ODAB-500

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ODAB-500


ODAB-500PMW

Allgemeine Angaben
Bezeichnung: ODAB-500
Typ: Aerosolbombe
Herkunftsland: Sowjetunion 1955Sowjetunion Sowjetunion / RusslandRussland Russland
Hersteller: Basalt
Technische Daten
Gefechtsgewicht: 525 kg
Länge: 2,385 m
Durchmesser: 500 mm
Zünder: Abstandszünder
Füllung:

193 kg

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ODAB-500 bezeichnet eine Serie von Aerosolbomben aus sowjetisch/russischer Produktion. ODAB steht für Objomno-detonirujuschtschaja awiazionnaja bomba (Volumen-Detonations Flugzeugbombe) und Fünfhundert steht für die Gewichtsklasse der Bombe.[1] Die Serie umfasst die Bomben ODAB-500, ODAB-500PM und ODAB-500PMW.

Entwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die ODAB-500 wurde in den 1980er Jahren entwickelt. Erstmals wurde sie Anfang der 1990er Jahre der Öffentlichkeit präsentiert. Entwickelt wurde sie von SRPE Basalt in Moskau. Der Vertrieb erfolgt durch Aviaexport und Rosoboronexport.[2]

Technik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schnittzeichnung einer ODAB-500.

Die Bombe hat eine zylindrische, längliche Rumpfform mit einem kreisrunden Querschnitt und einer ogivalen Spitze. Am Bombenheck befinden sich vier Stabilisierungsflügel, um die ein Boxwing angebracht ist. In der Bombenspitze ist der Zündmechanismus untergebracht. Im Mittelbereich der Bombe befindet sich in einem Zentralrohr die Zerlegladung und drumherum eine 193 kg schwere Wirkladung (Aerosolstoff).[3] Im Heck der Bombe befindet sich ein Behälter für den Brems- und Stabilisierungsschirm. Die Bombe ist 2,38 m lang und wiegt je nach Ausführung 520–525 kg. Der Rumpfdurchmesser misst 500 mm und die Spannweite liegt bei rund 500 mm.[2] Die ODAB-500 kann aus einem Höhenbereich von 200 bis 12.000 m sowie einem Geschwindigkeitsbereich von 50 bis 1.500 km/h abgeworfen werden.[4][2] Nach dem Abwurf öffnet sich der Brems- und Stabilisierungsschirm in einer Höhe von 30 bis 50 m. Dieser stabilisiert den Fall der Bombe und bremst sie ab. Während des Falls misst ein Funkhöhenmesser die Höhe über Grund. In einer Höhe von 7 bis 9 m wird die Zerlegeladung aktiviert. Diese erzeugt aus der Wirkladung eine Aerosolwolke.[5] Mit einer Verzögerung von 100 bis 140 Millisekunden wird die Aerosolwolke zur Detonation gebracht. Die Explosion erzeugt kurzzeitig eine sehr hohe Temperatur sowie einen Überdruck von 20 bis 30 bar.[6][4] Die Explosionsstärke entspricht in etwa 1000 kg TNT.[7] Der Wirkungsradius gegen Feldbefestigungen beträgt 25 m. Gegen Fahr- und Flugzeuge sowie lebende Ziele beträgt der Wirkungsradius 30 m.[2][4]

Varianten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • ODAB-500: Initialversion mit mechanischem Abstandzünder.
  • ODAB-500PM: 2. Serienversion mit Funkmesszünder.
  • ODAB-500PMW: Version optimiert für den Einsatz ab Hubschraubern.

Einsatz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die ODAB-500 kam erstmals während der sowjetischen Intervention in Afghanistan zum Einsatz.[2] Danach kam die ODAB-500 bei Operationen in Dagestan und im Tschetschenienkrieg zum Einsatz.[1] Weiter wurde die Bombe während der Jugoslawienkriege von Seiten der Serben eingesetzt.[8] Im Bürgerkrieg in Syrien wird die ODAB-500 von der syrischen Luftwaffe eingesetzt.[9][10]

Trägerflugzeuge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Yefim Gordon: Soviet/Russian Aircraft Weapons since World War Two. Midland Publishing, 2004.
  2. a b c d e Ducan Lennox: Jane’s Air-Launched Weapon Systems. Edition 2002, Jane’s Information Group 2002.
  3. ODAB-500PM - cat-uxo.com, Zugriff: 5. Januar 2015.
  4. a b c ОДАБ-500ПМ - airwar.ru, Zugriff: 5. Januar 2015.
  5. ОБЪЕМНО-ДЕТОНИРУЮЩАЯ АВИАЦИОННАЯ БОМБА ОДАБ-500ПМВ – buler.eu, Zugriff: 5. Januar 2015.
  6. ODAB - www.leteckemotory.cz, Zugriff: 5. Januar 2015.
  7. Bazalt Produktekatalog. SRPE Bazalt, Edition 2008, Seite 32–33.
  8. Jane’s Intelligence Review, Jane's Information Group, Juni 1995.
  9. Unique Footage Of A Thermobaric Bomb Dropped Over Syria - Brown Moses Blog, Zugriff: 5. Januar 2015.
  10. Collected ODAB Thermobaric Bomb Evidence - Brown Moses Blog, Zugriff: 5. Januar 2015.