Orpheoreon

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Orpheoreon. Teil der Illustration Instrumenta polychorda aus: Athanasius Kircher, Musurgia Universalis. Um sie von den anderen dort abgebildeten Instrumenten zu unterscheiden, wird sie hier als Cythara communis bezeichnet.

Das Orpheoreon ist ein Saiteninstrument aus der Renaissance und gehört zu den Zupfinstrumenten.

Bau und Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Orpheoreon gehört zur Familie der Cistern. Es gleicht im Aufbau der größeren Pandora. Die Metallsaiten sind wie bei der Laute gestimmt und werden ebenfalls mit den Fingern angeschlagen.

Der Sattel und der Steg verlaufen schräg zum Hals, wodurch die Mensur (die schwingende Saitenlänge) vom Diskant zum Bass zunimmt.

Das Orpheoreon wurde vermutlich gegen Ende des 16. Jahrhunderts von dem englischen Geigenbauer John Rose erfunden[1]. Es wird in Quellen englischer Musik um 1600 häufig als Alternative zur Laute oder Pandora angegeben[2]. Auch John Dowland veröffentlichte ab 1597 Lieder, die unter anderem vom „Orpherian“ zu begleiten sind.[3]

Der Name leitet sich aus dem Griechischen ab: "Orpheo" steht für den mythologischen Sänger Orpheus (gr. Όρφευς), "reon" kommt von "fließen" (gr. ῥεῖν).

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Donald Gill: „The Orpharion and Bandora“. In: Galpin Society Journal, Vol. 13, 1960, S. 14-25

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Robin Headlam Wells: Elizabethan Mythologies: Studies in Poetry, Drama, and Music. Cambridge 1994, S. 143
  2. Roland John Jackson: Performance Practice: A Dictionary-guide for Musicians. New York 2005, S. 32
  3. John Dowland: The first Booke of Songes or Ayres of fowre partes with Tableture for the Lute: So made that all the partes, together or either of them seue-rally may be song to the Lute, Orpherian or Viol de gambo. London (Druck: Peter Short) 1597.