty was the rightful heir.“ The Kingdom of Polonnaruwa. Educational Publications Department, Sri Lanka. Abgerufen am 12. April 2009.
  8. Arnold Wright: Twentieth century impressions of Ceylon. Asian Educational Services, 1999, ISBN 81-206-1335-X, S. 38 (Abgerufen am 12. April 2009).
  9. a b T.W.Rhys Davids: International Numismata Orientalia. Asian Educational Services, 1996, ISBN 81-206-1188-8, S. 23 (Abgerufen am 12. April 2009).
  10. Hugh Paxton: Studying Sri Lanka's simian soap opera. In: The Japan Times Online. 10. September 2002. Abgerufen am 14. April 2009.
  11. G.C. Mendis: Early History of Ceylon. Asian Educational Services, 1996, ISBN 81-206-0209-9, S. 65, 66 (Abgerufen am 12. April 2009).
  12. Patrick Peebles: The history of Sri Lanka. Greenwood Publishing Group, 2006, ISBN 0-313-33205-3, S. 21, 23 (Abgerufen am 12. April 2009).
  13. Ananda K. Coomaraswamy: History of Indian and Indonesian Art. Kessinger Publishing, 2003, ISBN 0-7661-5801-2, S. 165 (Abgerufen am 12. April 2009).
  14. Hansima Witharanage: Sacred Tooth Relic; a journey from Kalinga in India to Senkadagalapura Temple of Tooth.. In: The Official Government News Portal of Sri Lanka. 14. Februar 2007. Abgerufen am 12. April 2009.
  15. Ganga Pradeepa: Dambulla - Best preserved cave temple complex. In: Daily News. 24. Oktober 2008. Abgerufen am 12. April 2009.
  16. The cave temples of Dambulla. In: Sunday Observer. 7. November 2004. Abgerufen am 12. April 2009.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

VorgängerAmtNachfolger
Mahinda VI.König von Polonnaruwa
1187–1196
Vira Bahu I.