Palomares

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Koordinaten: 37° 14′ 55″ N, 1° 47′ 44,9″ W

Karte: Spanien
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Palomares
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Spanien
Der Torre Palomares vor dem Ort

Palomares ist ein kleiner Ort an der spanischen Südostküste zwischen Almería und Cartagena. Er gehört zur Gemeinde Cuevas del Almanzora.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Río Almanzora fließt bei Palomares ins Mittelmeer.

1966 hatte der Ort rund 2.000 Einwohner, 2011 waren es noch 1.668 Einwohner.[1]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Gebiet war nach der islamischen Eroberung Spaniens Teil des Emirats von Granada, erst 1488 eroberten christliche Truppen die Stadt. Die Moriscos wurden gezwungen, den christlichen Glauben anzunehmen. Als sie gegen ihre Unterdrückung revoltierten, wurden sie in der Folge 1570 vertrieben. Vom 16. bis zum 18. Jahrhundert überfielen Berberpiraten regelmäßig die Gegend, erst der Bau mehrerer Befestigungen ermöglichte die erneute Besiedlung von Palomares.[2]

Atombomben-Havarie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Während der Zeit des Kalten Krieges flogen im Rahmen der Operation Chrome Dome von 1960 bis 1968 permanent Bomberstaffeln auf vier verschiedenen Routen rund um die Sowjetunion. Bekannt wurde Palomares durch das Nuklearunglück von Palomares mit US-amerikanischen Atomwaffen am 17. Januar 1966, dabei stürzte ein US-Langstreckenbomber vom Typ B-52 mit vier Atombomben beim Zusammenstoß mit einem Tankflugzeug des Typs KC-135 ab.[3] Zwei der Bomben zerbarsten beim Aufprall auf den Boden und setzten dabei radioaktives Plutonium frei. Eine dritte Bombe fiel an einem Sicherheitsfallschirm auf die Erdoberfläche und blieb dabei aber unbeschädigt. Die vierte Bombe fiel ins Mittelmeer und konnte erst durch den Hinweis eines Fischers entdeckt und aus dem Wasser geborgen werden.

Das spanische Institut CIEMAT (Centro de Investigaciones Energéticas, Medioambientales y Tecnológicas) fand im Jahr 2001 auf einem 10 Hektar großen Areal um Palomares noch messbare Mengen der radioaktiven Elemente Plutonium, Uran und Americium[4].

Jedes Jahr überwachen spanische und US-amerikanische Forscher die Folgen des Absturzes, haben aber bisher keine gesundheitlichen Probleme gefunden, auch keine Vergiftung von Wasser und Lebensmitteln. Dennoch bleiben einige Zonen kontaminiert und müssen in Ruhe gelassen werden. Zwar werden sie aus Sicherheitsgründen durch Zäune abgesperrt, doch die Stimmung unter den Menschen ist bedrückt. Die Entwicklungen, die andernorts an der Küste stattgefunden haben, sind an der Gegend vorbeigegangen. Am 19. Oktober 2015 haben Spanien und die USA ein Abkommen unterzeichnet, in dem es um weitere Aufräumarbeiten in diesem Gebiet geht. Die USA haben schließlich zugesagt, dass sie noch mehr kontaminierten Boden von Palomares zu einer Endlagerstätte in den USA bringen wollen[5].

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bevölkerungszahlen siehe INE
  2. Historia - Cuevas del Almanzora (spanisch)
  3. Fotostrecke - Atomunglücke: Defekte Technik, tödliche Fracht, Spiegel Online
  4. Associated Press (8 October 2006). Spain, U.S. Agree to Radioactivity Cleanup 40 Years After Atomic Accident. Fox News. FOX. Archiviert vom Original am 13. November 2007.
  5. AP (19 October 2015). Spain, US sign new accord to study further cleanup work after 1966 nuclear accident. US News. Madrid. Abgerufen am 19. Oktober 2015.