Oktopus (Tauchen)

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Erste Stufe (rechts außen), Atemregler (schwarz), Oktopus (gelb), Finimeter (hier mit Tiefenmesser), Inflatorschlauch (für Tarierweste (Jacket, B.C.D) oder Trockentauchanzug)

Als Oktopus bezeichnet man im Tauchsport einen zweiten Atemregler zur Gewährleistung einer alternativen Luftversorgung. Er kommt zum Einsatz, wenn beispielsweise der Hauptatemregler Probleme verursacht oder ausfällt, oder um im Notfall einen Tauchpartner mit Luft versorgen zu können. Der Name Oktopus leitet sich aufgrund seines vielarmigen Erscheinungsbildes, bestehend aus zweitem Druckschlauch und zweitem Atemregler, vom gleichnamigen Meerestier, dem Kraken ab.

Aufbau[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ein komplettes Atemreglersystem besteht immer aus dem Druckminderer, der ersten Stufe, und dem eigentlichen Atemregler, der zweiten Stufe. Der Oktopus ist ebenfalls eine zweite Stufe und unterscheidet sich hinsichtlich seiner Bauweise und Funktion nicht von einem regulären Atemregler. Lediglich die auffällige Farbgebung kennzeichnet ihn als Ersatz-Ausrüstungsteil. Rein technisch kann der Oktopus gemeinsam mit dem Hauptatemregler an der ersten Stufe angebracht werden. Dies hat jedoch zur Folge, dass der Oktopus nicht zur Verfügung steht, wenn die erste Stufe ausfällt. Diese Gefahr ist insbesondere in mitteleuropäischen Gewässern durch Vereisung gegeben. Der Oktopus ist folglich kein zweites, eigenständiges Atemreglersystem, wie es zum Beispiel bei Tauchgängen in kalten Gewässern oder beim Eistauchen Verwendung finden sollte. Um im Notfall ein redundantes System zur Verfügung zu haben, kann der Oktopus als eigenständiger Atemregler mit einer zusätzlichen ersten Stufe an einem zweiten Flaschenventil montiert werden. Aus diesem Grund ist es ratsam, bei der Wahl des Oktopus auf einen Atemregler zurückzugreifen, der eine ähnliche Qualität wie der Hauptatemregler aufweist. Der VDST empfiehlt die Verwendung zweier baugleicher Atemregler[1]

Anwendung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es wird empfohlen, den Oktopus so an der Ausrüstung zu montieren, dass er im gedachten Dreieck zwischen Mund und unterem Rippenbogen zu sehen ist. So wird es dem Tauchpartner im Notfall ermöglicht, beispielsweise wenn der Tauchpartner signalisiert: „Habe keine Luft, gib mir Luft!“, schnell und ohne lange Suche darauf zuzugreifen. Daher wird auch eine deutliche Kennzeichnung des Oktopus mit einer Signalfarbe – in der Regel gelb – empfohlen. Der wesentliche Nutzen eines Oktopus liegt darin, einem Tauchpartner, dessen Luftzufuhr ausgefallen ist, parallel zur eigenen Luftversorgung mit Atemgas zu versorgen. Somit kann auf die schwieriger zu handhabende Wechselatmung aus einem gemeinsamen Atemregler verzichtet werden. Aus Sicherheitsgründen ist es deshalb empfehlenswert, stets auf eine ausreichend große Atemluftreserve zu achten, um selbst unter Einhaltung eventueller Dekompressionszeiten beiden Partnern den Aufstieg zur Oberfläche bei Nutzung nur einer Luftversorgung zu ermöglichen.

Gefahren im Kaltwasser[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Da die Gefahr der Vereisung der ersten Stufe des Atemreglers schon bei Wassertemperaturen von ca. 10 °C gegeben ist, sollte in diesen Fällen mit zwei getrennten ersten Stufen getaucht werden. Da in Mitteleuropa selbst im Sommer mit derart kalten Wassertemperaturen zu rechnen ist, sollten Oktopus-Systeme, bei denen der Oktopus gemeinsam mit dem Hauptregler an einer ersten Stufe angebracht ist, nur in tropischen und mediterranen Gewässern Verwendung finden.

Umgekehrt sprechen für die Verwendung einer gemeinsamen ersten Stufe der günstigere Anschaffungspreis und das geringere Ausrüstungsgewicht. Flaschenventile mit nur einem Abgang können nur eine erste Stufe aufnehmen. Zwei Sets aus jeweils erster und zweiter Stufe ließen sich daran nur mit einem Adapter montieren. Bei Tauchgängen mit hohen Anforderungen (tiefe Tauchgänge, kalte Gewässer, Eistauchen, Wracktauchen, Höhlentauchen) sollten stets mindestens zwei völlig voneinander unabhängige Luftversorgungssysteme verwendet werden.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. VDST Ausrüstungsempfehlungen. (PDF; 4 MB), Stand Mai 2014, abgerufen am 2. September 2015.