Pandemic Emergency Purchase Programme

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Unter Pandemic Emergency Purchase Programme (PEPP; dt. Pandemie-Notfallkaufprogramm) wird eine geldpolitische Maßnahme der Europäischen Zentralbank verstanden, die die Preisstabilität und die Effektivität der Geldpolitik in der Eurozone während der COVID-19-Pandemie sicherstellen soll.[1]

Entwicklung und Umsetzung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ende März 2020 beschloss der EZB-Rat das zeitlich begrenzte Ankaufprogramm für Anleihen öffentlicher und privater Schuldner, mit einem Umfang von 750 Milliarden Euro und einer Zeitspanne für Ankäufe bis zum Ende des Jahres 2020.[2][3] Das PEPP soll die Zahl der Papiere, die sich unter den Anforderungen des laufenden CSPP zum Ankauf qualifizierten, erweitern.[2] Eine Zielsetzung soll dabei eine Stabilisierung der Inflationsrate im Euroraum bei unter 2 % sein.[1]

Nationale Zentralbanken und die EZB führen die Ankäufe gemeinsam durch. Die Verteilung möglicher Verluste ist dabei identisch mit der Verteilung, die für die APP Maßnahme vereinbart wurde. Der Bestand des PEPP soll wöchentlich auf der EZB Internetseite aktualisiert werden.[3]

Die Ankäufe begannen am 26. März 2020.[3] Noch im März wurden Papiere für 15,444 Milliarden Euro angekauft, im April kamen 103,366 Milliarden Euro hinzu. Mitte Mai 2020 wies das Programm insgesamt 181,786 Milliarden Euro an angekauften Anleihen aus.[4]

Nach einem Beschluss des EZB-Rates vom 3. Juni wurde am 4. Juni 2020 die Erweiterung des Programms um 600 Milliarden Euro bekanntgegeben.[5] Bis zu diesem Zeitpunkt hatte die EZB mit PEPP fast ausschließlich Staatsanleihen aufgekauft.[6] Die Laufzeit wurde vom Ende des Jahres 2020 auf Ende Juni 2021 ausgedehnt.[7]

Kritik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Trotz der hohen Geschwindigkeit, mit der die EZB das Geld aus dem Programm ausgab, gelang es ihr zunächst nicht, etwa italienische Staatsanleihen für Anleger lukrativer zu machen. So spekulierte ein Analyst von Pimco Mitte Mai 2020 in der FAZ, dass die EZB die 750 Milliarden aus dem PEPP schon im Oktober aufgebraucht haben würde, wenn sie das hohe Tempo der Anleihenkäufe beibehalte.[8]

Thorsten Polleit von Degussa Sonne/Mond Goldhandel verwies anlässlich der Ausweitung des Ankaufprogramms von Anfang Juni 2020 darauf, dass PEPP nun allein einem Betrag entspreche, der rund zehn Prozent der Geldmenge M3 des Euros ausmache, hinzu kämen die Anleihenaufkäufe über die anderen EZB-Programme. Die EZB finanziere nach Polleit die Neuverschuldung der Euro-Staaten mit der elektronischen Notenpresse.[9]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise und Anmerkungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Thomas Hanke: „EZB-Präsidentin Lagarde lobt Corona-Hilfen und verlangt Bündnistreue von der Bundesbank“, Handelsblatt vom 18. Mai 2020.
  2. a b Pressemitteilung: „ECB announces €750 billion Pandemic Emergency Purchase Programme (PEPP)“, ecb.europa.eu vom 18. März 2020.
  3. a b c „Pandemic Emergency Purchase Programme (PEPP)“, Deutsche Bundesbank, März 2020.
  4. Europa Press: „El BCE rebaja un 15.3% su ritmo de compras contra el covid-19“, eldinero.com.do vom 18. Mai 2020.
  5. "EZB weitet Notkaufprogramm um 600 Milliarden Euro aus" tagesspiegel.de vom 4. Juni 2020
  6. Steve Goldstein: "Here’s what the ECB has been buying with the special pandemic asset-purchase program that it is set to expand" marketwatch.com vom 4. Juni 2020
  7. René Höltschi: "Die EZB hält die Füsse still – und appelliert an die Staats- und Regierungschefs" NZZ vom 16. Juli 2020
  8. „Rekord-Anleihekäufe der EZB“, faz.net vom 12. Mai 2020.
  9. "Die EZB lädt gewaltig nach und wandelt auf den „Spuren der Reichsbank“" welt.de vom 4. Juni 2020