Online-Scheidung

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Online-Scheidung oder Internet-Scheidung ist eine Bezeichnung für eine Scheidung, bei der die Korrespondenz zwischen Antragsteller (Mandant) und seinem Verfahrensbevollmächtigten (Rechtsanwalt) online erledigt wird (per Online-Formular bzw. E-Mail). Persönliche Anwaltsbesuche werden dadurch weitgehend überflüssig. Das Scheidungsverfahren beim Familiengericht, welches mit dem Ausspruch der Scheidung endet, verläuft allerdings nicht online.

Tatsächlich ist es so, dass eine Online-Scheidung rechtlich nicht existiert. Vielmehr handelt es sich im Wesentlichen um einen bloßen Marketingbegriff, der von Teilen der Anwaltschaft werbewirksam genutzt wird. Das Verfahren zeichnet sich allein durch Nutzung zeitgemäßer Telekommunikationstechnologien aus, welche im Allgemeinen sowie in der Anwaltschaft im Besonderen ohnehin selbstverständlich sind (z. B. E-Mail, Fax etc.). Insbesondere erfordert eine Scheidung das persönliche Erscheinen der Ehepartner vor Gericht. Allein die vorbereitende Kommunikation zwischen Mandant und Anwalt verläuft folglich "online", so dass letztlich keinerlei Besonderheiten vorliegen, und der Begriff "Online-Scheidung" weitgehend inhaltsleer ist.

Ablauf[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eine Online-Scheidung beginnt mit dem Ausfüllen eines Formulars auf der Homepage eines Rechtsanwalts, der diese Möglichkeit anbietet. Alle notwendigen Unterlagen, Unterschriften, Urkunden (Eheurkunde) etc. werden im Folgenden per E-Mail, Post oder Fax ausgetauscht. Eventuell auftretende Fragen werden bevorzugt per E-Mail oder telefonisch mit dem Anwalt geklärt. Scheidungswillige sparen dadurch oft Zeit und Geld. Am Ende des Scheidungsverfahrens steht – wie beim herkömmlichen Weg auch – der Scheidungstermin beim Familiengericht. Hier wird die Scheidung schlussendlich und in Anwesenheit beider Ehegatten offiziell vollzogen und beurkundet.

Anwendbarkeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

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Eine Online-Scheidung ist insbesondere dann sinnvoll, wenn sich die Noch-Ehepartner über die Ehescheidung und den Versorgungsausgleich (Rentenansprüche / werden im Verbund automatisch geregelt) weitgehend einig sind. Die Abwicklung ist dann meist unkompliziert und zügig. Auch wichtigste Informationen lassen sich bereits im Vorfeld online übermitteln, wie z. B. die voraussichtlichen Scheidungskosten, die sich in der Regel am Einkommen der Beteiligten orientieren. Ein Rechtsanwalt (auf Seiten des Antragstellers mindestens erforderlich) genügt nur, wenn der Antragsgegner Zustimmung oder Ablehnung zu Scheidung und/oder Versorgungsausgleich mitteilen will.

Kostenvorteil?[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ob eine Online-Scheidung billiger sein kann als eine herkömmliche Scheidung, ist umstritten[1]. Das OLG Hamm hat entschieden, dass die Aussage „Scheidung online - spart Zeit, Nerven und Geld“ auf der Internetseite eines Anwalts zutreffend sein kann.[2][3] Die Online-Beratung basiert auf Festpreisen pro Beratungsstunde. Die Bearbeitung der Scheidung erfolgt zwischen Mandanten und Anwalt per Schriftverkehr und Telefon. Dieses Modell eignet sich besonders für Scheidungen die im Vorfeld eine zügige und unkomplizierte Einigung erwarten lassen, die wenig Rückfragen erfordern. Bei komplizierten und langwierigen Scheidungen ist der Gang zum Anwalt noch immer die bessere Wahl. Obwohl Fahrtkosten zum Anwalt einberechnet werden müssen, ist das Honorar gesetzlich geregelt und richtet sich nach dem Streitwert der Scheidung. Demnach wird es nicht billiger wenn man den Anwalt per Mail kontaktiert.[4] Die potentielle Kostenersparnis liegt allein in ersparten Fahrtkosten, wenn statt eines persönlichen Gesprächs zwischen Anwalt und Mandant Technologien der Datenfernübertragung (z. B. E-Mail) eingesetzt werden. Der Vorteil der sogenannten "Online-Scheidung" erschöpft sich daher auch diesbezüglich in den Wesensmerkmalen moderner Telekommunikationstechnologien.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Stiftung Warentest zu den Scheidungskosten test.de, 14. November 2006
  2. OLG Hammwww.justiz.nrw.de
  3. Stiftung Warentest zu den Scheidungskosten test.de, 14. November 2006
  4. Stiftung Warentest: Internet-Scheidung - Nur selten günstiger - Meldung - Stiftung Warentest. Abgerufen am 8. März 2017.
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