Francisco Franco

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Franco ist eine Weiterleitung auf diesen Artikel. Zum gleichnamigen Bildhauer siehe Francisco Franco de Sousa, zu allen anderen Namensträgern Franco (Name), zu weiteren Bedeutungen Franco (Begriffsklärung).
Porträtaufnahme Francisco Francos in der Uniform des Generalissimus, 1969 in Argentinien
Unterschrift Francisco Francos

Generalissimus Francisco Franco [fɾanˈθisko ˈfɾaŋko], voller Name Francisco Paulino Hermenegildo Teódulo Franco y Bahamonde Salgado Pardo (* 4. Dezember 1892 in Ferrol, Galicien; † 20. November 1975 in Madrid, Provinz Madrid), war ein spanischer Militär und von 1936[Anmerkung 1] bis 1975 Diktator des Königreiches Spanien.[Anmerkung 2]

Unter seiner Führung führten konservativ-monarchistische Militärs, mit Unterstützung des faschistischen Königreiches Italien und dem nationalsozialistischen Deutschen Reich, im Juli 1936 einen Staatsstreich gegen die im Februar 1936 demokratisch gewählte republikanische Regierung Spaniens durch. Er regierte das Land nach dem Sieg der Aufständischen im Spanischen Bürgerkrieg ab 1939 diktatorisch. Sein Herrschaftssystem wird ebenso wie die zugrundeliegende Ideologie als Franquismus bezeichnet. Im Jahre 1947 führte er in Spanien gesetzlich die Monarchie wieder ein, ohne allerdings einen König zu ernennen.[1] Franco blieb bis zu seinem Tod insgesamt 39 Jahre lang als Regent Staatsoberhaupt und Regierungschef (bis 1973) des Königreiches Spanien. Nach dem er im Zweiten Weltkrieg die Neutralität seines Landes wahren konnte, gehörte er im Kalten Krieg zu den führenden europäischen antikommunistischen Persönlichkeiten und verfolgte eine restriktive Außenpolitik gegenüber der Sowjetunion und deren Satellitenstaaten. Als nomineller Oberbefehlshaber der Spanischen Streitkräfte führte er in den Kolonien Ifni (Ifni-Krieg) und Spanisch-Sahara (Grüner Marsch) zwei Kolonialkriege gegen das aufstrebende Königreich Marokko und trat bis 1968/69 entschlossen der Dekolonisation der spanischen Besitzungen des afrikanischen Kontinentes entgegen.

Durch die vorausgehende wirtschaftliche und politische Unterstützung der Vereinigten Staaten in den späten 1950er Jahren, die das Franco-Regime international legitimierte, kam es, nach wirtschaftsliberalen Reformen, in den 1960er Jahren unter Francos Herrschaft in Spanien zum größten Wirtschaftswachstum im 20. Jahrhundert und machte das Land zu einer der größten Volkswirtschaften weltweit. Am 22. Juli 1969 ernannte er den späteren König Juan Carlos I. zu seinem Nachfolger. Als strategischer Partner der Vereinigten Staaten in Südamerika hatte sein Regime in den letzten Jahren einen großen Einfluss auf die dortigen Diktaturen (beispielsweise in Chile unter Augusto Pinochet) und diente vielfach als Vorbild.

Nach Francos Tod im November 1975 begann die Transición. Am 15. Juni 1977 wählte Spanien zum ersten Mal seit 1936 in freien allgemeinen Wahlen ein Parlament. Nach der Absetzung des franquistischen Ministerpräsidenten Carlos Arias Navarro durch Juan Carlos I. wurde Adolfo Suárez neuer Ministerpräsident Spaniens und beendete die Diktatur endgültig. Die Aufarbeitung der fast 40 jährigen Herrschaft des Franco-Regimes begann aber erst in den 2000er Jahren. Dennoch wirken in Spanien die langjährige Herrschaft Francos und die jahrzehntelange Glorifizierung seiner Persönlichkeit durch einen in der spanischen Geschichte einzigartigen Personenkult politisch, wirtschaftlich und gesellschaftlich bis heute nach.

Franco verwendete als Staatsoberhaupt Spaniens den Titel El Caudillo („Der Führer“) von Spanien durch die Gnade Gottes.[Anmerkung 3]

Frühere Jahre[Bearbeiten]

Wappen der Familie Franco bis 1940[2][3]

Francisco Franco wurde am 4. Dezember 1892 als zweites von fünf Kindern des Kapitäns der Marine Nicolás Franco y Salgado Araújo (22. November 1855–22. Februar 1942) und dessen Frau María del Pilar Bahamonde y Pardo de Andrade (1865–28. Februar 1934) an der Hausnummer 108 Calle Frutos Saavedra im historischen Zentrum von Ferrol geboren. Er wurde am 17. Dezember in der Militärkirche von San Francisco mit dem Taufnamen Francisco Paulino Hermenegildo Teódulo Franco Bahamonde getauft. Von seinem Großvater väterlicherseits, erhielt er den Taufnahmen Paulino, von seiner Großmutter, mütterlicherseits, Hermenegildo und Teódulo zum Namenstag seiner Geburt. Die Vorfahren seines Vaters kamen aus Andalusien. Seit dem Umzug nach Galicien war die Familie seines Vaters fest in der militärischen Tradition in der spanischen Marine verwurzelt. Seine Mutter stammte aus einer oberen katholischen Mittelklassefamilie ab und war eine weitläufige Verwandte der galicischen Schriftstellerin Emilia Pardo Bazán. Sie war sehr religiös und konservativ und erzog die Kinder diszipliniert. Sein Vater war ein liberaler Mann und war als Soldat in Kuba und den Philippen stationiert. Im Jahr 1890 heirateten die beiden. Das Gerücht, Franco habe jüdische sephardische Vorfahren gehabt, ist heute widerlegt.[4] 1907 verließ der Vater die Familie und zog nach Cádiz und später nach Madrid.

Der junge Franco verbrachte einen Großteil seiner Kindheit mit seinen zwei Brüdern Nicolás (1891–1977), später ein Marineoffizier und Diplomat, der mit María Isabel Pascual del Pobil y Ravello verheiratet war, Ramón und seine beiden Schwestern María del Pilar (1894–1989), später Frau von Alonso Jaraiz y Jerez, und María de la Paz (1899–1903).

Militärische Karriere[Bearbeiten]

Anfänge[Bearbeiten]

Franco wollte, wie sein Vater, ein Marineoffizier werden. Mit 12 Jahren wurde Franco mit seinem Bruder Nicholas und sein Cousin Pacon 1904 zur Vorbereitungsausbildung der Marine zugelassen. Aber als Folge der Niederlage Spaniens im Spanisch-Amerikanischen Krieg verlor das Land im Gefecht viele Schiffe und die meisten seiner Kolonien und Besitzungen (unter anderem die Philippinen und Kuba). Von 1906 bis 1913 wurden landesweit keine weiteren Offiziere ausgebildet.

Sehr zum Leidwesen seines Vaters, beschloss Franco in die spanischen Armee einzutreten. Im August des Jahres 1907, mit 15 Jahren, trat Franco in die Infanterieakademie von Toledo ein. 1910 machte er als 251 von 312 Kadetten seinen Abschluss als Leutnant.[5]

Aufstieg im Rifkrieg[Bearbeiten]

Zwei Jahre später wurde er in die neu erworbene Kolonie Spanisch-Marokko versetzt. Zuvor hatten die spanischen Anstrengungen zur Errichtung des Protektorates die im Rifatlas lebenden Berberstämme, der Rifkabylen provoziert und den langwierigen Rifkrieg ausgelöst. Die Taktik der Aufständischen führte zu hohen Verlusten in der spanischen Armee, bot aber für junge Offiziere auch die Gelegenheit schnell aufzusteigen. Im Krieg gewann Franco schnell den Ruf eines guten Offiziers. Im Jahr 1913 trat Franco in die neu gebildete Regulares (deutsch Reguläre Indigene Kräfte) ein. Ein Grund dafür war wahrscheinlich seine Liebesbeziehung zu Sofía Subirán.[6]

Im Jahr 1916, mit 23 Jahren und bereits im Range eines Kapitäns, wurde Franco von feindlichem Maschinengewehrfeuer angeschossen. Er wurde schwer am Bauch verwundet, insbesondere der Leber, und verlor einen Hoden.[7] Die ihn behandelnden Ärzte stellten später fest, dass seine Eingeweide verschont wurden, weil er eingeatmet hatte, als auf ihn geschossen wurde. Sein Überleben machte ihn dauerhaft in den Augen der einheimischen Truppen als Mann des Glücks (Baraka) bekannt. Er wurde für Spaniens höchste Auszeichnung für Tapferkeit, das begehrte Cruz Laureada de San Fernando empfohlen, erhielt aber stattdessen das Kreuz von Maria Cristina, Erste Klasse. Ende Februar 1917 wurde er von König Alfonso XIII. zum Major befördert. Das machte ihn zum jüngsten Major der spanischen Armee. Von 1917 bis 1920 war er in Spanien stationiert. Im Jahr 1920, als Oberstleutnant José Millán Astray die spanische Fremdenlegion gründete, wurde Franco ihr stellvertretender Leiter und kehrte nach Afrika zurück.[8] Im Juni 1921 erlitt die spanischen Armee in der Schlacht von Annual eine vernichtende Niederlage. Kurz danach wurden die Legion und weitere Stützeinheiten nach einem dreitägigen Gewaltmarsch, geführt von Franco, zur Hilfe entsannt. Im Jahr 1923, mittlerweile Oberstleutnant, wurde Franco Kommandeur der Legion. Im selben Jahr heiratete er Carmen Polo y Martínez-Valdés, mit der er drei Jahre später die Tochter Maria del Carmen hatte.[9] Trauzeuge der Hochzeit war, da Franco auch königlicher Kammerherr war, König Alfonso XIII.. Im Anschluss an seine Hochzeitsreise wurde Franco nach Madrid bestellt und König Alfonso XIII. persönlich vorgestellt.[10] Dieses Zusammentreffen und andere Gelegenheiten der königlichen Aufmerksamkeit hatten ihm während der Zweiten Spanischen Republik den Ruf eines monarchischen Offiziers eingebracht.

Zum Oberst befördert, führte Franco am 8. September 1925 die Landung spanischer Truppen in der späteren Stadt Al-Hoceima in Spanisch-Marokko durch. Diese Landung im Kernland des Stammes Abd el-Krim, kombiniert mit der französischen Invasion im Süden, markierte den Anfang vom Ende der kurzlebigen Rif-Republik. Nach dem erfolgreichen Abschluss der Operation wurde er am 3. Februar 1926 zum Brigadegeneral befördert. Dies machte ihn zum jüngsten General Europas seit der Zeit von Napoleon Bonaparte. Nach dem Ende des Krieges in Spanisch-Marokko im Jahr 1927 wurde Franco 1928 zum Leiter der Offiziersschule des Heeres, der Academia Militar in Saragossa ernannt.

Während der Zweiten Spanischen Republik[Bearbeiten]

Der Sturz der Monarchie und die Ausrufung der Zweiten Spanischen Republik im Jahre 1931 spielten für Franco bei ihrem Beginn keine große Rolle. Aber die Schließung der Militärakademie unter seiner Leitung im Juni 1931 auf Anweisung des neuen Kriegsministers Manuel Azaña machte ihn zu einem Gegner des neuen Systems. Azaña fand die Abschiedsrede Francos an seine Kadetten beleidigend und ließ Franco sechs Monate polizeilich überwachen.[11]

Am 5. Februar 1932 kam es in der galicischen Stadt A Coruña unter der Führung José Sanjurjos zu einem Putschversuch. Franco vermied, trotz Sympathien, die Beteiligung. Als Folge des Putsches von Azaña wurden die republikanischen Streitkräfte reformiert und Franco vom ersten auf den vierundzwanzigsten Brigadier des Heeres degradiert und als Militärgouverneur der Provinz A Coruña abgesetzt. Am 17. Februar wurde ihm das Kommando über die spanischen Truppen auf den Balearischen Inseln übertragen.

Im Oktober 1933 führten Neuwahlen zu einer Mitte-Rechts-Regierung. Dies löste im Frühjahr 1934 im ganzen Land mehrere Aufstände revolutionär kommunistisch-anarchistischer Bewegungen aus. Dieser Aufstände wurde rasch in weiten Teilen des Landes unterdrückt. Franco, bereits Divisionsgeneral und Berater des Kriegsministers Diego Hidalgo, spielte dabei eine entscheidende Rolle.[12]

Aufstand in Asturien 1934[Bearbeiten]

Am 26. September 1934 wurde mit dem Beitritt der Confederación Española de Derechas Autónomas (CEDA) und der Umbildung der alten rechtskonservativen Regierung am 6. Oktober 1934 in Asturien ein Bergarbeiterstreik, der sich gegen die Umbildung richtete, ausgelöst.

Franco schlug den Einsatz der Fremdenlegion unter dem Oberstleutnant Juan Yagüe vor. Insgesamt kamen bei dem selbst von Francos Stabsangehörigen als grausam bezeichneten Vorgehen, den von Franco selbst befohlenen Luftschlägen gegen Arbeitersiedlungen, einer Welle von Repressalien und standrechtlichen Erschießungen, rund 1200 bis 2000 Menschen ums Leben. Francos kompromissloses Vorgehen gegen die Aufständischen brachte ihm die Anerkennung von politisch rechts stehenden konservativen Kreisen ein. Franco beschrieb den Aufstand folgendermaßen:

„Dieser Krieg ist ein Frontkrieg und seine Fronten sind Sozialismus, Kommunismus und was auch immer die Zivilisation angreift und versucht sie durch Barbarei zu ersetzen.“

1935 wurde Franco unter dem neuen Kriegsminister José María Gil-Robles y Quiñones zum Oberbefehlshaber der spanischen Armee ernannt.

Parlamentswahlen 1936[Bearbeiten]

Nachdem die regierende Mitte-Rechts-Koalition inmitten des Estraperlo-Korruptionsskandals zerbrach, wurden Neuwahlen angesetzt. Zwei große Wahlbündnisse entstanden: die Frente Popular (Volksfront) mit der Unión Republicana (Republikanische Union) und den Kommunisten auf der einten Seite, die Frente Nacional (Nationale Front) mit den Resten der konservativen Karlisten auf der anderen Seite. Am 16. Februar 1936 gewann das linke Bündnis mit knapper Mehrheit die Parlamentswahlen.[13] Dies löste bei Vertretern der Katholischen Kirche, Monarchisten und weiten Teilen der Streitkräfte wachsende politische Bitterkeit aus. Daraufhin entfachte die linke Regierung und ihre Anhänger eine Kampagne gegen die Opposition, die der Verschwörung gegen die Republik beschuldigt wurde. Gemäß der rechten Opposition, waren die wahren Feinde der Republik nicht sie, sondern die Kommunisten, die Spanien in eine kommunistische Diktatur (ähnlich der Sowjetunion) stürzen würden und den spanischen Bürgern jegliche Grundrechte entziehen würden.[14]

Die ersten Tage nach der Wahl wurden von nahezu chaotischen Umständen markiert.

Am 23. Februar wurde Franco vom neuen Regierungschef Manuel Azaña als Oberbefehlshaber der Streitkräfte abgesetzt und als Militärgouverneur der Kanarischen Inseln weit vom Machtzentrum Madrid entfernt in Santa Cruz de Tenerife eingesetzt.[15] Franco bezeichnete das Vorgehen als destierro (Verbannung). In der Zwischenzeit bildete sich im Kreis von General Emilio Mola eine nationalistische Verschwörung gegen die Republik. Im Juni wurde Franco in die Verschwörung miteinbezogen und ein geheimes Treffen wurde in La Esperanza auf Teneriffa organisiert.[16] Dort wurde zum ersten Mal ein Militärputsch in Erwägung gezogen. Später wurde ein Obelisk zum Gedenken an dieses historische Treffen errichtet.[17]

Nach außen hin behielt Franco eine zweideutige Haltung zur geplanten Verschwörung, die er bis zum Juli beibehielt.[18] Am 23. Juni 1936 schrieb er an Casares Quiroga und offenbarte ihm die Unzufriedenheit der Soldaten innerhalb der spanischen Armee, was dieser aber nicht beantwortete. Die anderen Rebellen wollten hingegen entschlossen gegen die Republik vorgehen. Nach diversen Verschiebungen wurde am 18. Juli als Tag des Aufstandes beschlossen. Dieser Beschluss konnte nicht mehr rückgängig gemacht werden und Franco und Mola wurden zu dessen Leitfiguren.

Die Ermordung des rechtsgerichteten Oppositionsführers José Calvo Sotelo durch staatliche Polizeitruppen, möglicherweise auf eigene Faust als Vergeltung für die Ermordung von José Castillo, löste den Aufstand aus.[19] Am 17. Juli, einen Tag früher als geplant, rebellierte die spanische afrikanische Armee und setzten ihre republiktreuen Kommandeure ab.

Spanischer Bürgerkrieg[Bearbeiten]

Porträt Francos aus dem Jahre 1936

Der Spanische Bürgerkrieg begann im Juli 1936 und endete offiziell mit Francos Sieg im April 1939 und forderte 190.000 bis 500.000 Todesopfer.[20] Trotz der Ratifizierung eines Nichteinmischungsabkommens im August 1936 wurde der Verlauf des Krieges entscheidend von ausländischen Kräften beeinflusst. Die nationalistische Seite wurde durch das Königreich Italien, das die Corpo Truppe Volontarie (CTV) sendete, unterstützt. Im Juli 1936 folgte das nationalsozialistische Deutsche Reich mit der Legion Condor und Portugal.

Die Spanische Republik wurde vor allem durch die Sowjetunion, Mexiko und durch Kommunisten, Sozialisten und Anarchisten in Spanien unterstützt. Das Vereinigte Königreich und Frankreich hielten sich an das Nichteinmischungsabkommens und hielten das Waffenembargo ein. Weitere republikanische Unterstützung kam durch die Internationalen Brigaden.

Weil Adolf Hitler und Josef Stalin den Krieg de facto als Testfeld für moderne Kriegsführung benutzen, sind einige Historiker, wie Ernst Nolte, der Meinung, das der spanische Bürgerkrieg, zusammen mit dem späteren Zweiten Weltkrieg, Teil eines großen europäischen Bürgerkrieges zwischen 1936 und 1945 war und vor allem durch den ideologischen Konflikt zwischen dem rechten und dem linken Spektrum beeinflusst wurde. Allerdings ist diese Auslegung unter den Historikern, die die Auffassung vertreten, das es sich beim Spanischen Bürgerkrieg und dem Zweiten Weltkrieg um zwei unterschiedliche Konflikte handele, umstritten.

Die ersten Monate[Bearbeiten]

Der Militäraufstand nationalistischer Kräfte am 18. Juli 1936 in Melilla griff noch am selben Tag auf die ebenfalls in Spanisch-Marokko gelegenen Städte Tetuan und Ceuta über. Franco traf am 18. Juli mit einem Privatflugzeug aus Teneriffa kommend in Marokko ein und übernahm das Kommando über das 30.000 Mann starke Afrikaheer. Die Revolte griff sofort auf das Mutterland über, jedoch nicht auf die Großstädte, so dass die Erhebung der antirepublikanischen Streitkräfte zum lang andauernden Spanischen Bürgerkrieg führte.

Die ersten Tage des Aufstands wurden vor allem durch den Kampf um das Protektorat. Spanisch-Marokko beeinflusst. Auf der einen Seite gelang es Franco die Unterstützung der Eingeborenen und ihrer nominellen Behörden zu gewinnen, und auf der anderen die vollständige Kontrolle über die Armee zu gewinnen. Dies führte zu der Hinrichtung von rund 200 hochrangigen republiktreuen Offizieren (einer von ihnen sein eigener Cousine). Sein treuer Leibwächter wurde von Manuel Blanco erschossen.[21]

Francos erstes Problem war seine Truppen auf die Iberische Halbinsel zu bringen, da sich ein Großteil der spanischen Marine in den Händen der Republikaner befand, und die Blockierung der Meerenge von Gibraltar. Er bat darum Italiens Diktator Benito Mussolini, der mit einem bedingungslosen Angebot von Waffen und Flugzeugen reagierte, um Hilfe. Im Deutschen Reich überzeugte Wilhelm Canaris, der Chef der Abwehr, des Militärgeheimdienstes, und persönlicher Bekannter Francos, Hitler die Nationalisten zu unterstützen. Vom 20. Juli an war Franco in der Lage, mit einer kleinen Gruppe von 22, überwiegend deutschen, Junkers Ju 52-Flugzeugen eine Luftbrücke nach Sevilla in Andalusien, wo seine Truppen entscheidend zu einem Sieg der dortigen Rebellen, beitrugen und die Stadt unter die unumstrittene Kontrolle der Nationalisten brachten. Insgesamt wurden 25.000 Soldaten über die Straße von Gibraltar geflogen.[22][Anmerkung 4]

Durch Vertreter fing er an mit dem Vereinigten Königreich, dem Königreich Italien und dem Deutschen Reich um weitere militärische Unterstützung, vor allem aber für mehr Flugzeuge, zu verhandeln. Die Verhandlungen erwiesen sich als erfolgreich und Franco flog am 25. Juli mit seiner Maschine nach Tétouan, wo er am 2. August ankam. Am 5. August war Franco in der Lage, die republikanische Blockade mit der neu angekommenen Luftunterstützung zu durchbrechen und mit 2.000 Soldaten einen erfolgreichen Einsatz mit einem Schiffskonvoi durchzuführen.

Anfang August war die Lage im westlichen Andalusien stabil genug, um eine Kolonne von etwa 15.000 Soldaten, unter dem Kommando von Oberstleutnant Juan Yagüe, durch Extremadura marschieren zu lassen und später Madrid angreifen zu können. Am 11. August wurde in der Schlacht von Mérida die Stadt Mérida eingenommen und am 15. August Badajoz, so konnte am 8. September eine Verbindung zwischen den beiden von den Nationalisten gehaltenen Gebieten im Norden und Süden erstellt werden. Darüber hinaus ordnete Mussolini den Marsch von 12.000 motorisierten Soldaten des CTV nach Sevilla an und bat Hitler um ein Geschwader der Luftwaffe (2JG/88) mit etwa 24 Flugzeugen. Alle diese Flugzeuge hatten die Abzeichen der Nationalisten aufgemalt, wurden aber von Italienern und Deutschen geflogen. Das Rückgrat der Luftwaffe Francos waren aber in jenen Tagen die italienischen SM.79 und SM.81-Bomber, die Doppeldecker CR.32 und die deutschen Junkers Ju 52-Cargo-Bomber und die Heinkel He 51-Doppeldecker.

Vom 21. bis zum 27. September machte Franco einen Abstecher nach Toledo. Diese umstrittene Entscheidung gab der Volksfront Zeit, um die Verteidigung in Madrid zu stärken und die Stadt zu halten. Das Halten von Alcázar war aber dennoch ein wichtiger Propagandaerfolg für die Nationalisten.

Machtübernahme[Bearbeiten]

Der designierte Leiter des Aufstandes, General José Sanjurjo starb am 20. Juli 1936 bei einem Flugzeugabsturz nach Portugal.[23] Die daraus entstandene Machtfülle wurde in mehrere Regionalkommandos unterteilt. Miguel Cabanellas wurde Vorsitzender, Emilio Mola Chef des Nordheeres und Franco Chef des Südheeres. Die spanische Armee in Marokko selbst wurde in zwei kleinere Einheiten aufgeteilt. Eine wurde von General Juan Yagüe und die andere von Oberst José Varela befohlen.

Am 24. Juli 1936 wurde eine koordinierende Junta mit Sitz in Burgos gegründet. Der Junta gehörten ursprünglich Cabanellas als Vorsitzender, Mola, drei weitere Generäle und zwei Obersten an. Franco wurde später Anfangs August aufgenommen.[24] Am 21. September wurde Franco von Cabanellas das Oberkommando übertragen.[25] Später wurde er mit der Zustimmung von Queipo de Llano und Mola auch Regierungschef Spaniens. Diese Machtübergabe beruhte auf der Drohung des Deutschen Reiches, die Nationalisten nur unter der Führung Francos zu unterstützen.[26]

Francos Machtübernahme ermöglichte vor allem die Schwäche seiner Rivalen. Mola war als Hauptplaner des Putschversuches, der jetzt in einen Bürgerkrieg ausgeartet war, diskreditiert, und identifizierte sich stark mit den carlistischen Monarchisten und gar nicht mit der Falange, einer Partei mit faschistischen Neigungen und Verbindungen zu Phalanx, einer rechten spanischen politischen Partei, die von José Antonio Primo de Rivera gegründet wurde, und mit guten Beziehungen zum nationalsozialistischen Deutschen Reich. Queipo de Llano und Cabanellas hatten sich beide zuvor gegen die Diktatur von Miguel Primo de Rivera aufgelehnt und wurden deshalb in einigen nationalistischen Kreisen diskreditiert und der falangistische Führer José Antonio Primo de Rivera sass im Gefängnis in Alicante. Francos vorherigen Unnahbarkeit in der Politik bedeutete, dass er wenige aktive Gegner in jeder der Fraktionen hatte und nicht zwingend auf ihre Interessen eingehen musste.[27]

Am 1. Oktober 1936 wurde Franco in Burgos zum Generalissimus (Generalísimo)[28] ernannt und als Jefe del Estado zum Staatsoberhaupt der nationalistischen Gebiete in Spanien proklamiert. Während dieser Zeit befand sich das Hauptquartier Francos in Cáceres in der Extremadura. Als Mola am 3. Juni 1937 bei einem Flugzeugabsturz auf dem Rückweg nach Vitoria bei Burgos abstürzte, wurde Franco zum unumstrittenen Führer der Aufständischen. Dies trug zu Gerüchten bei, Franco habe den Tod seines Rivalen angezettelt, aber es gibt keinen Beweis für diese Behauptungen.

m November 1936 wurde Francos Regierung vom nationalsozialistischen Deutschen Reich und vom faschistischen Königreich Italien anerkannt und von diesen sowohl politisch als auch militärisch unterstützt.

Militärischer Befehl[Bearbeiten]

Ab der Zeit seiner Machtübernahme bis zum Ende des Krieges hatte Franco den persönlichen Oberbefehl über alle nationalistischen Streitkräfte und plante auch die meisten deren militärischen Operationen. Nach dem gescheiterten Angriff auf Madrid im November 1936 beschloss Franco auf einem fragmentarischen Ansatz den Krieg zu gewinnen, anstatt mutig und risikohaft zu manövrieren. Wie zum Beispiel bei seiner Entscheidung, die Nationalisten im belagerten Toledo zu entlasten. Auch andere Entscheidungen war Gegenstand einiger Debatten, wie zum Beispiel im Juni 1938, als er es vorzog, Valencia anstatt Katalonien anzugreifen, blieben besonders kontrovers aus militärischer Sicht. Es war jedoch in Valencia, Castellon und Alicante, wo die letzten republikanischen Truppen von Franco besiegt wurden.

Obwohl das Deutsche Reich und Italien Franco unterstützen, scheint der Grad des Einflusses der beiden Mächte auf den Verlauf des Krieges begrenzt gewesen zu sein. Dennoch waren die italienischen Truppen, trotz nicht immer wirksamer Operationen, in großer Zahl vorhanden, während die deutschen Flugzeuge den Nationalisten halfen, den spanischen Luftraum zu dominieren. Portugals Diktator António de Oliveira Salazar unterstützte auch offen die Nationalisten von Anfang an und entsendete 20.000 Soldaten nach Spanien. Über diese Truppen hatte Franco nur eine begrenzte Kontrolle inne. Dies trifft insbesondere auf die italienischen Truppen zu, während sich die Legion Condor fast vollständig unter Francos Kontrolle befand und nur sehr selten eigene Entscheidungen getroffen hatte.[29]

Politischer Befehl[Bearbeiten]

Von 1937 bis 1948 war das Franco-Regime ein zumindest lehrmäßig semi-faschistischer Staat, mit der kategorisch faschistischen Movimiento Nacional als Staatspartei. Deren konfessioneller Charakter aber die vollständige Zugehörigkeit zur faschistischen Bewegung abgemilderte und eher dem Klerikalfaschismus zugeordnet wurde. Amando de Miguel bezeichnete es als fascismo frailuno (Mönchsfaschismus).[30]

Am 19. April 1937 gelang es Franco, unter der Wahrung und Sicherung der ideologisch syndikalistischen Falange, der Karlisten und einer Hand voll weiterer monarchistischer und konservativer Parteien, die Partei Falange Española Tradicionalista y de las Juntas de Ofensiva Nacional Sindicalista (FET y de las JONS), die im Jahre 1939 die einzige legale Partei in Spanien war, zu gründen. Im Gegensatz dazu entwickelten einige andere faschistische Bewegungen, wie die Falangisten, ein eigenes offizielles Programm. Dieses 27-Punkte Programm umfasste alle wichtigen Punkte der faschistischen Doktrin.[31] Franco machte sich als Jefe nacional zum Leiter der neuen FET (Falange Española Tradicionalista). Fünf Tage später (24. April) wurde offiziell der italienische Saluto romano von der Falange zu ihrem eigenen offiziellen Gruß und später auch zu dem des nationalistischen Regimes gemacht.[32] Nach dem Sieg der Nationalisten im Jahre 1939 herrschte der faschistische Stil in ganz Spanien vor. Historisch-propagandistische Rufe wie Franco, Franco, Franco. und die Falangistenhymne Cara al Sol bestärkten dies.[33]

Diese neue politische Formation beschwichtigte die revolutionär-antimonarchistische Falange und die monarchistisch-absolutistische carlistische Comunión Tradicionalista. Dies war vor allem Francos Schwager Ramón Serrano Súñer, der sein politischer Hauptberater war, zu verdanken. Súñer war in der Lage, die verschiedenen Parteien unter Franco gegeneinander auszuspielen und zu schwächen, um eine Reihe von politischen Auseinandersetzungen gegen Franco abzumildern. Später vertrieb Franco die ursprünglich führenden Mitglieder der Karlisten (Manuel Fal Conde) und der Falangisten (Manuel Hedilla) um sich endgültig, nicht nur die militärische sondern auch die politische Führung zu sichern.

Weiterer Verlauf[Bearbeiten]

Nach der Ernennung zum Staatsoberhaupt begann sich ein Kult um die Persönlichkeit Francos im faschistischen Stil zu entwickeln.[34] Die von den Nationalisten kontrollierten Gebiete wurden mit Plakaten von Franco überflutet, Zeitungen warben mit dem Slogan: Ein Land, Ein Land, ein Früher. Franco wählte, wie Mussolini Duce und Hitler Führer, den Titel El Caudillo. In seinen Reden und an öffentlichen Veranstaltungen wurde er von seinen Anhängern gefeiert und seine angeblichen Tugenden wurden massiv ausgebreitet. Franco schickte Telegramme an Hitler und Rudolf Heß in denen er um mehr Unterstützung bat.[35] Hitler antwortete durch den deutschen Diplomaten Du Moulin-Eckart. Am 6. Oktober trat er sich mit Franco und bot die Unterstützung vom Deutschen Reich an, aber machte die Anerkennung der Rebellenregierung von der Besetzung der Hauptstadt Madrid abhängig.

Am 3. Oktober zog Franco nach Salamanca und residierte im dortigen Bischofspalast, der ihm vom Bischof Enrique Pla y Deniel angeboten worden war. Zur gleichen Zeit steigerte sein religiösen Eifer und er fing an jeden Morgen täglich und an Abenden mit seiner Frau Carmen Polo zu beten und ließ sich einen persönlichen Beichtvater zukommen.[36]

Die nächsten zwei Wochen nach seiner Ernennung konzentrierte sich Franco auf die Konsolidierung seiner Machtposition. Militärische Operationen wurden verzögert und er musste bis zum 18. Oktober auf den Beginn der Offensive gegen die Hauptstadt warten. Die Hauptstadt war jedoch perfekt vorbereitet. Am 15. Oktober kamen vom Hafen von Cartagena aus die ersten sowjetischen Waffen zur Unterstützung der Republikaner in Madrid. Es wurden 108 Bomber, 50 Panzer und 20 gepanzerte Fahrzeuge nach Madrid geliefert. Seitdem wurde eine neue Art von Krieg ausgetragen. Bis dahin waren die afrikanischen Truppen materiell und aufgrund ihrer Erfahrung den schlecht ausgerüsteten republikanischen Milizen und Armee überlegen. Mit der Ankunft der sowjetischen Waffen ließ Franco am 6. November die Truppen sammeln und startete am 8. November die Schlacht von Madrid. Obwohl es seiner Armee gelungen war, um den Fluss Manzanares zu überqueren und mehrere Bezirke zu besetzen, scheiterte die ganze Eroberung der Stadt. Im Nahkampf wurden die Rebellen zurückgeschlagen. Am 23. November waren die Aufständischen endgültig nicht mehr in der Lage die Stadt einzunehmen und Franco beschloss den Angriff zu verschieben.[37] Der Widerstand von Madrid konnte erst am 1. April 1939, dem Tag von Francos Sieg, gebrochen werden.

Folge dieser Niederlage war eine Intensivierung der Internationalisierung des Konfliktes. Das Deutsche Reich begann seine Militärhilfe zu erhöhen und forderte von Franco schnelle und kräftige Manöver und nicht Routine und zögerlich.

Anfang November war kam die Legion Condor nach Spanien unter dem Kommando von General Hugo Sperrle und begann mit der massiven Bombardierung des Umfeldes von Madrid.[38] Am 26. April 1937 startete die Legion die Bombardierung von Gernika.

Zuvor war Franco im Januar 1937 in einer gemeinsamen Italienisch-deutschen Entscheidung gezwungen worden zehn überwiegend italienische und deutsche Vertreter in die militärischen Strategien einzubinden.

Ende des Bürgerkrieges[Bearbeiten]

Vor dem Fall von Katalonien im Februar 1939, bot der republikanische Ministerpräsident Juan Negrin erfolglos in einer Sitzung in Figueres die Kapitulation der Republikaner an. Die einzige Bedingung war der Schutz der Besiegten vor staatlichem Terror. Franco lehnte ab und Negrín wurde schließlich abgesetzt und floh ins Exil nach Frankreich.

Danach blieben nur noch die Hauptstadt Madrid und ein paar andere kleinere Bereiche blieben unter der Kontrolle der Regierungstruppen. Am 27. Februar erkannten die Regierungen von Chamberlain im Vereinigten Königreich und Daladier in Frankreich das Franco-Regime als Vertretung Spaniens an. Als letztes Gefecht versuchte die Kommunistische Partei Spaniens eine Meuterei in Madrid anzuzetteln, mit dem Ziel der Wiedereinsetzung von Negrín. José Miaja behielt aber die Kontrolle und schlug die Revolte nieder. Schließlich fiel am 28. März 1939, mit der Hilfe von Franco-Sympathisanten innerhalb der Stadt, Madrid in die Hände der Nationalisten. Am nächsten Tag auch Valencia, um das man fast zwei Jahre gekämpft hatte. Am 1. April 1939, als sich die letzten republikanischen Kräfte ergaben, verkündete Franco den Sieg. Am selben Tag führte er eine symbolische Geste durch, indem er seinen Säbel auf einen Altar in einer Kirche legte und versprach, dass er nie wieder sein Schwert benutzen werde, es sei denn Spanien werde von einer [kommunistischen] Invasion bedroht.

Bereits während des Krieges waren über 70.000 Menschen in den, von den Nationalisten kontrollierten Gebieten, ohne Gerichtsverhandlungen exekutiert worden.[39][40] Auf Francos Sieg folgten weitere 15.000 bis 25.000 Menschen und zahlreiche Inhaftierungen.[41] Viele inhaftierte mussten Zwangsarbeit leisten und im Krieg zerstörte Gebäude, Eisenbahnen wiederaufbauen und Sümpfe austrocknen und Kanäle, wie den Canal del Bajo Guadalquivir in Andalusien, graben. Das größte Bauprojekt war der Bau der Gedenkstätte Valle de los Caídos, dem späteren Grabmahl Francos. Die 1940 durchgeführte Erschießung des Präsidenten der katalanischen Regierung Lluís Companys gehörte zu den bemerkenswertesten Fällen dieser frühe Unterdrückung der Gegner und Andersdenkenden im franquistischen Spanien. Laut dem Historiker Gabriel Jackson, betrug die Zahl der Opfer des sogenannten Weißen Terrors (Hinrichtungen, Hunger oder Krankheit in Gefängnissen) von 1939 und 1943 etwa 200.000 Menschen.[42]

Obwohl die spanischen Kommunisten, Anarchisten und Sozialisten zu den Hauptzielen des Staatsterrorismus gehörten, litten auch spanische Intellektuelle und Atheisten sowie ehemalige Militär- und Regierungsbeamte, die während des Bürgerkrieges der Republik gegenüber loyal gewesen waren, unter der Unterdrückung.

Der britische Historiker Antony Beevor rechnet in seinen Werken über den Spanischen Bürgerkrieg mit 200.000 Todesopfern über den ganzen Bürgerkrieg und die Nachkriegszeit verteilt. Laut ihm habe der zuvor kommunistische Rote Terror im Bürgerkrieg schon 38.000 Menschen getötet. Julius Ruiz kommt zu dem Schluss, dass, obwohl die Zahlen umstritten sind, ein Minimum von 37.843 Hinrichtungen in der republikanischen Zone und maximal 150.000 Hinrichtungen in der nationalistischen Zone (einschließlich 50.000 nach dem Krieg) durchgeführt wurden. Die lange angenommene Tatsache, Franco habe detailliert über die Massenhinrichtungen während des Krieges und in der Nachkriegszeit gewusst, ist aufgrund historischer Fakten nicht haltbar.

Trotz des offiziellen Endes des Krieges gab es gegen Franco eine Guerillabewegung (Macchia) in den Bergregionen Spaniens und führte den Kampf bis in die 1950er Jahre gegen ihn fort. Am 19. Oktober 1944 rebellierte eine Gruppe von 5.000 republikanischen Veteranen, die zuvor in Frankreich gegen die Deutschen gekämpft hatten, in Val d’Aran im Nordwesten von Katalonien, wurden aber durch Francos Truppen vom 28. bis 30. Oktober zum Rückzug gezwungen.

Das Ende des Krieges führte zur Auswanderung mehrerer hunderttausender Spanier ins Ausland. Sie wanderten vor allem nach Frankreich, aber auch Mexiko, Chile, Kuba, die Vereinigten Staaten und weitere Länder aus.[43] In Frankreich wurden die Flüchtlinge in Lagern wie Camp de Gurs oder Le Vernet, wo 12.000 von Ihnen unter erbärmlichen Bedingungen lebten, interniert.[44] Die 17.000 Flüchtlinge in Gurs wurden in vier Kategorien unterteilt (Brigadisten, Piloten, Gudaris und gewöhnliche Spanier). Die Gudaris (Basken) und die Piloten konnten leicht lokale Unterstützer und Arbeitsplätze finden und durften das Lager auch verlassen, während die Bauern und die gewöhnlichen Spanier, die nicht auf Beziehungen in Frankreich bauen konnten, aufgefordert wurden, in Abstimmung mit dem Franco-Regierung, nach Spanien zurückzukehren. Die große Mehrheit tat ​​es und wurde von den den Franco-Behörden ständig beschattet.

Nach der Proklamation des Französischen Staates (Vichy-Regime) durch Marschall Philippe Pétain, wurden die Flüchtlinge zu politischen Gefangenen und von der französischen Polizei verhaftet. Zusammen mit anderen "Unerwünschten" wurden sie im Sammellager Drancy interniert, bevor sie ins nationalsozialistische Deutsche Reich deportiert wurden. So starben 5000 Spanier im Konzentrationslager Mauthausen.[45]

Der chilenische Dichter Pablo Neruda, der vom chilenischen Präsidenten Pedro Aguirre Cerda zum Sonderkonsul für die Einwanderung in Paris ernannt wurde, verhalf rund 2.000 spanischen Flüchtlingen bei der Flucht nach nach Chile.[46]

Diktator 1939 bis 1975[Bearbeiten]

Franco mit dem Ferdinandsorden in Uniform, 1960er Jahre
Hauptartikel: Franquismus

Franco wurde als das spanische Staatsoberhaupt im November 1936 vom Deutschen Reich und Italien und im Februar 1939 vom Vereinigten Königreich und Frankreich anerkannt. Als Diktator regierte er Spanien nach seinem Sieg im Spanischen Bürgerkrieg bis zu seinem Tod 1975 insgesamt 39 beziehungsweise 36 Jahre lang. Dabei setzte er auf die Ideologie des Franquismus.

Rolle im Zweiten Weltkrieg[Bearbeiten]

Im September 1939 brach, durch den deutschen Polenfeldzug, in Europa der Zweite Weltkrieg aus und am 1. September 1939 verkündete Franco, aufgrund der schlechten wirtschaftlichen Lage nach dem Ende des Bürgerkrieges, der erst fünf Monate zuvor zu Ende gegangen war,[47] die Neutralität Spaniens. Nach den deutschen Siegen über die Niederlande, Belgien und Frankreich im Juni 1940 und der Eintritt Italiens in den Krieg bewegten Franco im Juli 1940 dazu zu erklären dass sein Land nicht neutral, sondern lediglich nicht kriegsführend sei und stellte gegenüber Hitler in einem vom Februar 1941 datierten Brief fest:

„Dass wir drei Männer, der Duce, Sie und ich, durch den härtesten Zwang der Geschichte aneinander gebunden sind.[48]

Am 23. Oktober 1940 fand im französischen Ort Hendaye die Konferenz von Hendaye zwischen Franco und Hitler statt, um über die Möglichkeit von Spaniens Beitritt auf der Seite der Achsenmächte zu verhandeln. Allerdings erwiesen sich Francos Forderungen nach Nahrung, militärischer Ausrüstung und der Annexion von französischen Kolonien in Nordafrika (Marokko, Teile Algeriens und Mauretaniens) und des britischen Gibraltar als unerfüllbar.[49][50] Darüber hinaus weigerte er sich, deutsche Truppen in sein Land zu lassen und erklärte fremde Truppen auf spanischem Territorium wären mit der Souveränität Spaniens nicht vereinbar. So konnte keine Einigung erzielt wurde. Eine oft zitierte Bemerkung, die Hitler nach dem Treffen sagte lautet: er ließe sich lieber mehrere Zähne ziehen als noch einmal mit Franco zu verhandeln. Die spanische Nachrichtenagentur Efe hat im Jahr 2006 bekanntgegeben, dass zwei Bilder des Treffens zwischen Hitler und Franco am 23. Oktober 1940 nahe der spanisch-französischen Grenze retuschiert wurden, um Franco als den aktiveren der beiden Diktatoren darzustellen und damit die Legende des standfesten Caudillo zu untermauern.[51]

Franco bot aber dennoch verschiedene Arten der Unterstützung Italien und dem Deutschen Reiche an. Francos Spanien war seit 1939 Mitglied im Antikominternpakt und er erlaubte spanischen Soldaten, freiwillig in der Blauen Division (División Azul) an der Seite der Wehrmacht in der Ostfront gegen die Sowjetunion zu kämpfen, verbot aber den Kampf gegen die westlichen Demokratien. Insgesamt kämpften 47.000 falangistische Freiwillige unter General Agustín Muñoz Grandes bis 1943 gegen die Rote Armee, eher sie nach der Schlacht von Stalingrad wieder abgezogen wurden. Außerdem stellte Franco Deutschland unter anderem U-Boot-Stützpunkte und Nachrichtenmaterial zur Verfügung.

Francos persönliche Streitpunkte mit Hitler waren die Rolle des Christentums,[52] Franco war glühender Katholik, während Hitler versuchte das Christentum in Deutschland zugunsten des Nationalsozialismus zu manipulieren, und die nationalsozialistischen Rassenlehren, die in Spanien, wie auch in Italien, keine Anwendung fanden und von Franco kategorisch abgelehnt wurden. Neben den Meinungsverschiedenheiten war auch der fortwährende Streit über deutsche Bergbaurechte in Spanien ein Grund für das angespannte Verhältnis mit Hitler. Die Beziehungen zu Mussolini und dem Königreich Italien waren deutlich entspannter.

Das weit verbreitete Bild Francos als dem eines Mannes, der Hitlers Drängen widerstand, ist angesichts historischer Quellen nur teilweise haltbar. Zwar hegten die beiden Diktatoren eine persönliche Abneigung gegeneinander. Diese hinderte sie allerdings nicht daran, auf manchen Gebieten bis 1944 zu kooperieren: Neben Rohstofflieferungen, unter anderem des kriegswichtigen Wolframs, und begrenzter militärischer Kooperation lieferte Spanien dem Deutschen Reich geheimdienstliche Erkenntnisse. Allerdings verstand es der britische Generalstab, diese Tatsache auszunutzen und die deutschen Stellen in der Operation Mincemeat mit Fehlinformationen zu versorgen. Francos Bild als geschickter Unterhändler half – zusammen mit einer weitgehenden Kooperation mit den USA – allerdings dabei, Spanien nach dem Krieg vergleichsweise schnell in die westliche Welt zu integrieren.

Zum Thema warum Franco in den Krieg nicht eintreten wollte, behaupten einige Historiker, dass Franco heimlich von Wilhelm Canaris gewarnt worden war und dieser ihn überredete nicht in den Krieg einzutreten.[53] Andere Historiker behaupten, dass Franco, als der Führer eines zerstörten Landes im Chaos nach einem brutalen dreijährigen Bürgerkrieg militärisch nichts zu bieten hatte und vermutlich in die Abhängigkeit vom Deutschen Reich und Italien geraten wäre.

Doch nach der Niederlage Frankreichs im Westfeldzug stellte Franco spanische Marineanlagen deutschen Schiffen und U-Booten im Kampf gegen die Royal Navy zur Verfügung. Die Besetzung Gibraltars, wie sie Hitler gefordert hatte, lehnte Franco dennoch ab. Er befürchtete das eine Besetzung die Kriegserklärung des Vereinigten Königreiches zur Folge gehabt hätte und die Kanarischen Inseln und Spanisch-Marokko, sowie möglicherweise Spanien selbst besetzt worden wären.[54] Im November 1942 landeten britische und amerikanische Truppen in Nordafrika, um von dort aus Erwin Rommels Afrikakorps und die königlich-italienischen Truppen aus Italienisch-Libyen zu vertreiben. Franco sah dies als das Ende seiner imperialen Träume an und die mögliche Gefahr einer Invasion der Alliierten in Europa zwangen Franco, entgegen seiner Pläne, wieder zur Neutralität zurückzukehren.[55]

Der damalige kubanische Präsident Fulgencio Batista schlug 1943 einen gemeinsamen US-lateinamerikanischen Angriff auf Spanien vor, um das Franco-Regime zu stürzen.[56]

In mitten des Krieges verkündete Franco am 17. Juli 1942 das zweite Grundgesetz, eines von insgesamt acht, das die Wiedergründung des Parlaments als höchstes Organ des spanischen Volkes zur Folge hatte. Dieses hatte aber keine Gesetzgebungsbefugnisse, sondern hatte lediglich beratende Funktion.[57]

Der Aufstieg des radikalen Faschismus in den deutschen und italienischen Marionettenstaaten in Europa verursachte große Besorgnis unter den beiden wichtigsten Machtsäulen, der katholischen Kirche und der Armee.[58] Die Spannungen führten im August 1942 mit dem Attentat von Begoña zu einer schwere politische Krise, die Franco mit der Ernennung des monarchistischen Generals Francisco Gómez-Jordana Sousa zum Außenminister, lösen konnte.[59]

Die Änderung der Kriegspläne führten zu einer erneuten Krise. Am 8. September 1943 erhielt Franco einen Brief von acht Generalleutnants, in dem er aufgefordert wurde die Monarchie unter Juan de Borbón, dem legitimen Erben von Alfonso XIII., einzuführen. Franco weigerte sich und konnte dabei auf den Rückhalt im Militär setzen.

1943 war wirtschaftliche Lage Spaniens katastrophal und das Ergebnis der autarken und interventionistischen Wirtschaftspolitik war eine Fehlallokation von Produktionsmitteln und Testsystemstörungen. Aufgrund der Rationierung von Lebensmitteln boomte zu dieser Zeit der Schwarzmarkt.[60]

Auf eine tiefe Wirtschaftskrise, die mehr als zehn Jahre dauern sollte, kam es zu einem starken Rückgang der landwirtschaftlichen Produktion, die zu einer schweren Hungersnot führte. Um die Lage zu verbessern gewährte Franco während des Krieges die Einfuhr von einigen Lebensmitteln. Nur dadurch konnte eine Gesamtnahrungskatastrophe abgewendet werden.[61]

Die verschlechterten Lebensbedingungen kosteten Franco einen Großteil seiner Popularität innerhalb der Nationalisten. Arme Bauern und Arbeiter streikten regelmäßig. Der industrialisierungsprozess, der in Spanien in den 1920er Jahren weitgehend abgebrochen wurde, konnte nicht wiederbelebt werden.

Laut der jüngsten Entdeckung schickte Franco im Zweiten Weltkrieg Reichsführer-SS Heinrich Himmler eine, von seinen Provinzgouverneuren erstellte, Liste von 6.000 spanischen Juden.[62] Trotz der Erstellung der Liste, gibt es keine Hinweise drauf, dass die aufgelisteten Juden deportiert wurden. Obwohl Franco Mitglied in antisemitischen Vereinigungen gewesen war, hatte er jüdische Freunde in Marokko und stoppte sogar öffentlich den Ausbruch von Pogromen gegen Juden in Spanisch-Marokko. Während Francos Diktatur wurden keine jüdischen Konzentrationslager auf spanischem Hoheitsgebiet errichtet und die spanischen Juden behielten ihre vollen politischen Rechte. Zudem nahm Spanien als Transitland nach Portugal mit rund 20.000 bis 35.000 Juden, mehr Juden, als jedes andere neutrale Land im Zweiten Weltkrieg auf. Zahlreiche spanische Diplomaten stellten Juden in Ungarn, der Tschechoslowakei und auf dem Balkan unter ihren Schutz.[63] Neue Archivfunde aus Madrid belegen, dass Franco spätestens seit 1944 detailliert über die Judenvernichtung im Konzentrationslager Auschwitz informiert war und das „Ausmaß der Vernichtung genauestens kannte“.[64]

Am 14. Juni 1940 besetzten spanische Truppen in Marokko die Internationale Zone von Tanger und die Stadt wurde im November 1940 in das spanische Protektorat von Marokko eingegliedert.[65] Im Mai 1944, obwohl die Stadt zu vor als entscheidende Kontaktstelle zwischen den Nationalisten und den späteren Achsenmächten während des spanischen Bürgerkrieges gedient hatte, vertrieb Franco alle deutschen Diplomaten aus der Zone.[66] Am 11. Oktober 1945 verließen die letzten spanischen Soldaten Tangar wieder und Spanien übergab das Gebiet der Staatengemeinschaft.[67]

Nachkriegszeit[Bearbeiten]

Franco während einer Rede in Eibar, 1949

Die wahrscheinliche Sieg der Alliierten im Zweiten Weltkrieg war mit enormen Erwartungen der republikanischen Opposition verbunden. Es waren die Schaffung einer Nationalen Allianz der demokratischen Kräfte und der Sturz des Regimes geplant worden.[68]

Unterdessen fand im August 1945 eine Sondersitzung der republikanischen Exilregierung Spaniens in Mexiko statt. Die Regierung von José Giral Pereira wurde jedoch von keiner der Siegermächte anerkannt, so das Joseph Giral im Februar 1947 als Ministerpräsident im Exil zurücktrat.[69]

Darüber hinaus war die republikanische Opposition in mehrere Fraktionen und Ideologien gespalten.

Am 19. März 1945, als die Niederlage Hitlers und der Achsenmächte sehr nah war, brach Juan de Borbón völlig mit Franco und veröffentlichte das Manifest von Lausanne, in dem er erklärte, dass das Franco-Regime von Anfang an den Systemen des Totalitarismus und den Achsenmächten orientiert war, was mit dem Sieg der Alliierten nicht vereinbar wäre und auch eine Gefahr für die Zukunft der spanischen Nation ist.[70]

Im Februar 1946 verlegte Juan de Borbón seinen Amtssitz nach Estoril (in der Nähe von Lissabon), wo er einen Willkommensbrief, den 458 hochrangige Mitglieder der spanischen Elite unterzeichnet hatten, darunter zwei ehemalige Minister, erhielt. Franco äußerte ernsthafte Bedenken und sagte:

„Das ist eine Kriegserklärung.[71]

Am 17. Juli 1945 wurde von Franco das dritte Grundgesetz erlassen. In diesem als Charta der Grundrechte und Freiheiten bezeichneten Gesetz wurden den Spaniern aber viele Einschränkungen auferlegt.[72] Als weitere Modernisierungsmaßnahme wurde eine neue Regierung gebildet. Der liberaler eingestellte Alberto Martin Artajo wurde dabei Verantwortlicher für das Ministerium für auswärtige Angelegenheiten. Die Rolle des politischen Katholizismus wurde ins Zentrum des Regimes gestellt. Am 22. Oktober 1945 wurde von Franco 1945 das vierte Grundgesetz erlassen, so dass das Staatsoberhaupt nach Rücksprache von den Spaniern als angemessen anerkannt werden konnte.[73]

Am 28. Februar 1946 schloss die Französisch Regierung die Grenze zu Spanien und vier Tage später wurde in einer gemeinsamen Erklärung der Vereinigten Staaten, Großbritanniens und Frankreichs eine Erklärung erlassen in der der friedliche Rückzug des Franco-Regimes zugunsten der Rückkehr zur Demokratie gefordert wurde.[74]

Zur gleichen Zeit trat die Frage auf, Sanktionen gegen das Franco-Regime zu verhängen und wurde bei den Vereinten Nationen im Jahr 1946 diskutiert. Aufgrund der Weigerung vom Vereinigten Königreich und der Vereinigten Staaten bliben, insbesondere von der Sowjetunion und der Volksrepublik Polen inszenierte, militärische Maßnahmen gegen das Regime abgewendet werden. Schliesslich verurteilte am 29. April 1946 der UN-Sicherheitsrat in der Resolution 4 mehrheitlich die internationale das Franco-Regime. Dann empfahl die Organisation den sofortigen Abzug der in Madrid akkreditierten Botschafter ihrer Mitgliedsländer. Bereits 1945 lehnten die neu geschaffenen Vereinten Nationen die Mitgliedschaft Spaniens ab. Offiziell hieß es:

„Es gibt keinen Platz in den Vereinten Nationen für eine Regierung, deren Grundsätze auf der faschistischen Ideologie beruhen[75]

Die außenpolitische Isolation Spaniens wurde insbesondere von den Vereinigten Staaten, dem Vereinigten Königreich und Frankreich erzwungen und es wurde Spanien verwehrt am Marshallplan teilzunehmen. Nur das peronistische Argentinien hielt zu Franco und vereinbarte einen Vertrag über Weizenlieferungen, welche die Not der spanischen Bevölkerung lindern sollten. Im Januar 1947 kam die argentinische Erste Dame Eva Perón auf einen Staatsbesuch.

Franco reagierte auf den Boykott mit der Organisation einer Maßendemonstration am 9. Dezember 1946 auf dem Plaza de Oriente in Madrid unter dem Motto "Franco ja, Kommunismus nein!" zur Unterstützung des Regimes. Vom Balkon des königlichen Palastes aus schob er die Isolierung des Regimes zurückzuführen auf eine Verschwörung der Freimaurerei und des Kommunismus ab. Am selben Tag verurteilte die UN-Generalversammlung das das Franco-Cortes in Spanien die Prägung neuer Münzen mit dem Bildnis von Franco und der Inschrift Francisco Franco, Führer von Spanien durch die Gnade Gottes. Eine weitere Möglichkeit die Isolierung zu bewältigen war die internationale Unterstützung von katholischen Kreisen auf der ganzen Welt, vor allem unter den lateinamerikanischen Ländern.

Allerdings war die Hauptstrategie des Franco-Regimes, um zu überleben, die monarchische Legitimität zu suchen. Im März des Jahres 1947 verkündete Franco in Spanien die gesetzliche Wiedereinführung der Monarchie, ohne aber einen Monarchen zu ernennen. Diese Geste wurde aber auch getan, um die Monarchisten in der Movimiento Nacional (Karlisten und Alfonsisten) zu beschwichtigen. Obwohl er selber monarchistische Tendenzen zeigte, hatte Franco nicht das Gefühl, dass es Zeit war, einen König zu ernennen beziehungsweise auszurufen. In diesem fünften Grundgesetz wurde neben der Wiedereinführung der spanischen Monarchie auch der offizielle Staatsname von Spanischer Staat in Königreich Spanien beschlossen. Artikel 2 des Gesetzes bestätigte Francos Rolle als Staatsoberhaupt und als Generalissimus der Armeen als alleiniger Oberbefehlshaber der Spanischen Streitkräfte. Franco ließ den spanischen Thron vakant, mit sich als de facto-Regenten auf Lebenszeit. Während dieser Zeit, eignete er sich viele der Privilegien eines Königs an. Er trug die Uniform eines Generalkapitäns (ein Rang der traditionell für den König reserviert war) und wohnte ab 1940 im Palast El Pardo nordwestlich von Madrid. Sein Porträt erschien zudem auf den meisten spanischen Pesetamünzen und Briefmarken, eine Ehre die bislang fast ausschließlich dem König vorbehalten war. Zu seinen Titeln fügte er meistens durch die Gnade Gottes hinzu, was eigentlich eher auf Monarchen zutrifft.

In der Nachkriegszeit versuchte Franco zunächst die Unterstützung von verschiedenen gemäßigteren Gruppen um das faschistische Image zu lindern. Zuerst marginalisierte die Franco-Regierung faschistische Ideologen zugunsten von Technokraten, von denen viele Mitglieder im Opus Dei waren, und suchte nach Wegen für eine Modernisierung der Wirtschaft, was eine Abkehr von den faschistischen Wirtschaftsprinzipen gewesen wäre.[76]

Obwohl Spanien unter Francos Herrschaft einige Insignien des Faschismus symbolisch übernommen hatte, können Franco und das franquistische Spanien in der Regel nicht als faschistisch bezeichnet werden. Zum den größeren Unterscheidungen zum Faschismus gehört das von der faschistischen Ideologie angestrebte Ziel eine neue Gesellschaft zu schaffen, was Franco und sein Regime nicht versuchten, und mit der Wahrung von traditionellen und konservativen Sitten das Gegenteil taten.[77][78][79][80][81] Stanley Payne schrieb über Franco:

„Kaum einer der ernsthaften Historiker und Analysten, kann Generalissimus Franco als eine im Kern faschistische Person bezeichnen.“

Die wenigen konsistenten Punkte in Francos langen Herrschaft waren vor allem der Autoritarismus, Nationalismus, Katholizismus, die Antifreimaurerei und der Antikommunismus.

Auch nach dem Zweiten Weltkrieg waren die Folgen des Bürgerkriegs in Spanien sozial düster. Viele von denen, die die Republik unterstützt hatten flohen ins Exil. Spanien verloren so tausende von Ärzten, Krankenschwestern, Lehrern, Rechtsanwälten, Richtern, Professoren, Geschäftsleuten, Künstler, usw. Viele von denen, die nach dem Ende der Zweiten Republik ihren Arbeitsplatz verloren hatten, blieben arbeitslos und mussten ihre stellten oft an ungelerntes und sogar ungeschultes Personal abgeben. So war ein Wiederaufbau der Infrastruktur Spaniens noch lange nicht möglich und ermöglichte auch keine schnelle wirtschaftliche Entwicklung wie in den anderen westeuropäischen Ländern.

In seinem Estoril Manifest vom 7. April 1947 lehnte Juan de Borbón das Gesetz ab und verteidigte die Erbrechte der Thronfolge. Diese Nachricht wurde in Spanien nicht veröffentlicht, wo die Presse eine Kampagne gegen den Antragsteller entfachte. Um dem Regime demokratische Legitimität zu verschaffen, wurde das Gesetz am 7. Juni zum ersten Mal vom Parlament verabschiedet und dann einer Volksabstimmung unterzogen, was zu einer hohen Wahlbeteiligung und der Zustimmung von 93% der Wähler führte.[82]

Ende 1947 kam der erste Beweis, dass der Beginn des Kalten Krieges die Haltung der Westmächte gegenüber dem Franco-Regime in Spanien änderte. Die Vereinigten Staaten konnten sich aufgrund ihrer geostrategischen Bedürfnisse nicht mehr leisten konnten, Spanien aus der westlichen Welt auszuschließen. Nach dem kommunistischen Februarumsturz in der Tschechoslowakei eröffnete im Frühjahr 1948 als Reaktion auf diesen Frankreich die Grenze zu Spanien wieder und Anfang 1949 erhielt das Franco-Regime einen ersten Kredit von einer amerikanischen Bank mit Zustimmung seiner Regierung im Wert von 25 Millionen Dollar.[83]

Am 4. November 1950 wurde die UN-Vollversammlung mit großer Mehrheit und durch amerikanische Unterstützung und der Enthaltung Frankreichs und des Vereinigten Königreiches in der Resolution 10 die Verurteilung des Franco-Regimes beendet. In den darauffolgenden Monaten kehrten die westlichen Botschafter wieder nach Madrid zurück. Ein von den Vereinigten Staaten vorgeschlagener Beitritt Spaniens in die NATO wurde sowohl von Franco, der die militärische Unabhängigkeit seines Landes wahren wollte, als auch von den meisten westeuropäischen Ländern abgelehnt.

Die internationale Rehabilitierung des Franco-Regimes und die Annahme des fünften Grundgesetzes durch Volks im Juli 1947 zwangen Juan de Borbón seine Haltung gegenüber Franco zu ändern. Am 25. August 1948 trafen sich die beiden auf de Borbóns Yacht Azor in der Bucht von Biscaya. Als Ergebnis der Gespräche wurde vereinbart, dass der Sohn von Don Juan, Juan Carlos de Borbón nach Spanien gehen sollte und unter der Leitung von General Franco erzogen werden.[84]

Durch die Anerkennung und Rehabilitierung des franquistischen Staates brach die republikanische Opposition im Exil zusammen und musste neu organisiert werden. Auch im inneren Spaniens kehrte von 1949 bis 1951 relative Ruhe ein.

Repression und Instabilität in den 50er Jahren[Bearbeiten]

Die ersten zwei Jahrzehnte der Franco-Herrschaft sahen auch nach dem nationalistischen Sieg die fortgesetzte Unterdrückung und Tötung einer unbestimmten Anzahl von politischen Gegnern vor. In den 1950er Jahren liegen die Schätzungen der exekutierten Menschen irgendwo zwischen 15.000 und 50.000.

Anschließend wurde der Franco-Staat weniger gewalttätig, trotzdem wurden nicht-staatliche Gewerkschaften und allen politischen Gegner über das politische Spektrum verteilt, von der kommunistischen und anarchistischen Organisationen bis zu den Liberaldemokraten und katalanischen oder baskischen Separatisten entweder unterdrückt oder streng kontrolliert und beschattet. Die Gewerkschaften Confederación Nacional del Trabajo (CNT) und Unión General de Trabajadores (UGT) Gewerkschaften wurden verboten und im Jahre 1940 von der korporatistischen Sindicato Vertikale abgelöst. Die Spanische Sozialistische Arbeiterpartei und die Esquerra Republicana de Catalunya (ERC) wurden im Jahre 1939 verboten, während die Kommunistische Partei Spaniens (PCE) in den Untergrund ging. Die Baskische Nationalistische Partei (PNV) ging ins Exil und im Jahre 1959 wurde die Euskadi Ta Askatasuna (ETA), eine baskische Terrororganisation, für den Kampf gegen die Diktatur Francos, gegründet.

Der von Franco geförderte spanischen Nationalismus und die Errichtung einer einheitlichen nationale Identität widersprachen der kulturelle Vielfalt der einzelnen Regionen. Stierkampf und Flamenco wurden als nationale Traditionen gefördert,[85] während jene Traditionen, die als nicht spanisch anerkannt wurden unterdrückt wurden. Francos Ansicht über die spanischen Traditionen und Sitten war aus heutiger Sicht etwas künstlich und willkürlich. Während einige regionalen Traditionen unterdrückt wurden, wurde der Flamenco, eine andalusische Tradition, zu einem Teil einer größeren, nationalen Identität erhoben. Alle kulturellen Aktivitäten, auch wenn sie vom Staat anerkannt worden waren, unterlagen einer Zensur, und viele Aktivitäten wie der Sardana, der Nationaltanz der Katalanen wurden häufig auf unberechenbare Weise verboten. Diese restriktive Kulturpolitik, die ihren Höhepunkt in den 1950er Jahren hatte, entspannte sich mit der Zeit wieder (vor allem in den späten 1960er und den frühen 1970er Jahren).

Franco versuchte auch in einer restriktiven Sprachpolitik die nationalen Homogenität Spaniens herzustellen. Er förderte den schulischen und alltäglichen Einsatz der Spanischen Sprache und ließ Sprachen wie Katalanisch, Galizisch und Baskisch unterdrücken. Die rechtliche Nutzung von anderen Sprachen, als der Spanischen, waren unter Franco verboten. Alle Regierungs-, notariellen, rechtlichen und kommerziellen Unterlagen waren ausschließlich in Spanisch und wurden in einer anderen Fassung, als der Spanischen, für null und nichtig erklärt. Die Nutzung anderer Sprachen wurde in Schulen, auf Werbeplakaten, auf der Straße und auf Schildern verboten. Bürger durften aber die verbotenen Sprachen weiterhin inoffiziell sprechen und deswegen nicht verfolgt. Diese Politik wurde bis zum Ende der 1950er praktiziert, schwoll aber dann wieder ab. Nach 1960 durften die nicht-kastilischen Sprachen wieder frei gesprochen und auch öffentlich verwendet werden.

Von den Repressionen blieben die römisch-katholische Kirche, die zur Staatsreligion erklärt worden war, und die jüdische Gemeinde in Spanien verschont. Die katholische Kirche erhielt, die ihr in der Zweiten Republik aberkannten, traditionellen Privilegien wieder zurück. Beamte mussten katholisch sein und einige Arbeitgeber forderten sogar ein Erklärung für "gutes Benehmen" von einem Priester. Die Zivilehe, die im republikanischen Spanien eingeführt worden war, wurde für nichtig erklärt, es sei denn das sie von der katholischen Kirche gebilligt wurde. Scheidung, Verhütungsmittel und Abtreibung wurden von Franco per Dekret verboten. Obwohl Francos Spanien den neuen Staat Israel 1948 nicht anerkannt hatte, stand man der jüdischen Gemeinde relativ tolerant gegenüber und verschonte sie weitgehend vor der Repression. Franco erließ angesichts der angespannten Lage in Spanisch-Marokko und Spanisch-Sahara mehrere Dekrete, die Übergriffe auf dortige Juden unter Strafe stellten, ihm aber die Unterstützung der meisten Einheimischen versagten, und ließ nach dem Sechstagekrieg die jüdische Auswanderung aus Marokko finanziell und bürokratisch unterstützen.[86]

Die meisten Städte auf dem Land und ländliche Gebieten wurden von der Guardia Civil, einer Militärpolizei für die Zivilbevölkerung, bewacht. Größere Städte und regionale Hauptstädte wurden größtenteils von der Policia Armada (in Spanien grises (Grautöne), wegen der Farbe der Uniform, genannt) bewacht.

Studentenrevolten an Universitäten in den späten 1960er und frühen 1970er Jahren wurden gewaltsam von der schwer bewaffneten Policía Armada unterdrückt. Im Mai 1972 sorgte die Anklage eines amerikanischen Studenten für internationales Aufsehen und führte zu Verstimmungen zwischen Spanien und den Vereinigten Staaten.

Die Durchsetzung der traditionellen katholischen Werte durch die staatlichen Behörden waren eine erklärte Absicht des Regimes. Der noch während der Republik erlassene Ley de Vagos y Maleantes, Vagrancy-Akt behielt im franquistischen Spanien seine Gültigkeit und hatte für die verbleibenden Nomaden von Spanien große Folgen und führte oft zu deren, oftmals geförderten, Auswanderung.[87] Im Jahre 1954 wurde ein Gesetz erlassen das Homosexualität, Prostitution und Pädophilie unter der Androhung der Todesstrafe unter Strafe stellte.[88]

Im Jahre 1951 kam es aufgrund der harten Arbeitsbedingungen und der steigenden Preise zum Straßenbahnstreik in Barcelona von 1951. Er zwang General Franco zu reagieren und im Juli eine neue Regierung zu ernennen, um sicherzustellen, dass soziale Unruhen nicht wieder aufleben würden. Die Vorherrschaft des politischen Katholizismus blieb bestehen und Luis Carrero Blanco wurde zum neuen Staatssekretär ernannt.[89]

Nach langen Verhandlungen wurde 1953 ein neues Konkordat mit der katholischen Kirche, das einen wichtigen Schritt der internationalen Anerkennung des Regimes war, abgeschlossen.[90]

Die Ratifizierung bestätigte zudem die Vorherrschaft der katholische Kirche unter Franco und den seit dem Ende des Bürgerkrieges herrschenden Status quo zwischen Staat und Kirche.[91]

Die Verhandlungen mit den Vereinigten Staaten über die Errichtung von vier US-Militär basen auf spanischem Hoheitsgebiet im Austausch für begrenzte wirtschaftliche und militärische Hilfe, zogen sich bis 1953 hin und integrierten Spanien in das westliche Verteidigungssystem. Ein Vorschlag der Vereinigten Staaten auf spanischem Boden Atomwaffen zu installieren, konnte aufgrund der Intervention Francos, der selber an der Erstellung von eigenen Atomwaffen interessiert war,[92] nicht realisiert werden.

Nach dem Beschluss der Generalversammlung 1950 konnte Spanien nach und nach in die UN-Sonderorganisationen integriert werden und wurde schließlich im Dezember 1955 wurde als Vollmitglied der UN-zugelassen. Es war das Ende der Isolierung des Franco-Regimes.[93]

Im Februar des folgenden Jahres gab es einige gewalttätige Zwischenfälle an der Universität von Madrid als Folge der Auseinandersetzung zwischen Studenten, die sich für freie Wahlen ausgesprochen hatten, und staatlichen Polizeikräften. Ein Student starb dabei.[94]

Es war die erste große innere Krise im franquistischen Spanien der Nachkriegszeit. Um die Lage zu beruhigen musste Franco mehrere Notdekrete erlassen.

Im März 1956 entließ Frankreich sein Protektorat Marokko in die Unabhängigkeit. Kurz darauf kam es am 23. Oktober 1957 zum Ausbruch des Ifni-Krieges um die spanische Kolonie Ifni, eine Exklave Spaniens umgeben vom Staatsgebiet vom Königreich Marokko. Nach einer marokkanischen Invasion, konnten spanische Truppen unter dem persönlichen Oberbefehl Francos die Sahara-Befreiungsarmee zurückschlagen. Der Krieg in Ifni dauerte bis zum 3. Juni 1958.[95]

Im Jahre 1957 kam es zu einer erneuten politischen Krise. Jose Luis Arrese, der Franco eine Stärkung der Befugnisse der falangistischen Einheitspartei Movimiento Nacional vorschlug, löste innerhalb der Armee Proteste aus. Die katholischen Kirche und die Regierung enthielten sich der Entscheidung. Auch die Monarchisten in Francos Machtapparat waren nicht bereit ein auf nur einer Ideologie gestütztes totalitäres Regime, wie mit dem Faschismus in Italien, dem Nationalsozialismus im Deutschen Reich oder dem Peronismus in der Republik Argentinien, hinzunehmen. Angesichts dieser Fülle von Protesten, und bevor er sich begann vorrangig mit den wirtschaftlichen Problemen seines Landes zu befassen, beschloss der Generalissimus im Februar 1957 ein auf unbestimmte Zeit gültiges provisorisches Gesetz zu erlassen. Dieses Gesetz schwächte den Einfluss der Falange innerhalb der Staatspartei und wurde zum sechsten Grundgesetz des franquistischen Staates. Offiziell hieß es Spanien werde weder durch eine Bewegung, noch eine Partei oder eine Organisation vertreten, sondern ist eine "Gemeinschaft" (die Wagenliste-Modus) und eine "traditionelle Monarchie mit katholischen, sozialen und repräsentativen Prinzipen". Dadurch konnten sowohl Monarchisten, Vertreter der Kirche und die Armee befriedigt werden.

Angesichts der schwerwiegenden Verschlechterung der wirtschaftlichen Lage, überredete Franco Carrero Blanco das autarke Wirtschaftssystem zu reformieren. Als Teil der Reform wurde ein säkulares katholisches Amt vom Opus Dei eingerichtet. Alberto Ullastres wurde zum Leiter des Ministeriums für Handel, und Mariano Navarro Rubio wurde ins Finanzministerium geholt.

1958 kam es wieder zu Streiks, insbesondere in Asturien und Katalonien. Grund dafür waren Forderungen nach eine Lohnerhöhung, da die Inflation einen Rückgang der Reallöhne verursacht hatte. Insbesondere in der asturischen Kohlebergbauindustrie kam es zu wiederkehrenden Streiks. Die Intensität der asturischen Streikbewegung führte dazu, dass Franco am 14. März 1958 den Ausnahmezustand in der Region für vier Monate erklärte.[96]

Am 1. April 1959, 20 Jahre nach dem Ende des Bürgerkriegs, wurde feierlich das Kriegsdenkmal Valle de los Caídos eingeweiht.

Wirtschaftlicher Aufstieg in den 1960er Jahren[Bearbeiten]

Franco auf einer goldenen Pesetamünze von 1966 mit der Inschrift Francisco Franco, Führer von Spanien, durch die Gnade Gottes abgebildet

In den 1960er Jahren erlebte Spanien unter Francos Herrschaft ein starkes Wirtschaftswachstum, das danach spanisches Wirtschaftswunder genannt wurde. In diesem Jahrzehnt war betrug die durchschnittliche Wachstumsrate 7%.[97] Allerdings sah sich Franco auch mit zunehmenden sozialen und politischen Spannungen konfrontiert. Dank eines stabilen Rückhalts im Militär, aber auch in der bedeutenden katholischen Kirche des Landes und bei den Großgrundbesitzern, überstand Franco diese Situation politisch unversehrt.

Die Wurzeln dieser wirtschaftlichen Expansion lagen in den fünfziger Jahren. Das autarke Modell (Autarkie), das von Franco aufgesetzt wurde, hatte Spanien an den Rande des Staatsbankrottes gebracht. In diesem Jahrzehnt fand auch mit dem Rückgang der Widerstandsbewegungen der 1950er Jahre eine langsame, von den Falangisten und dem Franco-Regime selbst ins Leben gerufene, langsame Liberalisierung der Wirtschaft statt. Auch die US-Hilfe, nach der Unterzeichnung eins bilateralen Abkommens, hatte entschiedene Wirkung auf die Linderung der kritischen Wirtschaftslage.

Das Wirtschaftswachstum in Europa, das mit dem Marshallplan nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges begann, blieb in Spanien aus.[98] Das Land war in den fünfziger Jahren sehr rückständig und erlebte nicht vollständig den wirtschaftlichen Fortschritt wie seine Nachbarländern, bis Franco beschloss auch sogenannte "Technokraten" in seine Regierung zu lassen und eine allgemeine bessere technische Ausbildung in der Wirtschaft begann zu fördern. Damit brach er mit dem alten autarken Modell.[99]Im Jahre 1959 wurde, mit Hilfe des IWF und der OECD, ein Plan zur Stabilisierung ausgearbeitet und damit eine neue Wirtschaftspolitik eingeleitet. Spanien schickte im Austausch für finanzielle Hilfe ein Memorandum an den IWF, in der sich das Land verpflichtete, Maßnahmen zu ergreifen, um die spanische Wirtschaft im Hinblick auf die Zahlungsfähigkeit und die wirtschaftliche Instabilität neue Maßnahmen zu setzen. Die Folge des Planes war ein Durchschnittswachstum von 7%. Damit stand Spanien an zweiter Stelle nach Japan. Spanien begann sich von einem der ärmsten Länder Europas, zusammen mit Griechenland und Portugal, mit einem Pro-Kopf-Einkommen, das niedriger als in einigen lateinamerikanischen Ländern war, zur fünftgrößten Wirtschaftsmacht Europas zu wandeln. Während der Zeit von 1960 und 1973 wuchs die Industrie um mehr als 10% und es kam zu einem Strukturwandel in der Wirtschaft: Spanien hatte sich vom Agrarstaat zu einer Industrienation der ersten Welt verwandelt. Infolge dessen sank die Beteiligung der landwirtschaftlichen Erzeugnisse am Bruttoinlandsprodukt von 22,6% im Jahre 1960 auf 11,6% im Jahr 1973 und die Arbeitslosigkeit sank auf 2 % (1970).[100] Vor allem der Zufluss von ausländischem Kapital, der Zustrom von Tourismus und Geldüberweisungen von Gastarbeitern und Auswandern (etwa 800.000 Spanier)[101] ermöglichten diese Entwicklung.

In der Mitte der 60er Jahre löste der ständige Zustrom von Menschen vom Land in die Städte eine Landflucht aus und die konsequente Schaffung von neuen Arbeitsplätzen blieb aus. Anstatt dessen behinderte die begrenzte Kapazität die Schaffung von Arbeitsplätzen und es kam zu einem Anstieg der Arbeitslosenzahlen.

Auch wen die Mehrheit der Menschen in Spanien von dieser Entwicklung profitierten, fiel der meiste Reichtum in die Hände von Personen, die dem Regime nah waren. Trotz diesem Ungleichgewicht kam es parallel zur Modernisierung der Gesellschaft. Die spanische Bevölkerung verwandelte sich von einer Agrar- zur Industriegesellschaft, mit Fortschritten in der Ausbildung, der Erzielung einer Einschulungsquote von 90% und die Verringerung der Analphabetenrate. Ein weiterer Fortschritt war die langsame Eingliederung der Frauen in die, bislang von Männern dominierte, Gesellschaft.[102]

Das spanische Wirtschaftswunder hatte auch große gesellschaftlichen Veränderungen mit sich gebracht. Die spanischen Gesellschaft war immer näher an andere Gesellschaften in Westeuropa herangerückt und eine Kultur des Massenkonsums entwickelte sich. 1960 betrug das Pro-Kopf-Einkommen in Spanien 1.042 US-Dollar.[103] Zudem fand eine Erhöhung der Wohlfahrt statt und die Infrastruktur des Landes wurde umfangreich erneuert. Neue liberale Sitten und Gebräuche wie der Minirock, Männer mit langen Haaren, Bikinis, Pop und Rockmusik wurden zwar vom konservativen Franco abgelehnt aber von den Behörden toleriert. Mit dem Verkauf von über einer Millionen Verhütungspillen im Jahre 1967 kam es auch zu einer Veränderung der Sexualität.[104]

Aber die wirtschaftlichen und sozialen Veränderungen führten auch teilweise zu politischen Veränderungen. Carrero Blanco bildete von 1962 bis 1965 eine neue liberalere Regierung und 1963 wurde in Spanien die Sozialversicherung eingeführt, so dass im Jahr 1973 vier von fünf Spaniern eine Krankenversicherung hatten.[105] Ein klares und einheitliches Steuersystem blieb aber aus.

Noch vor der Entwicklung der 60er Jahren und dem Aufstieg der Technokraten hatten sich die Falangisten in mehreren Gewerkschaftsorganisationen verschanzt und Franco musste, aufgrund der starken Veränderungen, auch eine Öffnung der Falange erzwingen. Dieses Vorhaben führte Minister José Solis Ruiz durch und es gipfelte Ende 1966 in relativer Freiheit.[106]

So konnte in Spanien erstmals seit den Säuberungen in den 1940er und 50er Jahren wieder eine linke Opposition gebildet werden.[107]

Tatsächlich waren zwei bedeutende Erfolge mit der Offenheit erzielt worden. Dies waren das Presse- und Druckgesetz, das die Zensur lockerte, vom März 1966 und das Gesetz über die Religionsfreiheit vom Juni 1967, das nun auch dem bislang unterdrückten Islam mehr Rechte gewehrte. Das erste Gesetz wurde vom jungen falangistischen Minister Manuel Fraga durchgesetzt und ist in veränderter Form noch heute gültig.[108] Das zweite Gesetz ging auf Außenminister Fernando María de Castiella Maíz zurück und wurde verabschiedet, nach dem man sich auf dem Zweiten Vatikanischen Konzil auf neue Richtlinien mit dem Umgang mit Minderheiten geeinigt hatte. Letztlich aber waren den nichtkatholischen Konfessionen enge Grenzen aufgezwungen worden.[109]

Oppositionell gesehen waren die erste und wichtigste Herausforderung der Franco-Regierung die Rückkehr von Arbeitsunruhen, die mit dem asturischen Bergarbeiterstreik von 1962 begannen. Zudem kamen Studentenproteste an den Universitäten landesweit, die die Unterstützung einiger Professoren wie José Luis López, Enrique Tierno Galvan und Agustin Garcia Calvo hatten. Ein dritter Bereich der Opposition waren progressive Priester, die die Arbeiter- und Studentenproteste unterstützten. Zusätzlich dienten Treffen in der Kirche, die Immunität wegen dem Konkordat von 1953 garantierten, als Treffpunkt von Oppositionellen.[110]

Ebenfalls setzen die neu aufgestellten kulturellen und politischen Forderungen in Katalonien und dem Baskenland das Regime unter Druck. Der Protest wird heute of als der Beginn der Wiedergeburt des katalanischen Nationalismus im franquistischen Spanien der 1960er Jahre angegeben. Ein wichtiges Ereignis waren die (illegalen) Feierlichkeiten zum katalanischen Nationaltag am 11. September.[111]

Wie für den katalanischen waren auch der baskische Nationalismus. Die baskische Regierung im Exil sowie die ETA wetterten gegen das Franco-Regime und griffen ab 1962 auch zur Gewalt im Kampf gegen Franco. Im August 1968 ermordeten Angehörige der ETA in Irun einem Polizeikommissar. In den Jahren 1968 und 1969 starben zwei weitere Menschen durch den Terror der ETA.[112]

In diesem Kontext wurde in den 60er Jahren die soziale Mobilisierung erweitert. Zahlreiche neue Gewerkschaften wurden, unter der Schirmherrschaft der spanischen Kommunistischen Partei, gegründet.[113] Die neue Protestbewegung der Arbeiterklasse war in den sechziger Jahren zweifellos die größte Herausforderung mit der das Franco-Regime konfrontiert war.

Genau auf diese Organisationen führten zu einer erneuten Welle von Säuberungen. Der neu angelegte Gerichtshof für öffentliche Ordnung (TOP) vermeldete in insgesamt 4.500 Zusammenfassungen illegale Propaganda, illegale Vereinigungen, illegale Versammlungen, illegale Demonstrationen, usw.[114]

In der zweiten Hälfte der 1960er begann sich der alternde Franco immer mehr aus den politischen Geschäften zurückzuziehen und widmete sich zunehmend seiner Freizeit. Die Gespräche über den Eintritt Spaniens in die Europäische Gemeinschaft wurden von Franco dennoch blockiert und als Komplott angeblich feindlicher Kräfte der Arbeiter und Studentendemonstrationen abgestempelt.[115]

Franco im spanischen Parlament bei der Ernennung von Juan Carlos I. zu seinem Nachfolger, 22. Juli 1969

Im Januar 1966 wurde das Organisationsgesetz des Staates, das eine grundlegende Veränderung des Status quo bedeutet hätte und unter anderem die Trennung der Ämter Staatsoberhaupt und Regierungschef, die Franco in sich vereinigt hatte, forderte, im spanischen Parlament vorgebracht. Franco entschied sich aber für eine Volksabstimmung und erklärte:

„Es wird keine Debatte im Parlament über das komplexe Recht geben. Es würde zunächst am spanische Volk liegen, seine Vor- und Nachteile zu prüfen und darüber zu entscheiden“

Am 14. Dezember wurde in einer Volksabstimmung mit einer Beteiligung von 88% mit nur 1,81% Nein-Stimmen gegen das Gesetz gestimmt.[116]

Franco, der in der zweiten Hälfte der sechziger Jahre unter den Druck seiner Umwelt kam, begann einen Nachfolger für sich zu suchen. Franco der zunehmend unter Altersschwäche litt, hatte bereits 1961 vorgeschlagen Otto von Habsburg nach seinem Tode als König einzusetzen. Dieser lehnte jedoch mit der Begründung ab, dass er kein Usurpator sei. Im Jahre 1968 gab es mehrere Kandidaten für die Nachfolge, darunter Juan de Borbón y Battenberg, der versuchte in verschiedenen Gesprächen mit Franco, seine Legitimität zu untermauern. Schließlich aber wurde Juan Carlos de Borbón, der Enkel Alfons’ XIII., der seit 1948 unter Francos Aufsicht erzogen worden war als König von Spanien, nach seinem Tod zum Nachfolger bestimmt. Franco sorgte aber dafür, dass dieser nicht dieselbe Machtfülle haben und nur sehr wenig Spielraum haben würde, um ein Abfallen vom Franquismus verhindern zu können. Im Januar 1969 hab Franco seine Entscheidung bekannt und verkündete sie am 22. Juli 1969 im Parlament. Mit 419 Stimmen bei 19 Gegenstimmen billigten die Abgeordneten des mit überaus großer Mehrheit diese Entscheidung und gewährten dem Auserkorenen den Titel „Prinz von Spanien“.[117]

Die Ernennung von Juan Carlos zum Nachfolger eröffnete jedoch einen neuen Konflikt innerhalb der Regierung zwischen den "Technokraten" und den offenen Teilen des Regimes, deren letzte Folge war der Matesa-Skandal, der Mitte 1969 ausgebrochen war und offenbarte das es innerhalb der Regierung zu Umsturzversuchen gekommen war.[118] Franco sah danach den schlichtenden Carrero als einen Garanten für Stabilität und setze ihn als Vizepräsidenten ein.

Spätere Jahre[Bearbeiten]

Franco bei einer Audienz im El Pardo Palast, April 1972

In den frühen 70er Jahren sah sich das Regime mit neuen Herausforderungen konfrontiert und Franco versuchte, zusammen mit einigen Beratern und Vertrauten, die in den 1960er Jahren gewährten Reformen wieder rückgängig zu machen. Eine Aktion war die Absetzung von Juan Carlos de Borbón als Nachfolger Francos und die Einsetzung seines Cousins Alfons Jaime de Borbón. Alfons Jaime de Borbón hatte Franco die Heirat seiner Enkeltochter María del Carmen Martínez-Bordiú y Franco versprochen und sie 1972 auch geheiratet.[119] Francos Regime, dass sich in der Auflösung befand, wurde in Spanien der Bunker genannt.[120] Zu dieser Zeit waren bereits Maßnahmen für die Zeit nach Francos Tod getroffen worden.[121]

Im September 1970 wurde Franco vom Präsident der Vereinigten Staaten Richard Nixon und Henry Kissinger besucht. Ein Besuch, der das Bild des Diktators und die Grenze der Zusammenarbeit der westlichen Demokratien mit dem Regime symbolisierte.[122]

Gleichzeitig beschloss die Regierung 16 Personen wegen angeblicher Mitgliedschaft in der ETA (darunter zwei Priester) öffentlichkeitswirksam zu verurteilen, jedoch erreichte die Wirkung genau das Gegenteil als beabsichtigt. Auf die Ankündigung des Schnellverfahrens im Dezember in Burgos kam eine Welle von Solidaritätsbekundungen im Baskenland und der Navarra.

Darüber hinaus löste die Burgos-Studie eine internationale Kampagne der Solidarität mit dem baskischen Volk und die Wiederherstellung der demokratischen Freiheiten in Spanien aus.[123]

Die Burgos-Studie führte auch zu ersten Spannungen zwischen Franco und der katholischen Kirche, die begann mit mehr Offenheit Kritik an Franco zu äußern und sich vom Regime zu lösen.

Zwei Monate nach dem Prozess von Burgos im Dezember 1971 wurden vom Militärgericht sechs der 15 Mitglieder der ETA zu Tode verurteilt. Dieser Prozess löste in Spanien ein Vereinigung der demokratischen und separatistischen Oppositionskräfte, die bislang getrennt und teilweise gegeneinander operiert hatten, aus und ließ dadurch ihrem Einflussbereich wachsen.

Mitte des Jahres 1973 wurde das politische Versagen der unveränderlichen Kontinuität von Carrero und der Technokraten deutlich sichtbar. Dies zeigte der Rücktritt des Innenministers Tomás Garicano im Mai 1973. Jedoch ging Carrero Blanco aus der Krise gestärkt hervor und von Franco zu, Ministerpräsidenten ernannt. Eine Position die Franco 37 Jahre inne hatte. Allerdings war die neue Regierung von Carrero nur sechs Monate im Amt.

In den siebziger Jahren begannen erneute Arbeiter- und Studentendemonstrationen. Die bislang Franco nahestehenden Christdemokraten, Teile der falangistischen Bewegung und eigene Oppositionsgruppen in der Armee begannen sich aus unterschiedlichen Gründen, nun auch von Franco zu distanzieren. Außenpolitisch hatte auch der Vatikan, der das Franco-Regime lange gebilligt und unterstützt hatte, Zeichen der Mißbilligung gezeigt, im Inneren gehörte der Kardinal Vicente Enrique y Tarancón zu den führenden Kritikern des Regimes. Zudem hatten die ETA und andere Terrorgruppen an ständig wachsender militärischer und politischer Stärke, gewonnen. Die Ermordung des Ministerpräsidenten Blanco am 20. Dezember 1973 durch die ETA, demonstrierte die Ohnmacht des Regimes.[124][125] Das Attentat fand kurz vor dem Beginn eines Gerichtsverfahrens (bekannt als „Proceso 1001“) gegen zehn inhaftierte Aktivisten der im Untergrund agierenden Gewerkschaft Comisiones Obreras statt. Franco, der ab dem Ende der 60er Jahre zunehmend aus der politischen Bühne verschwunden war, übernahm wieder die vollständige Kontrolle über das noch treue Militär und regierte ab da an de facto als Militärdiktator über alle Ideologien hinweg.[126] Bereits am 1. Oktober 1971, am Jahrestag seiner Ernennung zum spanischen Staatsoberhaupt 1936, machte er am Plaza de Oriente klar, als Staatsoberhaupt bis zu seinem Tode fungieren zu wollen und nicht in den Ruhestand zu gehen. Franco, der damals das älteste und am längsten amtierende Staatsoberhaupt Europas und eines der Welt war, zeigte Ende des Jahres 1974 deutliche Anzeichen von Senilität.[127]

Als es am 11. September zum von den Vereinigten Staaten geförderten Putsch in Chile 1973 kam, bei dem das Militär unter General Augusto Pinochet die Macht übernahm, unterstütze Spanien ideologisch die Putschisten. Pinochet, ein großer Bewunderer Francos,[128] errichtete eine Diktatur nach franquistischem Vorbild und Francos Spanien wurde spätestens ab da an zu einem wichtigen Partner der Vereinigten Staaten in Lateinamerika.

Die schnelle Übernahme der Macht durch Vizepräsident Torcuato Fernández-Miranda konnte die Lage wieder beruhigen.

Unter dem Einfluss seiner Familie ernannte Franco im Januar 1974 Carlos Arias Navarro zum neuen Premierminister, was bedeutete, dass die Technokraten des Opus Dei von der Regierung ausgeschlossen wurden. Stattdessen wandte sich Arias eher den einflussreichen Familien des Regimes zu und versuchte das Gleichgewicht zwischen den verschiedenen Kräften in der Regierung zu halten.

Carlos Arias Navarro gehörte eher zu den eher liberaleren Politikern und versprach in seiner Rede zur Einführung der neuen Regierung am 12. Februar 1974 mehr Offenheit. Dieser neue Geist des 12. Februars, wie er in den Medien gennant wurde, hielt nur ein paar Wochen bis zum Ende des Monats, als der reformistische Erzbischof von Bilbao, Monsignore Antonio Añoveros aufgefordert wurde Spanien zu verlassen. Wenige Tage später am 2. März wurde der katalanische Anarchist Salvador Puig wegen einem Mord an einem Polizisten verurteilt und hingerichtet. Die Proteste wurden hart von der Polizei unterdrückt.[129]

Am 25. April 1974 wurde das Estado Novo-Regime unter Ministerpräsident Marcelo Caetano in Portugal gestürzt. Nach der Nelkenrevolution stand Spanien als letzte rechtsgerichtete Diktatur in Europa nun alleine dar. Im September verursachte ein brutaler Anschlag der ETA im Rolando Café an der Calle del Correo den Tod von 13 Menschen.

Als es im Jahre 1973, als Folge des Jom-Kippur-Krieges zwischen Israel und Ägypten und Syrien zur Ölkrise von 1973 kam und die arabischen Nationen eine globale Energiekrise auslösten, versuchte Franco die wirtschaftlich äußerst prekäre Situation mit seinen guten Beziehungen zur arabischen Welt zu überbrücken. Die Wirtschaftskrise begann im Jahre 1974. 1975 kam es durch den Anstieg der Inflation und Arbeitslosigkeit zu einer Welle von Streiks. Darüber hinaus forderten terroristische Aktivitäten ETA 1974 18 Todesfälle und im Jahre 1975 14. Zusätzlich endeten drei Anschläge der Frente Revolucionario Antifascista y Patriota (FRAP) mit dem Tod von mehreren Zivilisten. Franco musste draufhin ein Anti-Terror-Gesetz erlassen.

Im Sommer 1975 war das Gefühl des Zusammenbruches des Regimes allgegenwärtig.[130] Am 27. September 1975 fanden die letzten von Franco ratifizierten Hinrichtungen statt. Insgesamt wurden fünf Personen (drei militante Kämpfer FRAP und zwei Kämpfer der ETA) zum Tode durch Erschießen verurteilt. Sechs weitere Menschen wurden zum Tode verurteilt, aber später begnadigt zu einer fast 30 jährigen Freiheitsstrafe verurteilt.

Am 1. Oktober rief der Bunker zu einer Demonstration am Plaza de Oriente in Madrid auf. Die Rede Francos, in der er die Einmischung des Auslandes in die inneren Angelegenheiten Spaniens zurückwies, konnte er nur zögernd und stockend halten. Zu dieser Zeit litt er an Parkinson. In seiner letzten Rede sagte er:

„Alles was in Spanien und Europa geschieht, stammt von einer fundamentalistisch-freimaurerischen Verschwörung in der politischen Klasse! Ebenso die kommunistische Subversion, die uns ehrt und sie erniedrigt! Es lebe Spanien![131]

Diese letzten Hinrichtungen entfachten eine Welle von Protesten und Verurteilungen der Regierung Spaniens, sowohl innerhalb als auch außerhalb des Landes. Fünfzehn europäische Länder zogen ihre Botschafter aus Spanien ab und es kam in den meisten europäischen Ländern zu Angriffen auf die Botschaften von Spanien.

Spanisches Kolonialreich und Dekolonisation[Bearbeiten]

Franco war, wie Winston Churchill, ein überzeugter Anhänger des Imperialismus. Diese Einstellung hatte er von seiner Familie übernommen. Unter Francos Herrschaft versuchte Spanien die Kontrolle über sein Kolonialreich in Afrika zu behalten und konnte nur durch seinen großen Kolonialbesitz eine wichtige internationale Rolle spielen.

Während des Zweiten Weltkriegs waren in der Konferenz von Hendaye Franco von Hitler Gibraltar und territoriale Gewinne auf Kosten Frankreichs zugesagt worden. Franco hatte neben Französisch-Marokko das mauretanische Gebiet zwischen Spanisch-Sahara und dem 20. Breitengrad, das algerische Department Oran (67 262 km²) sowie eine Erweiterung des Küstengebiets von Spanisch-Guinea gefordert. Vichy-Frankreich verweigerte jedoch die Abtretung Marokkos. Nach dem Ende des Krieges kontrollierte Spanien die Kolonien Ifni, Spanisch-Sahara (zusammengefasst in Spanisch-Westafrika), Spanisch-Guinea und die Protektorate Spanisch-Marokko und Kap Juby. Der Zerfall des Kolonialreiches deutete sich jedoch bald an. Sofort nach der Unabhängigkeit von Frankreich 1956 begann das Königreich Marokko Anspruch auf die spanischen Gebiete zu erheben, mit der Begründung, dass diese Gebiete historisch und geographisch zu Marokko gehörten. Der marokkanische Sultan Mohammed V. unterstützte diese Bestrebungen und Separatisten in den spanischen Gebieten. Im Ifni-Krieg vom 23. Oktober 1957 bis zum 3. Juni 1958 konnte Spanien zwar seine Kolonie Infi halten, musste jedoch im Abkommen von Angra de Cintra die Stadt Tarfaya mit ihrer Umgebung an Marokko abtreten. Zuvor musste das Land am 7. April 1956 Spanisch-Marokko an Marokko übergeben und behielt nur die Exklave Plaza de soberanía mit den Gebieten Ceuta, Melilla, Islas Chafarinas, Alhucemas-Inseln, Peñón de Vélez de la Gomera.

Während des Algerienkrieges (1954–62) wurde am 20. Januar 1961 von Jean-Jacques Susini, General Raoul Salan und Pierre Lagaillarde die Organisation de l’armée secrète (OAS) zur Bewahrung von Französisch-Algerien gegründet. Spanien entwickelte sich zusammen mit Portugal zu einem Bollwerk für den Stopp der Dekolonisation Afrikas.[132] 1966 sprach sich die Generalversammlung der Vereinten Nationen für die Unabhängigkeit des spanischen Überseegebietes Äquatorialguineas aus. Bereits 1960 hatten dort die ersten freien Wahlen statt gefunden und die Kolonie erlangte 1963 innere Autonomie. Am 12. Oktober 1968 entliess Franco, trotz seiner ablehnenden Haltung, die Kolonie in die Unabhängigkeit.

Auf Antrag Marokkos und Mauretaniens wurde Franco von der UN-Vollversammlung mit der Resolution 2072 vom 16. Dezember 1965 aufgefordert, die Provinz Spanisch-Sahara zu entkolonisieren und der Bevölkerung das Recht auf Selbstbestimmung zu gewähren. Spanien baute jedoch die Verwaltung der Kolonie weiter aus und begann 1962 mit der Ausbeutung der dortigen Phosphatvorkommen. 1967 erklärte sich das Franco-Regime ein Referendum zur Frage des zukünftigen Status des Gebiets durchzuführen. 1973 gründete sich die westsaharische Befreiungsbewegung POLISARIO, die einen bewaffneten Kampf gegen die spanische Kolonialmacht aufnahm. Im selben Jahr bot Franco dem Gebiet ein Autonomiestatut an. Kurz vor seinem Tod besetzte Marokko im Grünen Marsch die Westsahara und verwaltete das Gebiet. Nach dem Tode Francos brach das Kolonialreich 1976 zusammen. Am 26. Februar 1976 verließen die letzten spanischen Truppen Spanisch-Sahara.

Tod[Bearbeiten]

Grabmal Francisco Francos

Der Tod Francos war langsam und schmerzhaft und der Diktator wurde an zahlreichen unnötigen Stellen mit katastrophalen Auswirkungen operiert. Am 15. Oktober 1975 erleidete Franco einen Herzinfarkt und nahm entgegen dem Rate seines Arztes Vicente Escudero Pozuelo am 17. Oktober an einer Regierungssitzung teil. Am 22. Oktober erleidete er seinem dritten Herzinfarkt und es kamen insgesamt 24 weitere gesundheitliche Beschwerden dazu. Danach lag er wochenlang in einer Agonie; das Elektroenzephalogramm zeigte längst keine Gehirnaktivitäten mehr an. Seitdem unternahm seine Umwelt alle Versuche um sein Leben zu verlängern und versuchte ihn bis am 26. November am Leben zu erhalten. Damit er das Mandat von Alejandro Rodriguez Valcarcel als Präsident des Geheimen Rates und der Gerichte verlängern konnte.

Am 25. Oktober wurde Franco in einem provisorischen Operationssaal im Palast El Pardo operiert. Anfang November erlitt er eine große Blutungen im Magen, die durch ein Magengeschwür verursacht wurde. Franco wurde danach ins Krankenhaus La Paz in Madrid eingeliefert und der Magen wurde ihm entfernt.

Am 6. November 1975, während Franco in der Intensivstation war, nuzte der König von Marokko Hassan II. die politische Unsicherheit in Spanien und befahl im Grünen Marsch die Invasion der Kolonie Spanisch-Sahara. Ohne Spanien förmlich den Krieg zu erklären überschritten die Grenze der Kolonie etwa 25.000 Soldaten und mehr als 350.000 Zivilisten. Ziel der Kampagne war die Einverleibung des Gebietes. Aufgrund der Instabilität und der unsicheren Situation um ihren Oberbefehlshaber weigerte sich die Armee gegen die Marokkaner vorzugehen und ein Blutbad anzurichten. Mit dem Madrider Abkommen vom 14. November wurden Marokko und Mauretanien die Verwaltung aber nicht die Souveränität der Westsahara übertragen. Dabei wurde die Vereinbarung ohne die Anerkennung der Vereinten Nationen und trotz Bedenken Algeriens geschlossen.

Am 15. November wurde Franco zum dritten und letzten Mal operiert. Dr. Manuel Hidalgo Huerta verkündete am 20. November um 4:20 Uhr den Tod des 82 Jahre alt gewordenen Diktators. Franco war zwei Wochen vor seinem 83. Geburtstag verstorben.[133][134][135] Am nächsten Tag machte Ministerpräsident Carlos Arias Navarro um 10 Uhr mit von Tränen erstickter Stimme im Rundfunk mit seiner heute berühmten Meldung Españoles, Franco ha muerto (Spanier, Franco ist tot) die Nachricht publik.

Während dem Staatsbegräbnis in der Kuppel der unterirdischen Basilika Santa Cruz del Valle de los Caídos in der Sierra de Guadarrama erwiesen im Zeitraum von 50 Stunden etwa 300.000 und 500.000 Menschen Franco die letzte Ehre. An der Beerdigung nahmen fast alle Größen des Regimes und Fürst Rainier III. von Monaco, König Hussein von Jordanien, General Augusto Pinochet von Chile, General Hugo Banzer von Bolivien und US-Vizepräsident Nelson Rockefeller teil.[136] Nach dem Tod wurden 30 Tage Staatstrauer ausgerufen.

Am 22. November wurde Juan Carlos I. zum König von Spanien proklamiert und damit zu Francos Nachfolger. Bereits war er, nachdem Franco ab dem 19. Juli 1974 gesundheitlich angeschlagen war, bis zum 2. September das provisorische Staatsoberhaupt Spaniens gewesen.

Fall der Diktatur[Bearbeiten]

Die Verfassung des Königreiches Spanien vom 31. Oktober 1978
Hauptartikel: Transition in Spanien

Mit Francos Tod war der Franquismus noch nicht am Ende. Die maßgeblichen Stellen des franquistischen Staats, der Nationalrat, der Königliche Rat und das Parlament, waren durch seine Anhänger besetzt. Entsprechend gering war der Spielraum von Juan Carlos I.. Als der damals 37-Jährige den über vier Jahrzehnte verwaisten Thron bestieg, hatten die Spanier keine großen Erwartungen an ihn. Er wurde als der „Ziehsohn Francos“ wahrgenommen. Ministerpräsident Carlos Arias Navarro, der Großteil der spanischen Streitkräfte und die paramilitärischen Polizeitruppe Guardia Civil wollten die franquistische Diktatur fortführen.

Am 1. Juli 1976 wurde Arias Navarro von Juan Carlos I. abgesetzt und durch Adolfo Suárez ersetzt. Im Zuge einer Strafrechtsreform im gleichen Jahr wurde die Bildung von Parteien wieder legalisiert und die Pressefreiheit wieder eingeführt. Am 15. Juni 1977 wählte Spanien zum ersten Mal seit 1936 in freien allgemeinen Wahlen ein Parlament und am 31. Oktober 1978 wurde die Verfassung des Königreiches Spanien vom spanischen Abgeordnetenhaus und dem Senat verabschiedet und am 6. Dezember 1978 in einem Referendum vom spanischen Volk ratifiziert worden. Am 27. Dezember wurde sie von Juan Carlos I. unterzeichnet. Sie besiegelte das Ende der Diktatur Francos und machte Spanien zu einer Parlamentarischen Monarchie.

Zu einem letzten Aufleben kam es am 23. Februar 1981, als Angehörige der Armee unter General Milans del Bosch und der Guardia Civil unter Oberst Antonio Tejero einen Putsch starteten. Tejero stürmte dabei das Parlament, wo Leopoldo Calvo-Sotelo gerade zum Regierungschef gewählt werden sollte. Die Mitglieder des Parlaments wurden als Geiseln gehalten. Mit dem entschlossenen Auftreten des Königs als Oberbefehlshaber der Armee, der sich im Rahmen einer landesweit ausgestrahlten Fernsehansprache eindeutig für die Demokratie aussprach und das Militär auf seine Seite zog, konnte der Staatsstreich noch in der Nacht vereitelt werden.

Nachleben[Bearbeiten]

Obwohl nach dem Tod Francos der friedliche Übergang zur Demokratie gelang, unterblieb aber fast 30 Jahre lang eine grundlegende Aufarbeitung der Franco-Zeit.

So wurde erst in der Nacht zum 17. März 2005 die sieben Meter hohe Franco-Statue auf der Plaza de San Juan de la Cruz in Madrid entfernt. Im Verlauf der Nacht und des Tages musste die Polizei gegen einige erregte Gegner der Aktion einschreiten. Vertreter des oppositionellen Partido Popular des Ex-Ministerpräsidenten José María Aznar kritisierten diese Politik. Mit der Eliminierung „historischer Symbole auf den Straßen“ würden nur „Wunden geöffnet“.

Am 9. Februar 2005 hatte das Unterhaus des spanischen Parlaments, das Congreso die Demontage des noch verbliebenen Reiterstandbilds Francos in der Militärakademie von Saragossa beschlossen. Partido Popular und Coalición Canaria hatten sich hierbei der Stimme enthalten. Inzwischen sind die meisten Franco-Symbole aus den Stadtbildern Spaniens verschwunden, nach Franco benannte Straßen sind teilweise umbenannt worden. Das letzte Reiterstandbild auf europäischem Boden wurde im Dezember 2008 vom Rathausplatz von Santander (Kantabrien) entfernt. Das letzte Standbild Francos befindet sich in der Exklave Melilla auf afrikanischem Boden.[137]

Die Regierung Zapatero kündigte im März 2005 an, Franco-Opfer zu rehabilitieren, Menschenrechtsverbrechen aufzuklären und Symbole des Franquismus aus der Öffentlichkeit zu verbannen. Ein entsprechender Gesetzentwurf wurde von einer Arbeitsgruppe des spanischen Parlaments am 10. Oktober 2007 beschlossen. Am 29. Juni 2009 hat Madrid dem spanischen Diktator sämtliche Ehrentitel aberkannt.[138] Dies hatten bereits 14 Städte (u. a. Francos Geburtsstadt Ferrol) zuvor getan.[139]

Die „Nationalstiftung Francisco Franco“ („Fundación Nacional Francisco Franco“) hat zum Ziel, das Ansehen Francos zu bewahren. Sie besitzt umfangreiche Archivmaterialien aus Francos Amtssitz El Pardo, die nach dem Tod des Diktators nicht an öffentliche Archive übergeben wurden, sondern in den Besitz der privaten Stiftung übergingen. Unliebsamen Historikern wird seither immer wieder der Zugang verweigert. Die Fundación Francisco Franco wurde von der rechtskonservativen Regierung Aznar jahrelang über das Kulturministerium mit beachtlichen Summen gefördert (allein 2001 in der Höhe von 150.000 Euro; das war die zweitgrößte Subvention im Budget des Ministeriums).

Privates[Bearbeiten]

Der Palast El Pardo, ab 1940 Residenz der Familie Francos

Es gibt nur weniges, was aus dem Privatleben von Francisco Franco bekannt ist und was auch offiziell war und öffentlich gemacht wurde.[140]

Franco war mit Carmen Polo y Martínez-Valdés verheiratet und hat eine Tochter Namens Maria del Carmen Franco Polo. Seine Enkeltochter ist María del Carmen Martínez-Bordiú y Franco und war ab 1972 mit Alfons Jaime de Borbón verheiratet. Sie und ihre Familie sind dadurch mit dem spanischen Königshaus unter König Felipe VI. verwandt.[141] Die Familie Franco residierte ab 1940 offiziell im Palacio Real und inoffiziell im El Pardo Palast. Während des Sommers residierte die Familie im Schloss Pazo de Meirás in der galicischen Provinz A Coruña.

Francos Interessen waren Golf, Reiten, die Fischerei, Malerei, die Jagd, Segeln und Pferderennen. Für die Fischerei hatte Franco die Privatjacht Azor zur Verfügung. Er fing regelmäßig Thunfisch und sogar einen Pottwal im Jahre 1958.[142] Er mochte das Kartenspiel und verbrachte viele Stunden vor dem Fernseher. Sein liebstes Gesprächsthema war über seine Zeit in Marokko.

Insignien[Bearbeiten]

Franco verwendete als Staatsoberhaupt als Emblem das lateinische Wort Victor. Es ist ein Symbol aus der Zeit des Römischen Reiches. Später wurde es zum vor allem zum Symbol des Untergangs des Reiches. Franco griff das Symbol bei der Siegesparade vom 18. Juli 1939 auf. Danach wurde es während der gesamten Franco-Diktatur verwendet. Fälschlicherweise wurde gemeint, das es von Corintio Haza entworfen wurde.

Auch das Christusmonogramm wurde zu einem Symbol der franquistischen Zeit. Nach dem Edikt von Mailand von Kaiser Konstantin im Jahre 313 vor Christus erschien das Monogramm auf Münzen, Fahnen und schließlich wurde schließlich auch ein Teil der Schirme der römischen Legionäre.

Die Standarte Francos und die persönliche Flagge wurden im Jahre 1940 eingeführt und dann bis zum Tode des Diktators verwendet. Der Streifen zwischen den zwei Drachen trennte die beiden Säulen des Herakles. Die beiden silberigen Spalten wiesen goldige korinthische Kapitelle auf und trugen jeweils eine Krone. Die Krone ist eine Kaiserkrone mit einer zentralen Haltestange.[143] Die Banda de Castilla, die ein persönliches Abzeichen der kastilischen Monarchen war und später vom Haus Habsburg verwendet wurde, wurde als Grundlage für die Schaffung der Rosette eingesetzt. Der Standard und die Flagge wurden an offiziellen Anlässen, Kasernen und auf Schiffen der spanischen Marine gehisst. Das Wappen Francos enthielt auch im Zentrum den Ferdinandsorden und war von einem Kranz umringt.[144]

Titel[Bearbeiten]

Franco führte ab Oktober 1936 die Titel Generalísimo (Generalissimus) und Jefe del Estado (Staatsoberhaupt). Später nahm er dann den offiziellen Titel Su Excelencia el Jefe de Estado ("Seine Exzellenz, das Staatsoberhaupt [von Spanien]") an. In offiziellen Dokumenten und Schreiben fand sich auch oft der Titel Caudillo de España (Der Führer von Spanien) und manchmal auch als" el Caudillo de la Ultima Cruzada y de la Hispanidad "("Der Anführer des letzten Kreuzzuges und des hispanischen Erbes") und El Caudillo de la Guerra de Liberación contra el Comunismo y sus Cómplices ("Der Führer des Befreiungskrieges gegen den Kommunismus und seine Komplizen").

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Francisco Franco – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. 22. November 2005 - Vor 30 Jahren: König Juan Carlos vereidigt: Diktators Ziehsohn wird König der Demokratie auf www.WDR.de
  2. Vidal y de Barnola, Luis Alfonso. Ortegal genealogy. abgerufen am 13. August 2012.
  3. Bild des Wappens der Familie Franco Bahamonde. Franco. Ed. Ariel. ISBN978-8434467811. abgerufen am 13 August 2012.
  4. Stanley G. Payne: The Franco Regime, 1936–1975. University of Wisconsin Press, Madison 1987, ISBN 0-299-11070-2, S. 68.
  5. Franco: Caudillo de España. Teresa Camprodón Alberca, Diana Falcón Zás Revisión, Eva Rodríguez Halffter. Barcelona. ISBN 978-84-9759-477-6. S. 80
  6. Francos erste Liebe (spanisch) auf www.hoy.es, abgerufen am 27. Januar 2013
  7. Spaniens Diktator Franco verlor Hoden im Krieg - Die Welt, abgerufen am 27. Mai 2007
  8. Biographie José Millán y Terreros (spanisch) auf xtec.es (abgerufen am 21. März 2011)
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Anmerkungen[Bearbeiten]

  1. Die Diktatur Francos begann de jure erst 1939, de facto aber schon mit der Anerkennung seiner Regierung im November 1936 durch das nationalsozialistische Deutsche Reich und das Königreich Italien.
  2. Franco war von 1936 bis 1947 Diktator des spanischen Staates. Da die Zweite Spanische Republik de facto schon 1936 endete, wird dieser Zeitabschnitt historisch eher zum 1947 wiedererrichteten Königreich Spanien gezählt.
  3. Sein vollständiger Titel lautete: por la gracia de Dios, Caudillo de España y de la Cruzada
  4. Laut einer anderen Quelle waren es etwa 14.000 Fremdenlegionäre und 500 Tonnen Material.
Vorgänger Amt Nachfolger
Staatspräsident Manuel Azaña y Díaz
(Spanischer Bürgerkrieg)
Staatsoberhaupt Spaniens
1936/39–1975
König Juan Carlos I.
Juan Negrín
(Spanischer Bürgerkrieg)
Ministerpräsident Spaniens
1938–1973
Luis Carrero Blanco