Ouanaminthe

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Koordinaten: 19° 33′ N, 71° 44′ W

Karte: Haiti
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Ouanaminthe
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Haiti

Ouanaminthe ist eine haitianische Stadt im Département Nord-Est direkt an der Grenze zur Dominikanischen Republik. Die Einwohnerzahl liegt einschließlich der Umgebung bei 106.129 Menschen (2015)[1], darunter allein 10.000 Flüchtlinge, die nach dem Erdbeben 2010 hierher kamen. Die Stadt selbst hatte 2015 geschätzte 70.905 Einwohner. Der Grenzfluss Rio Dajabón verläuft zwischen Ouanaminthe und Dajabón in der Dominikanischen Republik. Dieser Fluss wird auch Rio Massacre genannt, nach einem Massaker, bei dem im Jahr 1937 zwischen 25.000 und 37.000 in der Dominikanischen Republik arbeitende schwarze Zuckerrohrarbeiter aus Haiti im Auftrag des dominikanischen Diktators Trujillo umgebracht wurden.

Das gleichnamige Arrondissement Ouanaminthe ist eines der vier im Département Nord-Est mit der Hauptstadt Fort-Liberté.

Wappen Ouanaminthe
Am Grenzfluss Rio Dajabón

Der Grenzübergang nach Dajabón ist eine der vier wichtigsten Verbindungen in die Dominikanische Republik. Zweimal in der Woche sind die Grenzen vollständig für den Markt in Dajabón geöffnet. Besuchern bietet sich das äußerst bunte Bild eines quirligen Marktes. Angeboten werden vor allem landwirtschaftliche Produkte wie Bananen und Mangos, aber auch Fisch aller Art, sowie Gegenstände des täglichen Bedarfs. Laut ZEIT [2] kommen an jedem Tag 30 000 Marktbesucher an die Stände der 3000 Händler.

Zwei große Kirchen prägen das Stadtbild: die katholische Kirche: Notre-Dame-de-l'Assomption, sowie die General Baptist Church Der Name der Stadt geht auf eine Benennung der Ureinwohner, der Tainos, zurück.

In der Dominikanischen Republik wird die Stadt Juana Méndez genannt, nach einer schwarzen Sklavin, Mutter von Buenaventura Báez, der fünf mal Präsident der Dominikanischen Republik war; aber ebenso gebräuchlich ist die Bezeichnung auf Haitianisch: Wanament oder Wanamèt.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Ouanaminthe – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Nachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. IHSI: Population totale – Estimes en 2015, abgerufen am 8. Juni 2017
  2. Auf dem Weg zum Markt in Dajabon. Die ZEIT, 21. März 2012, abgerufen am 8. Juni 2017