Odaliske

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Ingres, Grande Odalisque
Ruhende Odaliske, von Dassel, 1745, Germanisches Nationalmuseum Nürnberg

Eine Odaliske (osmanisch اوطه لق odalık; von oda / اوطه / ‚Gemach, Zimmer‘) ist im Wortsinn eine Mitbewohnerin. Im engeren Sinne wurden so die hellhäutigen Konkubinen bzw. Kammermädchen bezeichnet, die zum persönlichen Dienst im Harem des Sultans oder anderen hochgestellten Personen des Osmanischen Reiches bestimmt waren. Sie waren Bedienstete der Sultansfrauen und unterstanden der Aufsicht der Sultansmutter, der Valide Sultan. Meistens waren es georgische oder tscherkessische Sklavinnen.

Rezeption in der europäischen Kunst[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Malerei des Orientalismus des 19. Jahrhunderts war die Darstellung von Odalisken ein gängiges Sujet. Die Odalisken wurden meist unbekleidet oder mit durchscheinenden Schleiern oder Pluderhosen gezeigt, auf Teppichen liegend oder im Bad, und dienten als Projektionsflächen und Fluchtpunkte für durch eine repressive Sexualmoral eingeengte Männerphantasien. Die Darstellungen haben auch häufig Ähnlichkeit mit Bildern der liegenden Venus als einer Idealisierung unerreichbarer Weiblichkeit.

Anders als die von europäischen Zeitgenossen gepflegten Vorstellungen von sexueller Freizügigkeit in den Haremsgemächern waren die sexuellen Kontakte zwischen dem Sultan, seinen Söhnen und den Konkubinen streng geregelt und die Mehrzahl der Bewohnerinnen und Bewohner des Harems waren zu sexueller Enthaltsamkeit verpflichtet, weshalb der Harem in dieser Hinsicht mit einem Nonnenkloster verglichen wurde.[1]

Der estnische Komponist Lepo Sumera schrieb eine Reihe kammermusikalischer Werke unter dem Titel Odaliskid („Odalisken“) (1997/99).

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Roswitha Gost: Der Harem. DuMont, Köln 1993, ISBN 3-7701-2808-7.
  • Anja Pistor-Hatam: Odalisken, Eunuchen und Sultansmütter: Die religiöse und gesellschaftliche Praxis der Sklaverei im Osmanischen Reich. In: Anja Pistor-Hatam, Antje Richter (Hrsg.): Bettler, Prostituierte, Paria. Randgruppen in asiatischen Gesellschaften. (Asien und Afrika. Beiträge des Zentrums für Asiatische und Afrikanische Studien (ZAAS) der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel, Band 12) EB-Verlag, Hamburg 2008, S. 123–141

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Odaliske – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Anja Pistor-Hatam, 2008, S. 134f