Nixie-Röhre

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Nixie-Röhre ZM1210 (ohne Tauchlack) mit zehn Ziffern und Dezimalpunkt, Ansicht seitlich.
Durchmesser 19 mm, Ziffernhöhe 15 mm

Eine Nixie-Röhre ist ein elektronisches Bauelement zur Zeichendarstellung nach dem Prinzip der Glimmlampe.

Aufbau[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die darzustellenden Zeichen, üblicherweise die Ziffern von 0 bis 9 mit Dezimalpunkt oder -komma, aber auch je nach Anwendung andere Zeichen, sind aus feinem Blech ausgestanzt oder aus Draht gebogen hintereinander und elektrisch voneinander isoliert als Kathoden in einer mit einem Edelgas (oft Neon – für orangerote Leuchtfarbe) gefüllten Röhre angeordnet. Rundum vor diesem Ziffernpaket befindet sich eine normalerweise als feines Metallgitter ausgeführte Anode in der Röhre und ganz hinten ein schwarzer Hintergrund. Beim Anlegen einer Spannung (je nach Typ etwa 80 bis 250 Volt DC) zwischen Anode und einer der Kathoden glimmt das Gas in einer dünnen Schicht um das entsprechende Zeichen.

Durch verschiedene Edelgasmischungen kann man unterschiedliche Farben erzielen. Die Höhe der Ziffern reicht von 8 bis über 120 Millimeter. Durch die Notwendigkeit, alle Kathoden voneinander räumlich getrennt in der Röhre anzubringen, ist die Anzahl der möglichen Zeichen pro Röhre auf etwa zwölf beschränkt.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Prinzip der Nixie-Röhre ist seit den 1920er-Jahren bekannt, fand aber bis zum Aufkommen der digitalen Signalverarbeitung in den 1950er-Jahren wenig Anwendung. „Nixie“ wurde in den USA 1954 von der Burroughs Corporation als Warenzeichen registriert und ist die Abkürzung für „Numeric Indicator eXperimental No. 1“, der Bezeichnung eines ersten Entwurfs einer solchen Röhre.[1]

In der Folge nahmen einige etablierte Hersteller von Elektronenröhren wie Valvo, Telefunken und WF die Produktion von Nixie-Röhren auf. Der britische Hersteller Ericsson LTD. verwendete aus rechtlichen Gründen den Markennamen „Digitron“.

Für kurze Zeit kamen unter der Bezeichnung Pandicon auch mehrstellige Röhren mit 8 bis 14 nebeneinander angeordneten Ziffernsätzen in Umlauf.

Nixie-Röhren waren in den 1960er- und 1970er-Jahren vor allem in Messgeräten und elektronischen Rechenmaschinen in Gebrauch. Später verloren sie mit dem Aufkommen von Vakuumfluoreszenz-, Leuchtdioden-Anzeigen (Siebensegmentanzeige) und schließlich energiesparenden LCDs schnell an Bedeutung.

Aufgrund ihrer besonderen Anmutung sind Nixie-Röhren inzwischen wieder populär geworden, so werden sie von Bastlern bevorzugt zum Bau von Uhren verwendet. Die Röhrenproduktion wurde vor Langem eingestellt, was sich, besonders bei den großen Formaten, auf die Preise niederschlägt. Neuerdings gibt es Ansätze, wieder Nixie-Röhren in Kleinserien herzustellen. Wohl am erfolgreichsten ist der Programmierer Dalibor Farný aus Tschechien, dessen Versuche im Februar 2012 begannen und gegen Ende 2014 zu ersten marktreifen Nixie-Röhren führten.

Die Bezeichnung der Nixie-Röhren beginnt fast immer mit ZM und einer 4-Stelligen Zahl. Beispiele: ZM1000, ZM1020, ZM1040, ZM1080, ZM1082, ZM1210, ZM1212, ZM1080, ZM1032. Weitere Bezeichnungen waren: CD66A, Z566M, IN 8-2, NL-5441.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Nixie tubes – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Aus einem Artikel der Zeitschrift Scientific American vom Juni 1973, Seite 66.