Palastgärten unter der Prager Burg

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Blick aus dem Ledebur-Garten

Palastgärten unter der Prager Burg ist die Bezeichnung für ein Areal unterhalb der Prager Burg Hradschin, das aus mehreren Gartenanlagen besteht. Sie befinden sich auf dem südlichen Hang im Stadtteil Kleinseite. Die meisten Gärten sind miteinander verbunden, entweder durch Tore oder durch Treppen, wenn sie terrassenförmig angelegt sind. Außer diesen Gärten gibt es noch die Gärten der Prager Burg, die sich in unmittelbarer Nachbarschaft der Burg befinden.

Palastgärten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nachdem im 16. Jahrhundert die Verteidigungsfunktion der südlichen Burgbefestigung abnahm und die Mauer abgetragen wurde, haben Prager Adelige die freigewordenen Flächen erworben und nach und nach Paläste erbaut und Gärten angelegt, welche der Erholung bestimmt wurden. Die Gärten wurden zuerst im italienischen Renaissance-Stil gebaut. Nach deren Vernichtung durch die Schweden 1648 wurden sie später im Barockstil wiedererbaut. Ihre Gesamtfläche beträgt 7.710 m². Die Gärten werden durch das Národní památkový ústav (Nationales Denkmalinstitut) betrieben. Zu diesem Komplex gehören die folgenden Gärten:

  • Ledebur-Garten (Ledeburská zahrada), benannt nach Graf Adolf von Ledebur aus dem böhmischen Zweig der Familie[1], der das früher erbaute Palais 1852 erwarb; der Garten wurde ebenfalls früher angelegt.
  • Palffy-Gärten, bestehend aus dem Großen Palffy-Garten (Velká Pálffyovská zahrada) und dem Kleinen Palffy-Garten (Malá Pálffyovská zahrada), benannt nach der Familie Palffy, der die Gärten seit 1883 gehörten; der Garten wurde 1752 neu angelegt und ersetzte frühere Anlagen an gleichem Ort.
  • Kolowrat-Garten (Kolovratská zahrada), mit nur 700 m² Fläche, entstand bereits im 13. Jahrhundert auf einem steilen Hang zwischen zwei Befestigungsmauern, die vom böhmischen König Ottokar II. Přemysl angelegt wurden. Ende des 18. Jahrhunderts wurde hier ein Palais gebaut, das später in den Besitz des Adelsgeschlechts Kolowrat überging.
  • Kleiner Fürstenberg-Garten (Malá Fürstenberská zahrada), benannt nach dem Fürsten Karl Egon II. zu Fürstenberg, der das dort sich befindliche Palais 1822 erwarb. Der terrassenartige Garten wurde 1784–1788 im Rokoko-Stil umgebaut und beheimatet unter anderem zwei Orangerien und eine Loggia mit Aussichtsterrasse.
  • Großer Fürstenberg-Garten, mit 1,55 ha der größte Palastgarten, bis 2008 umfangreich rekonstruiert. Ein Teil des Gartens gehört der polnischen Botschaft und ist nicht zugänglich.[2]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Ledeburs in Böhmen, online auf: www.ledebur.de/…
  2. Naše zahrady a parky: Praha, Velká Fürstenberská zahrada, online auf: botany.cz/...

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Palastgärten unter der Prager Burg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien