Oberhessisches Weihnachtskrippen-Museum

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Oberhessisches Weihnachtskrippen-Museum
Daten
Ort Ulfa (Nidda)
Art Krippenmuseum
Eröffnung 2004
Leitung Erica Kernstock
Website www.weihnachtskrippen-museum.de
Retablo von Maximiano Ochante aus Peru mit den Evangelistensymbolen auf den Flügeltüren (um 2000)

Das Oberhessische Weihnachtskrippen-Museum ist ein Museum in Ulfa, einem Stadtteil von Nidda in Hessen, das etwa 200 Weihnachtskrippen aus fünf Kontinenten verschiedener Epochen und Kulturkreise beherbergt.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Museum ist eine Privatsammlung, die im Jahr 1980 von Erica Kernstock begründet und 2004 in einem umgebauten Bauernhof in Ulfa erstmal der Öffentlichkeit präsentiert wurde. Durch eine Ausstellung im Palmengarten Frankfurt 2009 und durch Berichte in den Medien erlangte das Museum überregionale Bekanntheit. Im Jahr 2010 wurde es in die Oberhessische Museumslandschaft und den Touristenverband Vogelberg/Wetterau aufgenommen.[1]

Ausstellung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Museum zeigt etwa 120 der insgesamt 220 Weihnachtskrippen (Stand 2017)[2] und wird ständig erweitert. Den Grundbestand der Sammlung bilden traditionelle Krippen aus dem Erzgebirge, Südtirol und aus Böhmen und Mähren. Durch den Erwerb oder die Leihgabe von ostafrikanischen und südamerikanischen Weihnachtskrippen aus der Benediktinerabtei in Münster Schwarzach werden außereuropäische Kulturkreise einbezogen.[1] Die Sammlung wird durch Ausstellungsstücke aus dem asiatischen Raum ergänzt. Auf diese Weise wird ein großes Spektrum an kulturell unterschiedlichen Darstellungsformen der biblischen Weihnachtsgeschichte geboten.

Von dem peruanischen Künstler Maximiano Ochante Lozano sind mehrere Retablos zu sehen.[3] Eine Krippe aus Vietnam ist aus Papier gestaltet, eine aus Ruanda aus Bananenblättern und eine aus Äthiopien aus Brillengestellen, andere aus Weißblech, Holz, Gips, Keramik, Textilien oder aus böhmischem Glas.[4] Bei einer aus Burkina Faso wurden geschweißte Zündkerzen verwendet. Die kleinste Krippe wurde in Dresden aus einem Kirschkern gefertigt. Eine Krippe im Stil des Pop Art stammt von Hannes Glut aus Tirol und eine Südtiroler Krippe von Ulrich Bernardi.[5]

Die ältesten Ausstellungsstücke wurden im 19. Jahrhundert gefertigt, die jüngsten im 21. Jahrhundert. Aus Králíky (Grulich) sind drei Krippen aus der Zeit um 1900 zu besichtigen. Eine Kastenkrippe aus Kynšperk nad Ohří (Königsberg a. d. Eger) datiert aus dem Ende des 19. Jahrhunderts. Zu den seltenen Fundstücken gehört eine Trebitscher Krippe von 1880, eine Flachpapierkrippe aus Třebíč mit etwa 100 handgemalten Figuren.[6] Die Jerusalem-Krippe aus den Jahren 1925–1929 basiert auf dem Entwurf einer Tiroler Kirchenkrippe aus dem Jahr 1626.[7]

Das Weihnachtskrippen-Museum ist in der Vorweihnachtszeit geöffnet und bietet Führungen durch die Ausstellungsleiterin an. Jedes Jahr liegt der Ausstellung ein anderer Themenschwerpunkt zugrunde.[8]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b ulfa.de: Das „Oberhessische Weihnachtskrippen-Museum“, abgerufen am 2. November 2017.
  2. Elke Kaltenschnee: Wo Gott Mensch wird. In: Kreis-Anzeiger vom 18. November 2017, abgerufen am 2. Dezember 2017.
  3. Gießener Zeitung vom 4. Dezember 2014: Geheim-Tipp im Advent: Das Oberhessische Weihnachtskrippen-Museum, abgerufen am 2. November 2017.
  4. Kreis-Anzeiger vom 29. November 2014: Sammeln und Präsentieren, abgerufen am 2. November 2017.
  5. Kreis-Anzeiger vom 25. November 2015: Weihnachtsgeschichte in die Welt tragen, abgerufen am 2. November 2017.
  6. www.weihnachtskrippen-museum.de: Krippen aus Böhmen, abgerufen am 4. November 2017.
  7. Wetterauer Zeitung vom 19. November 2013: Erica Kernstock öffnet ihr Weihnachtskrippen-Museum, abgerufen am 2. November 2017.
  8. Museumslandschaft Oberhessen, abgerufen am 2. November 2017.

Koordinaten: 50° 27′ 40″ N, 9° 0′ 31″ O