Obenrüdener Kotten

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Koordinaten: 51° 7′ 40″ N, 7° 4′ 36″ O

Die Fassade des Obenrüdener Kottens

Der Obenrüdener Kotten ist ein ehemaliger Schleifkotten an der Wupper am Südrand von Solingen (Ortsteil Rüden).

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Tafel mit Informationen zur Geschichte

Ursprünglich befand sich an diesem Standort eine „Blaumühle“, in der mit Hilfe von Wasserkraft Waidpflanzen verarbeitet wurden. Der gewonnene Saft besaß nach der Gärung eine blaue Farbe, das Indigo. Im Nesselrather Heberegister von 1605 ist verzeichnet, dass die Mühle von Sebastian Tenz um 1599 erbaut wurde. Vermutlich erst Anfang des 18. Jahrhunderts entstand eine Schleiferei als Doppelkotten in Fachwerkbauweise. Die früheren Nebengebäude im Fachwerkstil sind erhalten. Die Anlage brannte 1906 völlig ab und wurde im darauffolgenden Jahr durch ein Backsteingebäude ersetzt. Nach einem weiteren Brand im Jahr 1966 blieb nur die Vorderfront stehen. Bis zu diesem Zeitpunkt war das Wasserrad noch in Betrieb. Erst nach dem Wiederaufbau der Brandruine wurde die Wasserkraft durch Strom ersetzt. Bis 1979 produzierte eine Solinger Firma mit 45 Angestellten Messerklingen für die Besteckindustrie.[1]

In den 1980er Jahren galt der Kotten als „Schandfleck für Obenrüden“,[2] und erst im Jahr 1993 wurde eine Sanierung sowohl des Geländes als auch des Gebäudes durchgeführt.[3] Für die stilgerechte Sanierung des Industriedenkmals Obenrüdener Kotten wurde 1997 der Denkmalschutzpreis des Bergischen Geschichtsvereins verliehen.[4] Das Gebäude wird heute als Wohnhaus mit Ferienwohnungen genutzt.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Solinger Morgenpost, 3. Dezember 1997
  2. Solinger Tageblatt vom 27. Juli 1988
  3. Solinger Morgenpost, 16. Juli 1993
  4. Solinger Tageblatt, 3. Februar 1997