Nussknacker-Oesophagus

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen

Der Nussknacker-Oesophagus ist eine hyperkontraktile Motilitätsstörung der Muskulatur der unteren Speiseröhre (Pars abdominalis), die sich durch spastische Kontraktionen der Speiseröhre äußern. Die Ursache des Symptoms ist unbekannt.[1]

Epidemiologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Häufigkeit ist nicht genau bekannt. In größeren Patientensammlungen wurde ein Nussknacker-Oesophagus bei 12 % der Patienten mit nicht-kardialem Thoraxschmerz nachgewiesen. Insgesamt ist die Datenlage allerdings zu gering, um eine fundierte Aussage geben zu können.[2]

Symptome[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Den generell erschwerten Schluckakt (Dysphagie) begleiten beim Nussknacker-Oesophagus spastische Krämpfe in der Speiseröhre. Die Nahrungsaufnahme kann nur unter starken Schmerzen erfolgen, wobei hier Frequenz und Ort des maximalen Schmerzes variieren kann. Die oft als angina-pectoris-artig beschriebenen Schmerzen werden häufig zwischen die Schulterblätter und in den Kieferbereich projiziert.[1][2]

Diagnose[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Neben radiologisch-bildgebenden Verfahren (Doppelkontrastmethode) kommt eine Ösophagusmanometrie zum Einsatz. Ein Nussknacker-Ösophagus ist hier durch Kontraktionsamplituden definiert, die höher sind als 2 Standardabweichungen normaler Amplituden (Höhe etwa 180 mmHg).[1][3] Ein Ösophagusbreischluck zeigt eine propulsive Aktivität. Eine Endoskopie ist unauffällig, sollte aber durchgeführt werden, um andere Krankheiten der Speiseröhre (Ösophagitis, erosive Refluxerkrankungen etc.) auszuschließen.[2]

Therapie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Konservativ wird er mit Calciumkanalblockern und Muscarinrezeptorantagonisten wie Butylscopolamin oder Nifedipin intravenös behandelt. Nitrate wie Glyceroltrinitrat sind ebenfalls bei Ösophagusspasmen nutzbar. Auch die Gabe von Antidepressiva kann die Symptome lindern.[2] Versagt die medikamentöse Therapie kann eine Oesophagomyotomie erfolgen (laparoskopisch oder thorakoskopisch).[1] Während eines Anfalls können Nitropräparate verwendet werden.[4]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d J. H. Schneider: Motilitätsstörungen der Speiseröhre. Georg Thieme Verlag. Stuttgart 2004. ISBN 3-13-1293616, S. 91ff
  2. a b c d H. Messmann: Klinische Gastroenterologie. Georg Thieme Verlag. Stuttgart 2011 ISBN 3-13-1472510, S. 155f
  3. G. Bartolome u. a.: Schluckstörungen: Diagnostik und Rehabilitation. 5. Auflage. Urban & Fischer Verlag 2013. ISBN 978-3437444166, S. 443
  4. Peter Reuter: Klinisches Wörterbuch. 1. Auflage, Springer-Medizin-Verlag Heidelberg, 2007, S. 1349
Gesundheitshinweis Dieser Artikel behandelt ein Gesundheitsthema. Er dient nicht der Selbstdiagnose und ersetzt keine Arztdiagnose. Bitte hierzu den Hinweis zu Gesundheitsthemen beachten!